Full text: 5.1950 (0005)

Neujahrsbotschaft an die Gewerkschaftsjugend 
Die Ansprache, die Kollege Rudi Blaß am 
Neujahrstage an die Gewerkschaftsjugend 
gerichtet hat, wird nachstehend veröffent 
licht : 
Werktätige Jugend des Saartemdesl 
Der Volksbrauch umgibt die Geburts 
stunde eines neuen Jahres mit den man- 
irigfal'tigsten Festlichkeiten heiterer Natur 
lund frohester Stimmung. Sie sollen all® 
symbolhaft den Glauben an das Kom 
mende und die Hoffnung-auf das Bes 
se-e zum Ausdruck bringen. 
Der Abschied des alten und der Emp 
fang des neuen Jahres geben uns jedoch 
auch ie.chlfchen Anlaß zu ernster Be 
sinnung. 
Auch an Dich, werktätige Jugend, tritt 
die Frage heran, ob der einzelne von uns 
in dem vergangenen Jahre alles getan hat 
zu seiner persönlichen Vervollkommnung 
und Weiterbildung. Jeder von uns muß 
sich selbst darüber Rechenschaft geben. 
10b er zu seinem Teil dazu beigetragen 
hat, eine gerechtere, wahrhaftigere und 
liebevollere Ordnung in den Beziehungen 
von Mensch zu Mensch und von Volk zu 
Volk herbeizuführen. Gerade die Jugend 
unseres Volkes muß sich darüber im kla 
ren sein, daß der Frieden unserer Tage 
eben nicht in den Konferenzen der großen 
Staatsmänner und Politiker geschaffen 
werden kann, wenn er nicht in den Her 
zen der einzelnen Menschen zugrundege 
legt worden ist. 
So lange aber die Würde des Menschen 
noch allenthalben in einem so erschrek- 
kenden Ausmaß mißachtet und in den 
Staub getreten wird, so lange besonders 
der schaffende Mensch nur oder zumin 
dest sehr oft als Objekt der Ausbeutung 
und nicht als Subjekt angesehen und be 
handelt wird, so Lange Profitgier und Hab 
sucht einiger Weniger höher stehen als 
das Verantwortungsbewußtsein den Mit 
menschen gegenüber: So lange wird ein 
wirklich dauerhafter und gerechter Frie 
den zur Unmöglichkeit verdammt sein. 
Nicht großspurige V/orte, sondern hoch 
herzige Taten ersehnt die schaffende Ju 
gend der Welt. 
Diese Taten des Friedens und der Neu 
ordnung beginnen aber am Arbeitsplatz, 
in der Betriebsgemeinschaft, ja sie reifen 
heran in den Herzen dar Einzelpersön 
lichkeiten, 
Ein freundliches Wort, das Du, junger 
schaffender Mensch, am Morgen beim Be 
ginn Deiner Tagesarbeit zu Deinem Ar 
beitskollegen oder zu Deiner Arbeitskolle- 
ging sagst ist oft ein goldener Sonnen 
strahl in die Trübnis eines sorgenbelade 
nen und gequälten Herzens. 
die Schattenseiten besonders glauben 
hervorheben zu müssen und dabei ganz 
vergessen, in welcher verzweifelten Lage 
wir uns noch vor wenigen Jahren befan 
den. so wollen wir heute ganz offen dar 
auf hinweisen, daß es mit geborensn 
M esmachsrn rieht aufwärts gehen wird, 
sondern nur mit Hilfe von Menschen, die 
auch in der Gewerkschaftsarbeit davon 
ausgehen daß sie eine Kunst ist, das 
Mögliche zu erreichen. 
