Title:
"Deutsch die Saar, immerdar!"
Creator:
Becker, Frank G.
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-175661
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-179776
Buchhandel. Infolgedessen verlief der Absatz der 5.000 Exemplare nur sehr schlep¬ 
pend; für die letzten 2.000 Bücher brauchte Vogel ganze fünf Jahre19. 
* * * 
Offizieller Schlußpunkt der politischen Arbeit des Bundes der Saarvereine war 
dessen Jahrestagung Ende März 1935 in Saarbrücken20. Erstmals verzichtete man bei 
einer Bundestagung auf die sonst obligatorische öffentliche Massenkundgebung. Die 
Wiedersehensfeier verlief nicht nur im Vergleich zu den beiden Staatsakten der 
vergangenen Jahre unspektakulär, was den Beobachter des Auswärtigen Amtes zu 
der Feststellung veranlaßte, daß sie bei ihm keinen besonderen Eindruck hinterlassen 
habe21. Die Resonanz auf die Einladung zur Vertreterversammlung am vorletzten 
Märzwochenende war gewaltig; 268 Ortsgruppen waren durch Delegierte und 
selbständige Obleute repräsentiert, wobei zahlreiche Ortsverbände ihre Beteiligung 
von einem Fahrgeldzuschuß abhängig machten. Von seiten der Behörden und der 
Partei hingegen wurde kaum Interesse bekundet; zwar nahmen Voigt und Neikes 
offiziell an den verschiedenen Sitzungen teil und es gingen wieder zahlreiche Begrü¬ 
ßungsschreiben der Ministerien ein, aber die Reichskanzlei hielt es schon nicht mehr 
für notwendig, Geleitworte zu übersenden. Reichskommissar Biirckel dankte dem 
Bund schriftlich für die geleistete Arbeit, verzichtete allerdings darauf, einen Stell¬ 
vertreter zu entsenden. 
Die Delegiertenversammlung im Festsaal des Saarbrücker Rathauses begann mit der 
kontovers geführten Debatte über die Zukunft des Bundes. Ein Teil der „Saar¬ 
freunde“ hielt die Organisation für nicht weiter lebensfähig und riet zur Auflösung, 
andere Redner plädierten dafür, es in das Ermessen der Ortsgruppen zu stellen, ob sie 
weiterhin als landsmannschaftliche Vereinigungen innerhalb eines modifizierten 
Bundes bestehen wollten. Debusmann, der als Bundesvorsitzender die Sitzung leitete 
und sich für die Umwandlung der Organisation in den „Bund der Saar- und Pfalzver¬ 
eine“ aussprach, konnte in der anschließenden Abstimmung die Mehrheit hinter sich 
bringen. Einstimmig wurde er auch von den Delegierten zum Vorsitzenden der 
Landsmannschaft gewählt22. 
Während der anschließenden, lediglich einstündigen öffentlichen Festsitzung im 
städtischen Saalbau zogen Vogel und Andres die Gesamtbilanz der Saarvereinsarbeit. 
19 Vgl. Briefe der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutz des NS-Schrifttums an Vogel 
(03.11.36 und 17.11.36), in: LA Saarbrücken, NL Vogel 27. Erst im Dezember 1941 waren alle 5.000 
Exemplare verkauft: Vgl. den Schriftverkehr in: Ebd. 
20 Vgl. VOGEL: Die großen deutschen Saarkundgebungen, S. 312-318; SF 15/16 (1934/35) 31, S. 
671-694; Tagesordnung (12.03.35), in: BA-R 8014/116; „Völkischer Beobachter“ (24.03.35). 
21 Vgl. Aufzeichnung Strohms (25.03.35), in: PA AA, II a Saargebiet, R 76.098. 
22 Damit kam er der Forderung des BDW sowie des Neustädter Gauleiters Bürckel nach, der dem Bund 
in seiner ursprünglichen Form zwar nie große Sympathien und Interesse entgegengebracht hatte, 
nichtsdestotrotz aber wünschte, daß die landsmannschaftliche Verbundenheit erhalten bliebe und dem 
Aufbauwerk im Gau Pfalz-Saar zur Verfügung stünde: Vgl. Geleitschreiben Biirckels zur Tagung, in: 
SF 15/16 (1934/35) 31, S. 692. Der Leiter des Bundes sollte als Sachberater bei der Gauleitung 
fungieren. Vgl. Dollwet, S. 5. 
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