Title:
Philosophische Forschungswege
Creator:
Driesch, Hans
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-321569
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-321848
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Die Möglichkeitserwägung. 
die Embryologie als Geschehnis von der Anwesenheit von 
Sauerstoff —(ob stets ?) — „abhängig“. 
Was die realen Abhängigkeiten angeht, so ist in den 
vier „Induktions“regeln J, St. Mill’s, die bekanntlich 
in Anweisungen F. Bacon’s ihren Vorläufer haben, alles 
wesentliche gesagt, namentlich so weit es das Experi¬ 
ment, das heißt die bewußte, wenn möglich quantitativ 
bestimmte Änderung von „Bedingungen“ angeht. Das 
freilich geht vornehmlich den Forscher, nicht den Philo¬ 
sophen an. Denn nicht die einzelnen realen Abhängig¬ 
keiten sind ja des Philosophen Feld, sondern begriff¬ 
liche Abhängigkeiten in bezug auf Realia, so daß also 
für ihn das rein Logische und das Reale schließlich doch 
zusammenfallen, und zwar indem das Zweite in das Erste 
aufgeht. 
Der Philosoph, anders gesagt, formt ein Feld des Realen 
zum Begriff und fragt, zu welchen anderen, entweder rein 
logischen oder ebenfalls aus dem Realen heraus geborenen, 
Begriffen dieser jetzt vorliegende Begriff in irgendwelcher 
Abhängigkeit steht. 
Da findet er, um ganz Naheliegendes zunächst zu 
nennen, daß kein auf Realia gehender Satz die Grund¬ 
sätze der formalen Logik und der Arithmetik, im weite¬ 
sten Sinne des Wortes, verletzen darf. Er sollte auch 
finden, daß das hinsichtlich der Grundsätze der Geometrie 
als ,,Geo“metrie, d. h. als Raumes —(nicht als bloße Re- 
lations-)Lehre stattfinden muß. Denn echte „Raumes“- 
lehre ist ein ebenso elementares Gebilde inmitten reiner 
Bedeutungsgegenstände wie Syllogistik, Arithmetik, Far¬ 
bengeometrie. Die „allgemeine Relativitätstheorie“ als 
physikalische Theorie, nicht als mathematisch-schema¬ 
tische Formung, fällt damit als „unmöglich“. Denn alles, 
was logisch geschauten Essentiae widerspricht, ist eben
        

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