Für den Frieden und Wohlstand 
Auch wir junge Menschen müssen auf 
dem Boden der Tatsachen stehen und von 
dort ausgehend den Kampf um d ; e Be 
seitigung der Not mit alten zu Gebote 
stehenden Mitteln führen. KMn Opfer darf 
uns dabei zu groß, keuie Mühe zu hart 
sein. Selbst - dann, wenn wir nicht alles 
gleich beim ersten Anhieb erreichen, darf 
unser Mut und unser Eifer nicht nach- 
lassen. Immer wieder muß uns vor Au 
gen stehen, daß es nicht nur um das 
Schicksal des Einzelnen geht, sondern um 
das Wohl und Wehe der gesamten Ar 
beiterklasse, ja, um das Wohlergehen der 
gesamten menschlichen Gemeinschaft. 
Das Bewußtsein, daß mit uns in allen 
Ländern Kräfte tätig sind, die dem glei 
chen Ziele zustreben, soll uns die Gren 
zen der Länder vergessen machen und 
in uns den starken Willen wirklich recht 
verstandener Solidarität der Herzen spür 
bar werden lassen. 
Die soziale Tat wird uns zu der Ge 
meinschaft führen, die nicht nur inner 
halb eines Volkes bessere Verhältnisse 
schafft, sondern auch die Völker unter 
einander mit einem festen Band der Lie^e 
und des Friedens zusammenschließt. 
Für fortschrittliche Gesetzgebung 
Unser Abendland aber wird nicht un 
tergehen, wenn sich die Arbeitenden ihrer 
hohen Sendung und Aufgaben bewußt 
werden. Hier zeigen sich nicht nur bei uns 
im Saarland, sondern auch in den übrigen 
Ländern, besonders in Westdeutschland, 
erfreuliche Lichtblicke. Der Zeitpunkt ist 
gekommen, wo die Schaffenden aller Be 
rufe und Stände den Durchbruch machen, 
um sich dan Platz zu erobern, der ihnen 
naturrechtlich zusteht. 
Diese Tatsache kann nicht weggeleug- 
net werden und sie wird bei den in Kürze 
beginnenden Beratungen über das neue 
Betriebsrätegesetz nicht nur in der west 
deutschen Bundesrepublik, sondern auch 
in unserem saarländischen Parlament eine 
bedeutende Rolle spielen. 
Es ist nicht meine Aufgabe heute ein 
gehend über die Frage des Mitbestün- 
mungsrechtes der Arbeitenden im Betrieb 
zu sprechen. Eines möchte ich jedoch fast 
stellen, daß auf dem letztjährigen Katho 
likentag in Bochum eine ganz eindeutige 
Stellungnahme in Form einer Entschlie 
ßung zugunsten „des uneingeschränkten 
Mitbestimmungsiechfes aller Mitarbeiten 
den bei sozialen, personalen und wirt 
schaftlichen Fragen als ein Recht in gott 
gewollter Ordnung und dessen gesetz 
liche Festlegung“ bezogen worden ist.“ 
Uns wundert es jedoch nicht, wenn man 
schon jetzt in Westdeutschland und auch 
bei uns Versuche unternimmt, gegen die 
sen Durchbruch zu einer neuen sozialen 
Ordnung in dieser oder jener Forfa Sturm 
zu laufen, obwohl die Verhandlungen über 
das neue Betriebsrätegesetz noch nicht 
begonnen haben. Wir haben jedoch die 
Hoffnung, daß die Vernunft und die Ge 
rechtigkeit, beide getragen von dem 
Geiste der Liebe, dan Sieg davontragen 
werden. 
Für das kommende Jahr hat sich das 
Jugendsekretariat zur Aufgabe gestallt, 
das Berufsausbildungsgesatr. als vor 
dringlichste Arbeit in Angriff zu nehmen. 
Auch bei diesem Gesetzentwurf wer 
den wir vor Schwierigkeiten nicht zu 
rückschrecken. Sie werden uns auch nicht 
erspart bleiben. 
