Title:
Zwischen Saar und Mosel
Creator:
Haubrichs, Wolfgang
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-111761
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-114698
Heinz-Otto Sieburg 
die Saar-Region im Zeitalter der französischen Revolution und 
Napoleons (1789-1815)1 
I. 1789-1792 
Am Vorabend der Französischen Revolution war der Saar-Raum territorial außer¬ 
ordentlich differenziert gegliedert und das Bild seiner politischen Geographie sehr 
verschieden von den vertrauten Konturen, die sich dem Betrachter beim Blick auf 
die Landkarte des heutigen Saarlandes darbieten2. Zunächst einmal teilten sich zwei 
Großstaaten in den Besitz der Gebiete an der Saar, nämlich das Heilige Römische 
Reich deutscher Nation und das Königreich Frankreich. Schwerpunkt des französi¬ 
schen Teiles der Saarregion3 war die zwischen 1680 und 1686 erbaute Festung 
Saarlouis4. Zu ihrem Umfeld gehörten die Abtei Wadgassen, der Ort Wallerfangen 
(Vaudrevange) sowie die Herrschaften von Fraulautern und Fremersdorf. Zwischen 
Metz und Saarlouis bildete sich naturgemäß eine enge verwaltungstechnische, 
wirtschaftliche und kulturelle Verbindung aus. Die „Bailliage de Sarrelouis“ stellte 
eine französische Exklave dar, die ringsum von deutschem Gebiet umgeben war. 
1 Der nachfolgende Aufsatz stellt einen Extrakt aus einem umfangreichen Handbuchbeitrag dar. der 
bereits Anfang 1988 unter dem Titel „Die Saargegend im Zeitalter der Französischen Revolution und 
Napoleons (1789-1815)“ fertiggestellt wurde, aber noch nicht in Band 3 der „Geschichtlichen 
Landeskunde des Saarlandes“ (hrsg. von K. HOPPSTÄDTERt und H.-W. Herrmann unter Mitwirkung 
von H. Klein) erscheinen konnte, weil der Druck dieses Bandes wegen des immer noch nicht 
vorliegenden Beitrages über den Zeitraum von 1815 bis 1914 seit nunmehr sechs Jahren auf sich 
warten läßt: Bd. 1: Saarbrücken 1960, Bd. 2: Saarbrücken 1977. 
2 Vgl. dazu die Karte „Territoriale Gliederung der Saargegend im Jahre 1789“ im Kartenanhang zu 
„Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes“ (wie Anm. 1) Bd. 2. Bei dieser Karte handelt es sich 
um einen Ausschnitt aus den Karten VI und VII des „Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz“ (hrsg. 
von der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde). Einen textlichen Gesamtüberblick der 
politischen Geographie der Saarregion vor 1789 enthält das einleitende Kapitel von F. Ecker, Das 
Saargebiet und die französische Revolution 1789-1801, in: MHV Heft 18 (Saarbrücken 1929), 
S. 7-24. 
3 Zu den nachstehenden Ausführungen über Französisch-Saarlothringen vgl. J. A. LESOURD, La 
Lorraine dans l’unité française 1789-1871, Wittolsheim o.J., S. 5 ff. und M. PARISSE, Histoire de la 
Lorraine, Toulouse 1977; außerdem: Lothringen - Geschichte eines Grenzlandes (bearbeitet von 
H.-W. Herrmann), Saarbrücken 1984. Den Abschnitt „Revolution und Kaiserreich Napoleons“, 
S. 382-392, bearbeitete F. Roth. Über die Archivsituation Französisch-Saarlothringens informiert 
F. Eyer, Saarländische Betreffe des Departement-Archivs Meurthe-et-Moselle in Nancy, Saarbrücken 
1976. 
4 Den neuesten Forschungsstand zur Geschichte von Saarlouis enthält: Beiträge zur Geschichte der 
frühneuzeitlichen Garnisons- und Festungsstadt. Referate und Ergebnisse der Diskussion eines 
Kolloquiums in Saartouis vom 24.-27. 6. 1980 (zusammengestellt von H.-W. HERRMANN und 
F. Irsigler), Saarbrücken 1983. 
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