Title:
Die Krise des Idealismus
Creator:
Liebert, Arthur
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-319078
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-320073
geschichtlichen Lebens offenbart und betätigt. Aus 
diesem Grunde besteht ihre „Wahrheit“ auch nicht 
in einem ideellen Einheitsschema oder in einer ideel¬ 
len sittlichen Forderung, sondern nur in diesen diffe¬ 
renzierten Realitätsballungen und ihren unendlich 
verschiedenartigen, ganz uneinheitlichen Auswirkun¬ 
gen. Den Kern aber dieser zahllosen Ballungen bil¬ 
det nicht ein ideelles Streben zu einer verbindenden 
Einheit, sondern der rücksichtslose Wille, die in der 
einzelnen Gruppe oder Lage vorhandenen Möglichkei¬ 
ten und Kräfte, unbekümmert um den Stand und Zu¬ 
stand in den übrigen Macht- und Interessengruppen, 
zur Entladung und Durchsetzung zu bringen. Dieser 
ungeheure Wandel in unseren Vorstellungen vom 
\^esen und Werden des geschichtlichen Lebens ist na¬ 
türlich nicht dazu angetan den — optimistischen. 
noch von Hegel so stark genährten — Glauben an ei¬ 
nen einheitlichen, weil in einem einheitlichen Sinn 
sich vollziehenden, von der Vernunft getragenen Auf¬ 
bau der Geschichte zu stützen. Im Gegenteil: Dieser 
Glauben wird als das Zeugnis einer traumseligen und 
der herben Wirklichkeit der Geschichte widerspre¬ 
chenden Lebensfremdheit des Idealismus verurteilt. 
h) Antiidealistische Tendenzen 
in der modernen Psychologie. 
Verfolgen wir nun des Genaueren, wie sich der 
Kampf gegen den Idealismus von der Seite der Ein¬ 
zelwissenschaften aus gestaltet. Aber auch bei dieser 
Schilderung nehmen wir jetzt nur die Haltung des 
Berichterstatters, nicht die des Richters ein. 
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