Ueber allem Arbeiten und Kämpfen darf 
jedoch nicht die Aufwertung der Erfolge 
draußen im Lande vergessen werden. Bie 
tet uns die im November 1949 eröffnete 
Akademie der Arbeit Möglichkeiten, ge 
schulte Funktionäre heranzubilden, so 
wird die Schulung der Jugendfunktionäre 
in allen Ortsjugendgruppen und Bezirken 
ein HauDtmerkmal unserer Jugendarbeit 
bilden. Wir, die Jugend wollen einmal 
würdige Nachfolger unserer älteren Kol 
leginnen und Kollegen sein. 
Und so wünscht das Jugendsekretariat 
der schaffenden Jugend des Saarlandes 
und auf diesem Weg der Jugend aller 
friedliebenden Völker zu Beginn das Jah 
res 1950 von Herzen alles Gut«. Unser 
Neujahrsglückwunsch möge ausklingen 
mit dem Wort: 
„Herr, in Deine Hände 
sei Anfang und Ende, 
sei alles gelegt!“ 
Nicht schöne Reden, 
sondern Taten 
Burbach. Die vor kurzem gebildete Orisju- 
gendgruppe Burbach bescherte am 17. Dezember 
in einer gut gestalteten Weihnachtsfeier etwa 
100 Kinder, deren Väter vermißt oder gefallen 
sind. Frohe leuchtende Kinderaugen nahmen sehr 
schöne Geschenke wie Hemden. Kitte!, Schuhe, 
Spielsachen dankbar entgegen. Es sei auch an 
dieser Stelle den Spendern und Veranstaltern 
herzlichst gedankt für diese soziale Tat. 
Uchtelfangen. Die Ortsjugendgruppe Uchtel 
fangen hatte in gemeinschaftlicher Zusammen 
arbeit eine ganze Reihe von Geschenken ge 
bastelt. Die jungen Kollegen hatten hierzu ihre 
Freizeit von früh bis spät geopfert, um über 20 
Kindern des Ortes eine V/eihnachtsfreude be 
reiten zu können. Kollege Pau! Schmidt über 
brachte bei beiden Veranstaltungen die Grüße 
des Jugendsekretariates und sprach dabei über 
Sinn und Bedeutung des Weihnachtslestes in 
heutiger Zeit. 
Völklingen. Die Ortsjugendgruppe Völklingen 
führte am 20. Dezember im „Trierisehen Hof“ itne 
Weihnachtsfeier durch. Ueber 50 Jugendliche 
nahmen daran teil. Im Anschluß an das Fried 
„Stille Nacht“ erteilte der Vorsitzende, Kobege 
Göbel, dem Kreisgeschäftssfellenleiter Toni Hau 
ser das Wort der in einem sehr gut aufge 
nommenen Referat über das Thema „Friede den 
Menschen auf Erden .. .“ zu den Jungens und 
Mädels sprach. Die größte Freude war jedoch 
das Erscheinen des Knecht Ruprecht, der jedem 
Anwesenden ein sehr schönes Weihnachtspaket 
überreichte und dabei nicht vergaß, von seiner 
Rute reichlich Gebrauch zu machen. Kollege 
Friedei Bauer überbrachte die Grüße des Jugend 
sekretariates. Gegen 11 Uhr trennte man sich 
nach gemütlichem Beisammensein. 
Auch in zahlreichen anderen Qrtsjugendgrup- 
pen wurden derartige Feiern veranstaltet die wir 
aus Raummangel nicht alle veröffentlichen 
können. 
An alle Ortsgruppen! 
Die Vorsitzenden dar Ortsjua ndgrap- 
psn werden gebeten, die ihnen übersand 
ten Berichtsbogea (Mo~atsberic~t dar 
Ortsjugendcruppa ....) jewe'ts bis spä 
testens zum 10. eines jidei Nloiais an 
das Jugendsekretariat der Fi ifrutsge- 
werkschaft Saarbrüc'- n, Brcueri.tr. 6—8, 
eiazusenden.. 
