Title:
Forschungsaufgabe Industriekultur
Creator:
Herrmann, Hans-Walter Hudemann, Rainer König, Alexander
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-156654
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-156775
Industriekultur des Saarreviers im Vergleich 
Rainer Hudemann 
"Zukunft gewinnt nur, wer Vergangenheit kennt. Den Wirtschaftsstandort 
Saarland für die Zukunft innovationsfähig und populär zu machen, hat in der 
Auseinandersetzung mit der industriellen Vergangenheit eine unersetzbare 
Voraussetzung." Mit diesen Sätzen leitete die von der Landesregierung im 
Januar 2000 eingesetzte Expertenkommission IndustrieKultur Saar den Ab¬ 
schnitt "Der historische Gehalt der Industriekultur" ihres Abschlussberichtes ein. 
"Ziel der Landesregierung ist es, die Industriekultur weit mehr als bisher in den 
Mittelpunkt der Kulturpolitik und der Wirtschaftspolitik zu rücken", hieß es in 
der Vorlage an den Ministerrat für die Berufung dieser Kommission.! 
Damit ist der Rahmen abgesteckt für eine Diskussion, die in den letzten Jahren 
an der Saar wie in anderen Industrieregionen öffentlich intensiv geführt wurde: 
die Frage nach der Bedeutung der Schwerindustrie in der Zeit ihres Niedergan¬ 
ges und nach den künftigen Funktionen ihrer industriekulturellen Relikte im 
Saarland zu Beginn des neuen Jahrtausends.J Angesichts der finanziellen Notla¬ 
ge des Landes steht die Wirtschaftsförderung im Vordergrund der öffentlichen 
Debatte und der politischen Maßnahmen. Dabei soll zugleich für die Kultur¬ 
politik ein unterstützendes Umfeld entstehen. Wie Juan Manuel Wagner im 
folgenden aus geografischer Perspektive begründet, eröffnen nur neue Aufgaben 
eine Chance, Industriedenkmäler langfristig zu erhalten. 
Es geht aber um mehr als um die Revitalisierung industriekultureller Relikte. Die 
wissenschaftliche und mehr noch die öffentliche Diskussion um die Industrie¬ 
kultur an der Saar hat sich lange Jahre vorrangig mit dem Land selbst, in seinen 
heutigen politischen Grenzen, beschäftigt. Schwerpunktmäßig galt das Interesse 
der Forschung bis in jüngere Zeit dem 19. Jahrhundert und der Hochindu¬ 
strialisierung, in methodischer Hinsicht der Technik- und Betriebsgeschichte, 
und auch sie löste sich nur selten von der geografischen Begrenzung. Metho¬ 
disch neue Wege eröffneten besonders die von Richard van Dülmen angeregten 
Arbeiten, denen er als Konzept zugrunde legte: "Unter Industriekultur verstehen 
1 IndustrieKultur Saar. Der Bericht der Kommission, Hg. von der Staatskanzlei, Saar¬ 
brücken 2000, S.13. 
2 Im Ausstellungsbereich siehe hierzu beispielsweise: Industrie, Menschen, Bilder. Ansich¬ 
ten aus der saarländischen Industneregion, hrsg. vom Historischen Museum Saar. Saar¬ 
brücken 1996; Eisen - Fer. Katalog zur Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. 
Europäisches Zent mm für Kunst und Industriekultur, hrsg. von Meinrad Maria Grewenig. 
Ostfildern-Ruit 2000. Unter den Verbandsbilanzen: Wirtschaft zwischen den Grenzen. 100 
Jahre Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, hrsg. von der Industrie- und Handels¬ 
kammer des Saarlandes. Saarbrücken 1964; Philipp W. Fabry, Bauen im Grenzland an der 
Saar. 100 Jahre Einheitsverband der Bauindustrie und des Bauhandwerks 1899-1999. Saar¬ 
brücken 1999. 
11
        

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