Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-112419
Rüdiger Fuchs 
das „Privileg der Kölner Kaufleute“ an der Westfassade des 
TRIERER DOMES 
Wenigstens indirekt haben die Beziehungen zwischen den Kaufmannschaften 
Kölns und Triers in der historischen Forschung der letzten Jahre verstärkte 
Aufmerksamkeit gefunden. An der Datierung der Stadtsiegel des 12Jahrhunderts 
entzündete sich ein mit Verve gefochtener Streit;1 die dafür in Anspruch genomme¬ 
ne Köln-Trierer Urkunde von 1149 konnte aber erstaunlicherweise auch den 
Ausgangspunkt für neue Ergebnisse zur Ausbildung der Kölner Kommune liefern2. 
Nur wenig wurde hingegen eine Quelle beachtet, die inhaltlich nicht weit von 
jenem erwähnten Zollvertrag zwischen Köln und Trier entfernt liegt und möglicher¬ 
weise ihm auch zeitlich nahekommt: die sogenannte Kaufleute-Inschrift an der 
Westfassade des Trierer Domes. Die geringe Resonanz, die jener vorzustellende 
Text gefunden hat, ist nicht verwunderlich, da Inschriften meist nur in spektakulä¬ 
ren Fällen als relevant für die Stadtgeschichtsforschung erkannt wurden3. In seiner 
1 Den Friihdatierungen des Trierer Siegels durch H. HORSTMANN und anderer rheinischer Siegel durch 
Toni Diederich und Manfred Groten hatte Hermann JAKOBS heftig widersprochen und ist durch 
eine siegelpaläographische Untersuchung von Harald DröS weitgehend bestätigt worden. Hier nur die 
wichtigsten Veröffentlichungen: H. Horstmann, Das Trierer Stadtsiegel und die Anfänge der Trierer 
Selbstverwaltung, in: Trier. Ein Zentrum abendländischer Kultur (Rhein. Ver, f. Denkmalschutz und 
Heimatpflege Jg. 1952), Neuss 1952, S. 79-92; ders., Köln, Trier oder Aachen? Zur Frage des ältesten 
deutschen Stadtsiegels, in: Nassauische Annalen 81 (1970), S. 237-241; T. DIEDERICH, Rheinische 
Städtesiegel (Jb. des Rhein. Ver. f. Denkmalpflege und Landschaftsschutz 1984/85), Neuss 1984, S. 
333-338; M. Groten, Studien zur Frühgeschichte deutscher Stadtsiegel. Trier, Köln, Mainz, Aachen, 
Soest, in: Archiv für Diplomatik 31 (1985), S. 443-478; zuletzt H. Jakobs, Nochmals Eugen III. und 
die Anfänge europäischer Stadtsiegel, in: Archiv für Diplomatik 39 (1993), S. 85-148 mit 
ausführlicher Diskussion der Forschung; H. DröS, Siegelepigraphik im Umfeld des ältesten Kölner 
Stadtsiegels, in: ebd., S. 149-199. 
2 Vgl. H. STEHKÄMPER, . .. ut unus essemus populus. Das älteste deutsche Städteabkommen zwischen 
Köln und Trier von 1149, in: Festschrift für Franz-Josef Heyen - Jb. f. westdeutsche Landesgeschich¬ 
te 19 (1993), S. 105-136; S. 125 zur Größe des Siegelabdruckes, die nicht mit dem des Trierer 
Stadtsiegels übereinstimmt. 
3 Eine löbliche Ausnahme bei K. Schulz, Zensualität und Stadtentwicklung im 11 ./12,Jahrhundert, in: 
ß. Diestelkamp (Hg.), Beiträge zum hochmittelalterlichen Städtewesen (Städteforschung Reihe A: 
Darstellungen 11), Köln 1982, S. 85ff. zur Inschrift des Wormser Nordportales, vgl. Die Inschriften 
der Stadt Worms, gesammelt u. bearbeitet von R. FUCHS (Die Deutschen Inschriften Bd. 29) 
Wiesbaden 1991, Nr. 26f. Vgl. auch W. Müller, Urkundeninschriften des deutschen Mittelalters 
(Münchner Historische Studien, Abt. geschichtl. Hilfswissenschaften Bd. 13), Kallmünz / Opf. 1975, 
Nr. 2, 5, lOf. zu inschriftlichen Privilegien an den drei rheinischen Kaiserdomen in Speyer, Mainz und 
Worms. 
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