Die Einhaltung dies s Temiinas tet un 
bedingt erforderlich zu einer nsivan 
Jugendarbeit im neuem fahre. 
Jugend und Europabewugung 
im Saarland 
Das Sekretari • d „L aropa-Umou“ teil mit: 
Innerhalb der ..Europa-Union“ ist berov.s im Ok 
tober vorigen Jahres eine Jugendgrupp« 
gegründet worden. Sie bsabsb h'.igt. rri: hrein 
eigenen Arbeitsprogramm an dis Oeifr.n Uchkeit 
zu treten. Darin sind u. a. vorgesehen, eins enge 
Fühlungnahme mit den übrigen europäischen Ju 
gendorganisationen zur gemeinsamen Arber für 
eine bessere Verständigung und damit für den 
Frieden der Welt und. wenn möglich, die Vorbe 
reitung eines europäischen Jugendtreffens in 
Saarland. Sie forde-t alle Jugendkameraden und 
-kameradinnen ohne Unterschied von Konfession 
und parteipolitischer Bindung auf. sich ihr für 
diese lebenswichtigen Aufgaben anzuschließen. 
Auf viele Anfragen, ob die Aufrufe der „Eu 
ropa-Union“ sich nur an Saarländer richten, er 
widern wir. daß wir uns vielmehr an alle i'H 
Saarland wohnhaften Europäer wenden Jeder 
von ihnen, gleich welcher Nationalität, der ein 
einiges Europa erstrebt ist uns in unseren Rei 
hen willkommen. 
Die ..Europa-Union" ist. wie bekannt, mit ihrer 
Schwesterorganisation, der NTL unter dem Na 
men „Europa-Bewegung im Saarland" zusatntnea- 
geschlossen. 
Wir stehen über den Parteien und lehnen es 
ab, etwas zu tun. das irgendwie als parteipoli 
tische Betätigung ausgelegt werden könnte. Aus 
diesem Grund« sind wir auch weniger für de« 
korporativen Beitritt irgeneiner Vereinigung, son 
dern für den freiwilligen Beitritt von Einzelper 
sonen. die gewillt sind, an der Verwirklichung 
des paneuropäischen Gedankens mitzuarbeiten. 
Alle Anfragen sowie Beitrittserk'ärimgen bäten 
wir zu richten an das Sekretariat der ..Europa- 
Union im Saarland“. Saarbrücken 5. Europa-Hau* 
(H. Et., Eingang Bahnhofstraß« 3fi). 
** 
Keinem »aufgeschlossenen jungen Mensche* 
wird es entgangen sein, daß die Bestrebungen, 
zu einem geeinten Europa zu kommen, seit Som 
mer vergangenen Jahres (Europatagiing in Sfraft- 
burg) einen großen und im Hinblick auf den I rje- 
den auch erfreulichen Aufschwung genonnue* 
haben. 
Auch im Saarland hat sich vor kurzem ein* 
Dachorganisation gebildet mit dem Namen „Eu 
ropabewegung im Saarland". Sie besteht aus 
der „NEJ“ (Nouvelles Equip*s Internationales!- 
Gruppe Neues Europa im Saarland, und der „Eu 
ropa-Union". Nachfolgend bringen wir eine Mit 
teilung der „Europa-Union". 
Ueber die Ziele der beiden Säulen der Europa 
bewegung im Saarland werden wir in der näch 
sten Ausgabe ausführlicher berichten. Für heut« 
sei vorweggenommen, daß di« N E I unter d*r 
Leitung des Landtagsabgeordneten der CVP. 
Herrn Erwin Müller, steht, während der Präsi 
dent der „Europa-Union“ Herr Justiirmnister Ehfc 
Braun ist, 
Aufgabe und Verantwortung der Jugend im Kampfe für echte Solidarität 
Der Ausdruck echter Solidarität, d. h. 
also des Sich-selbst-Gebens, liegt doch 
nicht in einem gedankenlosen und ge 
wohnheitsmäßigen Fragen: ,,Wie geht 
es?“, sondern in dem wirklich Sich-Sorge- 
machen um das Wohlergehen des Näch 
sten, den man so behandelt, wie man 
selbst behandelt zu sein wünscht. 
