Title:
Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim
Creator:
Legl, Frank
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219277
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-224551
Hannut 
(B, Prov. Liège, Ait. Waremme) 
Der Ort Hannut wurde von der älteren Forschung der Herrschaft Moha zuge¬ 
rechnet* 868. Man stützte sich dabei zum einen auf eine Maßeinheit für Bier, die in 
der Grafschaft Moha, in Hannut und anderen Orten der Gegend bis zum Anfang des 
19. Jahrhunderts üblich war, den sogenannten pot d'Abore869 - wobei d'Abore 
zweifellos eine sprachliche Kontraktion von de Dagsburg bildet -, und zum anderen 
wurde Hannut im 18. Jahrhundert angeblich auch als Hannuye ou comte Dabor 
bezeichnet870. Edgar de Mameffe jedoch hatte schon in seiner 1878 erschienenen 
Untersuchung zur Grafschaft Moha behauptet, Hannut sei nicht der Grafschaft 
Moha zuzurechnen, sondern der Grafschaft Avernas871. Jules Herbillon schließt 
sich in seinem 1935 erschienenen Aufsatz „Le Comté de Dabor en Iles baye“ dieser 
Meinung an und bringt ein überzeugendes Argument in die Debatte ein. Er meint, 
daß das Maß für Bier in der den Dagsburger Grafen gehörenden Grafschaft Moha 
keinen spezifischen Namen benötigte, da es ja dort üblich, quasi selbstverständlich, 
gewesen sei. Jedoch in nicht zur Grafschaft Moha gehörenden Orten, welche das 
von dem in ihrer Grafschaft üblichen, abweichende Maß verwendeten, wurde es 
auch spezifisch bezeichnet, eben als pot d'AborS72. Zudem konnte Jules Herbillon 
das angebliche Faktum, Hannut sei comté de Dabor genannt worden, als ein seit 
dem 16. Jahrhundert sich fortpflanzendes kartographisches Mißverständnis nach- 
weisen873. 
Heks 
(B, Prov. Limbourg, Arr. Tongres) 
Der westlich von Tongeren im heutigen Belgien gelegene Ort Heks soll laut 
Walther Möller eine ehemalige Besitzung der Grafen von Moha gewesen sein874. 
Möller leitet diese Annahme aus einer Urkunde der Agnes von Loon ab, die als 
Witwe des Grafen Ludwig von Loon im Jahre 1174 ihr Allod Heks mit Zubehör an 
die Kapelle und das Hospital zu Loon verschenkte875. Er meint, daß Heks als 
Mitgift der Agnes aufzufassen sei, da Agnes als Witwe für eine Schenkung aus dem 
Erbgut ihres verstorbenen Mannes die Zusümmung ihrer Kinder benötigt hätte876, 
die jedoch in diesem Falle angeblich nicht vorlag. Agnes habe Heks von ihrer 
Annahme, daß die Grafen von Metz die Dagsburger Grafen Mitte des 12. Jahrhunderts 
beerbt hätten. 
867 Hlawitschka, Grundlagen, S. 77 f. 
868 Die Meinungen der älteren Forschung sind dargestellt bei deMarneffe, Recherches, S. 
249, und vor allem bei Herbillon, Le Comté, S. 178 ff. 
869 Siehe dazu Herbillon, Le Comté, S. 173-178. 
870 Ebda., S. 178 ff. Hier sind die Nachweise seit dem 16. Jahrhundert angeführt. 
871 Siehe dazu DE Marneffe, Recherches, S. 249, und Karte. 
872 Siehe dazu Herbillon, Le Comté, S. 176. 
873 Ebda , S. 180. 
874 Möller, Zusätze, S. 638. 
875 Regest der Urkunde bei Wolters, Codex, Nr. 113, S. 58. 
876 Möller, Zusätze, S. 638. 
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