Title:
Zur Lehre vom Gemüt
Creator:
Rehmke, Johannes
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-288253
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-289096
Zur Lehre vom Gemüt. 
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von dem übrigen Gegenständlichen des betreffenden Augen¬ 
blickes mit bedingt ist. 
Während nun die Stimmung ebenso, wie das „Gefühl“, 
doch in sich auch ein maßgebendes Gegenständliches für ihrZu- 
ständliches aufweist, läßt sich bei der Stimmung nicht, wie 
beim „Gefühl“, unter ihrem übrigen Gegenständlichen noch 
besonderes feststellen, das die Bezeichnung „begleitendes“ in 
jenem Sinne bekommen könnte, wie wir die Körperempfindung 
das „begleitende“ Gegenständliche im „Gefühl“ nennen müssen. 
Wollte man also ebenfalls von einer „Färbung“ der Stim¬ 
mung reden, wie man von der Färbung des Gefühls gesprochen 
hat, so würde sich nichts Besonderes finden, an das man sich 
halten könnte. Denn aus dem Gegenständlichen der Stimmung 
hebt sich für unsere untersuchende Betrachtung außer der 
Körperempfindung als dem „maßgebenden“ Gegenständlichen 
nicht noch anderes besonderes Gegenständliches heraus, das 
sich jederzeit in dem, was wir Stimmung nennen, als mit¬ 
bedingendes Gegenständliches fände. 
Als besonderes unterscheidendes Kennzeichen der Stimmung 
gegenüber dem „Gefühl“ läßt sich nunmehr feststellen, daß die 
Stimmung zum maßgebenden Gegenständlichen Körper¬ 
empfindung hat, während im „Gefühl“ Körperempfindung das 
„begleitende“ Gegenständliche ist. Diese Bestimmung erweist 
sich durch die Tatsachen des Seelenlebens als durchaus ge¬ 
rechtfertigt, und es ist ja nur der Niederschlag der all¬ 
gemeinen Erfahrung, wenn es heißt, daß die Stimmung stets 
von dem „körperlichen Befinden“ abhängig sei; denn was 
man hier das „körperliche Befinden“ zu nennen pflegt, trifft 
genau das, was wir mit „Körperempfindung“ bezeichnen. 
Durch die beiden Kennzeichen, daß einmal dem Bewußt¬ 
sein selbst unter dem verschiedenen Gegenständlichenin seiner 
Stimmung nichts als ein mit dem Zuständlichen dieser Stim¬ 
mung hervorragend verknüpftes unmittelbar heraustritt und daß 
ferner von dem verschiedenen Gegenständlichen in der Stim¬ 
mung die „Körperempfindung“ doch das tatsächlich für das 
Zuständliche in der Stimmung maß geben de Gegenständliche 
ist, unterscheidet sich Stimmung klar und deutlich von „Ge¬ 
fühl“; in der Stimmung also ist ausnahmslos, in dem
        

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