Die beiden gerade werktätigen Men 
schen so hochwertigen Begriffe Kamerad 
schaft u. Solidarität müssen des Charak 
ters eines Schlagwortes entkleidet und zur 
Wirklichkeit werden. 
Du aber, schaffende Jugend, bedenke, 
daß auf Deine Schultern ein gerütteltes 
Maß von Mitverantwortung für die Gestal 
tung der Zukunft gebürdet ist, da dies» 
Zukunft Deine Zukunft ist. 
Bedenke, daß auch die Zukunft Deiner 
Berufsorganisation, also Deiner Gewerk 
schaft, wesentlich von Deinem Tun und 
Lassen abhängig ist und gestaltet wird. 
Es muß mit Deine Sorge sein, daß Dein* 
Für Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe 
Iah weiß, und Ihr alle verspürt es täg 
lich, daß wir bei der Erkämpfung dieser 
Ordnung ständig auf großen Widerstand 
stoßen, Soll uns das enttäuschen und auf 
den Weg der Abseitsstehenden, führen? 
Nie und nimmer! Alles Große und Neue 
unterliegt den Gesetzen der Schwierigkei 
ten, Hindernisse und Kämpfen. Nichts 
wird schmerzlos auf dieser Welt das 
Licht erblicken. So lang« wir „Wan 
derer zwischen zwei Welten“ sind, wer 
den wir — vor allem, wenn wir den Kampf 
um Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe 
führen — Berge von Schwierigkeiten zu 
überwinden haben, bevor uns der Erfolg 
beschieden ist. 
Und so möchte ich auch in der Tat 
sache. daß m dem Dunkel des Winters 
das neue Jahr beginnt, ein Symbol für uns 
alle sehen. Wenn wir vor wenigen Ta 
gen das Weihnachtsfest begangen haben 
zum Gedenken an das große Ereignis vor 
1950 Jahren nach dem sich die Zeitrech 
nung der gesamten Kulturwelt richtet, so 
wissen wir, daß damals der notbedräng 
ten Menschheit das Licht der Welt offen 
bar wurde. 
Und dennoch dringt auch heute noch, 
mehr als vielleicht je zuvor, der Schrei 
nach Licht, nach Sonne, nach einem 
neuen, besseren Leben, nach einem neuen 
Beginnen aus Millionen sehnsüchtigen 
Herzen an unser geistiges Ohr. Rufe m 
di« Dunkelheit eines modernen Sklaven 
tums. Rufe in eine Welt, die jegliche Bin 
dung welche ernst ein so zufriedenes, 
friedliches und in sich ruhendes Leben 
gewährleistete, verloren zu haben scheint. 
Erwachsen uns Menschen des 20. Jahr 
hunderts angesichts der umfassenden ma 
teriellen und geistigen Not, die uns um- 
g.bt, nicht ungeheuere Aufgaben, die von 
uns gelöst werden sollen und gelöst wer 
den müssen? 
Tragen wir nicht alle — besonders auch 
als jung« Generation — die Verantwor 
tung dafür wie und ob diese Aufgaben 
zu emern befriedigenden Ergebnis qeführt 
werden ? 
Sicher wurde schon manches erreicht, 
was der Verbesserung des Lebens der 
schaffenden Menschen zum Nutzen ge 
reicht. Diese Erfolge sollen uns Ansporn 
und Triebkraft zu neuem Vorwärtsschrei 
ten in dem vor uns liegenden Jahre sem. 
