Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-112648
jenes Rudolf vermittelt, der Bruder Graf Bertholds von Zähringen sowie des 
Konrad und des Albrecht gewesen sei43; dieser Namürer Graf Heinrich sei Sohn des 
Namürer Grafen Gottfried von dessen zweiter und edlerer, ja frommerer Gattin 
Ermesinde gewesen, der Schwester Graf Wilhelms von Luxemburg; Graf Heinrich 
habe noch drei Schwestern gehabt, von denen die erste [jene] Herzogin [Clementia] 
von Zähringen gewesen sei, die den Lütticher Bischof Rudolf sowie den Herzog 
Berthold und deren Brüder Konrad und Albert geboren habe44. Aus den Annalen 
Reiners von Lüttich zu 1217 ist die zähringische Verwandtschaft ebenfalls 
bekannt45. Insofern ist die Personengleichheit der beiden Namürer Heinriche vom 
Wissen des Autors her gesichert, auch wenn nicht jeder seiner Leser sofort diesen 
Zusammenhang würde erkennen können. 
Zurück zu Alberichs Jahresbericht über das Jahr 1193! Hier wird exkursartig nach 
der Nachricht über den Auskauf Ottos von Burgund festgehalten, die Balduin- 
Söhne hätten den Grafen von Bar mit einer jährlichen Geldzahlung zufriedenge¬ 
stellt und auf diese Weise den Widerspruch in Sachen Namürs friedlich bereinigt46. 
Damit sind wir beim eigentlichen Erbe einer „Ermesinde von Namür“47, und 
hiermit ist der überlieferte Vertragstext zu vergleichen. In ihm wird unter vielem 
anderen tatsächlich das flandrische Zugeständnis einer alljährlichen Geldsumme 
festgehalten, und zwar in der verblüffenden Höhe von 500 Pfund der Münze von 
Valenciennes, radiziert auf nicht näher bezeichnete Ländereien48; bei der Erneue¬ 
rung des Dinanter Friedens 1223 sollten es gar 700 Pfund sein49. 
Der beidemal verwandte Terminus librata terre bezeichnet gewöhnlich allerdings 
weniger die Summe als solche denn die Menge Landes, die jährlich 1 Pfund als 
43 Apud Leodium hoc anno electus est in episcopum Rodulfus, frater Bertoldi Cyringie ducis, et 
Conrardi et Alberti, mediante avunculo suo comite Namucensi Henrico. Qui Rodulfus . . .; ebd. zu 
1168, S. 850, Z. 47f. - Zum Folgenden vgl. die beiliegende genealogische Tafel. 
44 . . . comes Godefridus Namucensis duxit secundam uxorem genere nobiliorem et vita sanctiorem, 
videlicet Ermensendem, sororem comitis Guilelmi de Luscelenburg, et genuit ex ea iam prelibatam 
comitem Henricum Namucensem et tres sorores germanas eiusdem. Prima fuit ducissa Cyringie, que 
peperit Radulphum Leodiensem episcopum, ducem Bertoldum et Conradum et Albertum, fratres 
eorum. Dux iste Bertholdus . . ebd. S. 851, Z. 34-39, 
45 Reineri Annales, ed. von G. H. Pertz, in: MGH SS 16 (1859), S. 676, Z. 26-33; dazu unten nach 
Anm. 47. 
46 . . . in Ardenna. Pro reclamatione quoque Namuci facta pax est inter eum et fdios comitis Balduini 
per quandam summam argenti, que dabatur comiti barri per annos singulos. Per eiusdem . . 
Chronica Albrici interpolata, S. 870f. 
47 Reineri Annales zu 1214, S. 670, Z. 51-55, S. 671, Z. lf. und 48ff. sowie S. 672, Z. 4ff.; zu 1217 S. 
676, Z. 32f. 
48 [7.] Preterea sciendum est, quod Balduinus, comes Flandrie, dedit Theobaldo, comiti Barrensi, 
quingentas libratas terre Valencenensis monete, ita videlicet . . .; UQB.l, 1935 (wie Anm. 22), S. 
775, Nr. 550 = Prevenier (wie Anm. 13), S. 255, beide aus derselben abschriftlichen Überliefe¬ 
rung. 
49 [7.] Preterea septingentas libratas terre, quas bone memorie Balduinus, pater domine mee Iohanne, 
Flandrie et Hanoie [!] comitisse, dederat Theobaldo, comiti Barrensi, et domine Ermensendi, tune 
temporis uxori sue, et quam . . .; UQB. 2 (wie Anm. 22), S. 164 aus Orig, von 1223 III 13 zu 
Dinant. 
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