Title:
Zur Lehre vom Gemüt
Creator:
Rehmke, Johannes
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-288253
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-288917
Zur Lehre vom Gemüt. 
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Gegenständlichen und dem Zuständlichen seines Bewußtseins¬ 
augenblicks zu erörtern. 
In der Einheit, die der einzelne Bewußtseinsaugenblick 
darstellt, haben wir schon die Zusammengehörigkeit des in 
dieser Augenblickeinheit, abgesehen von dem maßgebenden 
Gegenständlichen, gegebenen anderen Gegenständlichen über¬ 
haupt mit der Lust und Unlust dieses Bewußtseinsaugenblicks 
festgestellt (s. S. 39 ff.). Aus diesem Gegenständlichen nun 
hebt sich das von uns als das „begleitende“ Gegenständliche 
im „Gefühl“ Bezeichnete noch in besonderer Zusammengehörig¬ 
keit mit dem „maßgebenden“ Gegenständlichen heraus, wo¬ 
durch es dann auch ein für das in demselben Bewußtseins¬ 
augenblicke gegebene Gefühl wichtigerer Umstand wird, als das 
etwa sonst noch sich findende übrige Gegenständliche (außer 
dem „maßgebenden“) dieser Augenblickeinheit. Die Tatsache 
eines solchen besonderen Zusammens in einem Bewußtseins¬ 
augenblick ist ja unleugbar; es kommt also nur noch in Frage, 
wodurch die „begleitende“ Körperempfindung des „Gefühls“, 
z. B. des Zahnschmerzes, des Hungers, des Ekels, der „ästhe¬ 
tischen“ Freude, der Hoffnung, der Langeweile, der Angst, des 
Hasses, des Neides usf. ihrerseits bedingt ist. Zwei Möglich¬ 
keiten liegen vor: Diese Empfindungen sind hervorgerufen ent¬ 
weder unmittelbar durch das Gegenständliche, das, als im 
Blickpunkt des Bewußtseins gelegen, das „maßgebende“ für 
das Gefühl ist, oder unmittelbar durch einen physiologi¬ 
schen Vorgang, der seinerseits wieder durch den, die Be¬ 
dingung für das „maßgebende“ Gegenständliche ausmachenden 
physiologischen Vorgang bedingt ist. Für welche von beiden 
Möglichkeiten man sich auch entscheiden mag, die not¬ 
wendige Verknüpfung des maßgebenden Gegenständlichen 
und der „begleitenden“ Körperempfindung ist in jedem Falle 
damit anerkannt, und darauf kommt es uns hier an. Dadurch 
wird eben verständlich, daß die „begleitenden“ Körper¬ 
empfindungen mit dem „maßgebenden“ Gegenständlichen und 
der Lust oder Unlust ein besonderes Zusammen im Bewußt¬ 
sein bilden können, von dem das sonstige Gegenständliche 
des Bewußtseinsaugenblickes als mitlaufendes Gegenständ¬ 
liches sich abhebt.
        

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