Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-112432
Untersuchung des Zollvertrages von 1149 forderte Stehkämper freilich „eine 
eingehendere Behandlung“ der Trierer Inschrift4. Bei ihr kommt als Schwierigkeit 
hinzu, daß anders als bei den Urkundeninschriften an den drei rheinischen 
Kaiserdomen die Textfassung extrem unsicher blieb, weil keine alte Abschrift oder 
gar Diplom-Fassung überliefert ist und der heute vorhandene Buchstabenbestand 
der Inschrift noch hinter den Erhaltungsgrad zur Zeit von Sternberg und Kraus 
zurückfällt5. 
Der Jubilar hat sich nicht nur mit Stadt- und Wirtschaftsgeschichte beschäftigt6, 
sondern vor einiger Zeit auch über die Edition von Inschriften nachgedacht7 und in 
Verhandlungen mit der Mainzer Arbeitsstelle des deutschen Inschriftenunterneh¬ 
mens auch für die Überlassung von bereits in den 60er Jahren von Marie-Luise 
Hauck für die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde gesammeltem Inschrif¬ 
tenmaterial gesorgt. Dieser Beitrag möge ihm also zwei nur scheinbar weit 
auseinanderliegende Tätigkeitsfelder ins Gedächtnis rufen und ein Unternehmen 
der Quellenpublikation in Erinnerung bringen, dessen Bedeutung für die Landesge¬ 
schichte ihm selbst wohl, vielen anderen jedoch weniger bekannt geworden ist8. 
Es kann nicht Aufgabe dieses Beitrages sein, die wirtschaftlichen Beziehungen der 
Städte Trier und Köln en Detail zu betrachten9 noch in die Diskussion um die 
Gemeindebildung beider Städte einzugreifen. In dem Kölner Weistum von 1149 
hatten sich Kölner Kaufleute vor dem Gericht des erzbischöflichen Stadtherrn 
verpflichtet, die detailliert festgeschriebenen Zollsätze für Trierer Kaufleute in 
Köln, die offenbar von erzbischöflichen Zollpächtern bedroht waren, zu garantie¬ 
ren. Die Trierer Urkunde, eine Kölner Fassung ist nicht bekannt, geht sogar noch 
weiter und enthält einen Zusatz in kleinerer Schrift unter der langen Zeugenliste: 
Darin wird eine Einung der beiden Kaufmannschaften ohne Berücksichtigung ihrer 
Stadtherren beschworen, die wenigstens versucht, den Kaufmann in der Fremde 
besser zu schützen, und zwar wechselseitig durch den Verzicht auf Kampfansage 
und damit Herausforderung zum Zweikampf wegen Schulden10. Auf den ersten 
Blick scheint es sich bei der Trierer Inschrift und der Trierer-Kölner Urkunde um 
zwei völlig verschiedene Angelegenheiten zu handeln, was auch schon im 
unterschiedlichen Umfang der Texte augenfällig wird. Aber auch der verstümmelte 
Trierer Text gestattet im ersten Ausblick die Feststellung von Gemeinsamkeiten: In 
4 Wie oben Anm. 2, S. 130 Anm. 108. 
5 Vgl. die Belege unten S. 53ff. 
6 Vgl. die Bibliographie des Jubilars. 
7 H.-W. Herrmann, Die Sammlung der mittelalterlichen Inschriften (zu Eugen Meyers „Plan eines 
Rheinischen Inschriftenwerkes“), in: 25 Jahre Kommission für Saarländische Landesgeschichte und 
Volksforschung 1952-1977. Gründung, Aufbau, Tätigkeit, Saarbrücken 1977, S. 50-54. 
8 Der Vf. bereitet z. Z. die Publikation der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften der Stadt 
Trier für die Edition in „Die Deutschen Inschriften“, verlegt beim Dr. Ludwig Reichert Verlag in 
Wiesbaden, vor. 
9 Vgl. H. Bächtold, Der norddeutsche Handel im 12. und beginnenden 13. Jahrhundert (Abh. zur 
mittleren und neueren Geschichte Bd. 21), Berlin / Leipzig 1910, S. 68, 81-83. 
10 Der Text ist zu finden in Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der rheinischen Städte. 
Kurtrierische Städte I. Trier, ges. u. hrsg. von F. RUDOLPH mit einer Einleitung von G. KENTENICH 
(Publ. d. Gesellschaft für Rhein. Geschichtskunde Bd. 29), Bonn 1915, S. 273f.; vgl. auch 
Stehkämper (wie Anm. 2), S. 128ff., 135. 
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