Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-112562
weitschweifigere Formulierung . . . infringere . . presumpserit anathema sit et . . . 
in einer Urkunde Erzbischof Hillins von 1157 für Eberhardsklausen51. Schon 
Erzbischof Egbert hatte zwei wichtige Objekte seines Schatzes mit dem Anathem 
geschützt und dabei Formulierungen benutzt, die trotz anderer Umstände sehr nahe 
an der Urkundensprache lagen52. Der Gebrauch der Fluchformel, in Urkundenin¬ 
schriften nur im 12. Jahrhundert und mit einem Beispiel 1266 belegt53, steht also in 
verschiedenen Trierer Traditionen, sowohl der Urkunden als auch der Inschriften 
selbst. 
* 
In dem bedauerlichen Zustand der Inschrift vermutete Sternberg54 nicht das Wirken 
jugendlichen Mutwillens oder gar eines kundigen Menschen, der Heiliges und 
Profanes scheiden wollte, sondern die Hände unwilliger Trierer Bürger, denen die 
Zollbestimmungen ein Dorn im Auge gewesen seien „ (die Zerstörung) scheint aber 
auch nicht mit Steinmetzenwerkzeugen durch eine geübte Hand, sondern auf 
tumultuarische Weise geschehen zu sein!“ Noch jüngere Forschung sah die 
Zerstörung in den Streitigkeiten zwischen Stadt und erzbischöflichem Stadtherrn 
begründet55. In der abgeschirmten Domfreiheit könnte das kaum ohne große 
Aufregung und Aufzeichnung etwa in den „Gesta Treverorum“ geschehen sein, 
jedenfalls nicht zu einer Zeit, als diese Bestimmungen noch relevant waren. Das 
Trierer Stadtrecht von ca. 1190 setzte neue Maßstäbe, auch ein Grund, die Inschrift, 
nicht zu weit ans Jahrhundertende zu setzen56. Somit wären jene inschriftlichen 
Zollsätze aus der Mitte des 12. Jahrhunderts schnell überholt gewesen und 
schlichtweg dem Zahn der Zeit und der Ignoranz der Jahrhunderte anheimgefallen, 
unbeachtet, weil nicht relevant und kaum lesbar, bis vor die Mitte des 19. 
Jahrhunderts im Dornröschenschlaf versunken, damals nicht verstanden, heute 
wenig verstanden - Nos Trevirenses et advenae non anathema esse volumus. 
51 Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien I, bearb. von H. Beyer, Koblenz 
1860, Nr. 603. 
52 KRAUS (wie Anm. 13), S. 172 Nr. 353, S. 212f Nr. 457. 
53 Vgl. MÜLLER (wie Anm. 3), Nr. 6, 13, 14, 30. 
54 Vgl. Anm. 13. 
55 Wie Kraus (wie Anm. 13), noch Müller (wie Anm. 3) Nr. 20. 
56 Vgl. bei Rudolph / Kentenich (wie Anm. 10), Nr. 1 S. 4f., darin auch Kölner mit anderen 
Kaufleuten genannt: Ungeachtet der Waren zahlten sie von jedem Schiff 8 Pfennige. 
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