Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-115600
Saarbrücken“, „Bergamtsbezirk Saarbrücken“, zumal sie nur Teile der Saarregion 
bezeichneten. Aufzumerken ist jedoch immer dann, wenn von den „südlichen 
preußischen Rheinkreisen“ oder von den „südlichen Kreisen des Regierungsbezirks 
Trier“ die Rede ist4, weil sich bereits hierin die besondere Gewichtung der Region 
zeigen kann. 
Ersten Aufschluß mag die im Anhang abgedruckte Zusammenstellung von Nennun¬ 
gen bis 1870 geben, d. h. bis zum Beginn der Hochindustrialisierung an der Saar5. 
Bei aller, auf den ersten Blick großen Vielfalt läßt sich bei näherer Betrachtung 
doch strukturieren. Auffallend, aber letzten Endes nicht verwunderlich ist, daß die 
weit überwiegende Zahl der Autoren sich an dem Hauptort der Saargegend 
orientierte, der Stadt Saarbrücken6, die mit dem auf der östlichen Saarseite 
liegenden St. Johann von altersher eine Doppelstadt bildete. Auch sonst ist bis nach 
1900 zu beobachten, daß sich die Titelgebung sehr stark an Ortsnamen anlehnte7. 
Saarbrücken war einst Mittelpunkt der Grafschaft Nassau-Saarbrücken gewesen, 
dann in französischer Zeit bis 1814 allerdings nur Sitz eines Arrondissements im 
Saardepartement mit seiner Hauptstadt Trier. Im Verlauf der Industrialisierung 
wuchsen der Stadt immer mehr zentrale Funktionen zu. 1909 vereinigten sich die 
Doppelstadt Saarbriicken-St. Johann und das benachbarte Malstatt-Burbach zur 
Großstadt Saarbrücken. 
Der Bereich, den man umschreiben wollte, wird in Verbindung mit dem Stadtna¬ 
men Saarbrücken, auch in Verbindung mit St. Johann, mit den unterschiedlichsten 
Begriffen belegt: Bezirk, Umgegend, Gegend, Revier, Distrikt, Becken, Land8, oder 
man formuliert bei-, von-, zu Saarbrücken. Ganz vereinzelt steht „im Saarbrücki- 
schen“ (1864). Besonders festgehalten werden muß der Versuch, auch die im Osten 
unmittelbar anschließenden bayerischen Gebiete mit zu berücksichtigen (1847, 
4 Gemeint sind die Kreise Saarbrücken Stadt und Land, Ottweiler, Saarlouis und Merzig, noch nicht der 
Kreis St. Wendel, 
5 Um für die Zeit bis etwa 1935 quantitativ auf eine einigermaßen tragfähige Grundlage zu kommen, 
wurde auf die Titelgebung von Veröffentlichungen zurückgegriffen. Benutzt wurde für die Zeit bis 
nach 1900; A. Hablacher, Literatur über das Industriegebiet an der Saar, 2. Aufl, (Mitteilungen des 
Historischen Vereins für die Saargegend, H. 10), Saarbrücken 1910 (für die spätere Zeit vgl. Anm. 
36). - Die Risiken des Verfahrens sind mir wohl bewußt, doch scheinen sie mir nicht so gravierend, 
daß das Ergebnis verfälscht worden wäre. Zu den Risiken gehörten z.B. das mögliche Übergewicht 
von Bergbauliteratur; auch ist es nicht unerheblich, wer von dem Gebiet spricht, einheimischer oder 
auswärtiger Autor; ferner wäre zu unterscheiden, ob ein Verfasser von seinem zeitgenössischen Raum 
spricht oder von dem der Vergangenheit. 
6 Verwiesen sei auf den Deutschen Städteatlas, Lief. II, Nr. 13: Saarbrücken, bearb. v. H. Klein, 
Dortmund 1979 (2. Aufl. 1990); H. KLEIN, Saarbrücken - territoriales und wirtschaftliches Zentrum 
der Saar,in: BlldtLG 111, 1975, S. 138 ff.; H.- W. Herrmann, Gedanken zum Aufstieg Saarbrük- 
kens,in: Saarbrücker Hefte 9, 1959, S. 7 ff.; H.-W. Herrmann, Saarbrücken - Stadt an der Grenze,in: 
Stadt an der Grenze. 26. Arbeitstagung des Süd westdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsfor¬ 
schung in Miltenberg 13.-15.11.1987, hg. v. B. KlRCHGÄSSNER u. W. O. KELLER, Sigmaringen 1990, 
S. 119 ff. 
7 Im Abschnitt „Zeitungen, Kalender, Adreßbücher“ etc. führt HAßLACHER (wie Anm. 5), S. 5 ff. 79 
Titel auf. Davon sind 34 nach Ortsnamen gebildet, 12 nach politischen Gebilden, z.B. Kreisen, 12 
nach Flüssen, Gegenden etc. 
8 Die beiden Belege betreffen Veröffentlichungen von W. SCHMITZ über die Saargeschichte bis 1815 
bzw. die 50Jahrfeiem von 1865, meinen demnach nicht unbedingt ein zeitgenössisches Gebiet. 
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