Title:
Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim
Creator:
Legl, Frank
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-219277
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-221769
Zum anderen hat Cuno nach seiner Absetzung, vielleicht als Sühne - über seine 
Beweggründe kann man nur spekulieren - das Zisterzienserkloster Baumgarten 
gestiftet476. Auffällig ist nun, daß die Schutzvogtei über dieses Kloster die 
Dagsburger Grafen innehatten477. Es wäre durchaus denkbar, daß die Übertragung 
der Schutzvogtei über dieses bischötliche Kloster an die Dagsburger eine Folge der 
Molsheimer Ereignisse darstellt. Wir können jedoch über den letztendlichen 
Ausgang der Fehde mangels Quellen keine näheren Aussagen treffen, aber 
vielleicht war diese Maßnahme ja ein Ergebnis des Friedensschlusses zwischen den 
streitenden Parteien. Diese Überlegungen bleiben lediglich Vermutungen, beweisen 
lassen sie sich nicht 
Zu weiteren Konflikten, jetzt zwischen dem neuen Bischof von Straßburg, 
Bruno478, und Graf Hugo VII., kam es nicht mehr, denn Hugo VII. verstarb, noch 
jung an Jahren, schon bald nach den Molsheimer Ereignissen, im Verlauf des Jahres 
1123479. 
7. Die Zeit Hugos VIII. 
Mit Hugo VIII. von Dagsburg beginnt im 12. Jahrhundert noch einmal eine Zeit der 
politischen Auseinandersetzungen zwischen den Dagsburger Grafen und dem 
Königtum, die sich mit mehreren Unterbrechungen noch unter seinem Sohn, Albert 
II., bis in den staufisch-welfischen Thronstreit an der Wende vom 12. zum 13. 
Jahrhundert fortsetzen sollten. 
Hugo VIII ist wahrscheinlich im Todesjahr seines Vaters 1123 oder kurz davor 
geboren worden, wie im genealogischen Teil der vorliegenden Arbeit dargelegt 
wurde480. Vom Geburtsjahr Hugos VIII. ausgehend, ist es natürlich erklärlich, daß 
er in den zwanziger Jahren des 12. Jahrhunderts gar nicht und in den dreißiger 
Jahren nur w enige Male sicher in den Quellen nachzuweisen ist. Die erste Urkunde, 
in der Hugo als Zeuge fungiert, stammt aus dem Jahre 1130481, ein zweites 
Quellenzeugnis aus diesem Jahr bleibt unsicher482. Die nächsten Nennungen finden 
476 RegBfeStr. 1, Nr. 426, S. 310 f. 
477 Siehe unten im Kap 'Vogteien' den Art. 'Baumgarten'. 
478 Zu Bischof Bruno siehe RegBfeStr. I, Nrn. 412-425, 429, 431-443. 
479 Annalista Saxo, MGH SS VI, ad 1123, S. 760; zur Diskussion um das Todesjahr siehe 
oben, S. 80 f. 
480 Zum Geburtszeitpunkt Hugos VIII. siehe oben, S. 93 f. 
481 Druck in: Wirtembergisches Urkundenbuch, 1. Bd., Nr. 301, S. 381 f. Zur Problematik 
dieser Urkunde siehe oben, S. 94 f. 
482 In einer am 29. Mai 1131 in Lüttich ausgestellten Urkunde König Lothars III. wird ein 
comes Hugo als Zeuge genannt (D Lo III 33, S. 51-55, Zitat, S. 55). Dieser Graf Hugo 
ist inmitten einer Gruppe von ober- und niederlothringischen Zeugen zu finden, so daß 
es durchaus wahrscheinlich erscheint, diesen Grafen Hugo mit dem Dagsburger Grafen 
zu identifizieren. Ähnlich vorsichtig interpretiert auch Wollgang Petke (Böhmer-Petke, 
Nr. 267, S. 168 f ). Nicht zutreffend ist die Behauptung von Seiler, Territorialpolitik, S. 
175 mit Anm. 80, der als weiteren Beleg für den Dagsburger Grafen das Diplom D Lo 
III 24, nennt. In dem Diplom erscheint weder Hugo VIII. noch ein anderer Dagsburger 
Graf. Seiler scheint ihn mit dem in der Zeugenreihe des Diploms genannten Grafen 
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