Wenn, nur um ein Beispiel anzuführen, 
m:t dem heutigen Tage das neue Jugend- 
arbeitsschutzgesetz in Kraft tritt, so ist 
Gewerkschaft eine Heimstatt sein kann 
für alle, die mit ehrlicher Zielsetzung und 
aufrichtigen Herzen in ihr und an ihr ar 
beiten wollen. 
Der Sinn unserer einheitlichen, der Ver 
besserung des Lebensstandardes aller 
Schaffenden dienenden Organisation wäre 
verfehlt, wenn sie gewissenlosen Schwät 
zern in die Hände fallen würde, nur des 
halb, weil Du, schaffende Jugend, nicht 
das Wagnis und den Mut aufbbrlngea 
würdest, frei und offen den Geist echter 
Mitverantwortung und rechtverstcmdenar 
Ordnung allerorts zu bekennen. Frei und 
unabhängig so& und muß Deine Gewerk 
schaft sein und bLeiben, wie bisher, und 
nicht zuletzt auch mit Deiner opferberei 
ten Mithilfe. Die einzige Abhängigkeit soll 
und muß jedoch darin bestehen, daß die 
ewiggültigen Gesetze der rechten Ord 
nung, dte naturgegeben und gottgewollt 
sind, anerkannt und nirgends durchbro 
chen werden. 
es zweifellos von größter Bedeutung für 
alle jungen Menschen, dieses neue Gesetz 
in seiner Durchführung mit unserem Gei 
st« zu erfüllen und somit zur lebendigen 
Wirklichkeit werden zu lassen. 
Ich möchte es mir heute ersparen, auf 
di« geleistete Arbeit des vergangenen 
Jahres im einzelnen einzugehen. 
Dagegen komme ich nicht daran vorbei, 
von dieser Stelle aus allen Funktionärtn" 
neu und Funktionären, allen Jungkollegin 
nen und -k oltegen in den Betriebs- und 
Ortsjugendgruppen recht herzlich zu dan 
ken für die treue und opferbereit« Mitar 
beit während des vergangenen Jahres. 
Nicht weniger herzlich danke ich aber 
auch den älteren Kolleginnen und Kolle 
gen unserer Organisation, die uns Jungen 
so oft mit Rat und Tat helfend zur Seite 
gestanden, und uns alle mögliche Unter 
stützung zuteil werden ließen. 
Ich darf mich dabei zum Sprecher aller 
jungen Menschen machen, die m einer 
Zahl von über 20 000 bei uns organisiert 
sind, wenn ich der Hoffnung Ausdruck 
verleihe, daß diese Unterstützung in dem 
neuen Jahre eine noch bessere werden 
möge. 
Jugend ist immer optimistisch und 
glaubt cm den Sieg des Guten. Es ist 
Aufgabe der älteren Generation, der Ju 
gend mit gutem Beispiel voranzugehen, 
damit diese Jugend auch mit einem un 
zerstörbaren Vertrauen und einer heihgen 
Achtung vor sich selbst und vor ihren 
Vorbildern in die Zukunft blicken kann. 
Wehe dem der eine solche Jugend noch 
einmal enttäuschen würde! 
Unser Dank gilt aber auch ah den Be 
hörden und Dienststellen, die uns trotz 
mancher Schwierigkeiten unseres jungen 
Staates oft bis zum Letrtmögbchen Unter 
stützung und Hilfe zuteil werden ließen. 
Niemand weiß es besser, als derjenige, 
der an verantwortlicher Stelle steht, wie 
schwer es manchmal war, diesen oder 
jenen Erfolg erreichen zu können. Sicher 
ist, daß mancher Fortschritt gebucht wer 
den konnte, sicher ist es aber auch, daß 
uns noch v eles zu tun übrig geblieben ist. 
Licht und Schatten, Erfolge und Mißer 
folge werden jedoch immer noturnotwen 
dig und in unmitteibarer Nähe zu finden 
se'n. Das darf und soll uns nicht ver- 
dr'eß’ich machen. 
Und wenn manche Kreise immer nur
	        

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