Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193898
Freistroff. So stand der für Weiler-Bettnach als Meier in Metz tätige Colignon 
Papemiate69 zuvor in gleicher Funktion in Diensten Freistroffs70. Neben den 
wirtschaftlichen Kontakten, die sicherlich nur noch zu einem ganz geringen Teil 
sichtbar werden, gab es Berührungspunkte, die sich an Beschlüsse des 
Generalkapitels knüpften. In einem inhaltlich nicht mehr zu ermittelnden Streit 
zwischen Weiler-Bettnach und Freistroff traten 1277 die Äbte von Wörschweiler 
und St.-Bdnoit-en-Wogvre als Schlichter auf71. Die Äbte von Weiler-Bettnach und 
Pontiffroy erhielten 1430 die Order, die Äbtissin von Freistroff zu ermahnen, die 
ordensgemäße Tracht zu tragen72. Im 15. Jh. erlebte Freistroff wie im ersten 
Jahrhundert seines Bestehens eine stürmische Zeit. Infolge der Umwandlung des 
Zisterzienserinnenklosters Marienfloß bei Sierck zur Kartause (1414/15) zogen die 
dort verbliebenen Nonnen nach Freistroff, wo ebenfalls nur noch wenige 
Schwestern lebten. Hier übernahmen 1461 Zisterzienser die Gebäude73. In diese 
Zeit der Wirren fällt ein Beschluß, der darauf hindeutet, daß Freistroff schon 
verwaist war. Die Äbte von Himmerod und Weiler-Bettnach sollten nach dem 
Wunsch der Äbteversammlung die ehemalige Äbtissin von Freistroff und vier ihrer 
Nonnen, die gemeinsam in Bonnevoie weilten, auf andere Klöster verteilen74. Eine 
letzte Entscheidung in dieser Reihe fällt bereits in die Jahre, als Freistroff wieder 
von Mönchen bewohnt war. Die Äbte von Weiler-Bettnach, St.-B6noit-en-Wogvre, 
Vaux-en-Omois und Pontiffroy hatten darauf zu achten, daß Abt und Konvent von 
Freistroff an Maria Bertrand, einst dort Nonne und nun Priorin von Petit-Clairvaux 
in Metz, die ihr auf Intervention des Abtes von Morimond zugesprochene Leibrente 
zahlen75. 
Die wenigen Berührungspunkte zwischen Weiler-Bettnach und Freistroff, die sich 
über die Entscheidungen des Generalkapitels ermitteln lassen, erlauben nur 
schlaglichtartige Einblicke. Die Herkunft der Weiler-Bettnacher Äbte spielte, 
anders als bei den Klöstern der Trierer Ordensprovinz, keine Rolle. Da beide 
Klöster nur 20 km auseinanderlagen, verwundert aber, daß Weiler-Bettnach keinen 
größeren Einfluß auf Freistroff ausübte, zumal wenn sie im Abt von Morimond 
ihren gemeinsamen Weisungsabt gehabt haben. Doch auch Hinweise auf dessen 
Doppelvisitation fehlen. 
69 Als maiour von 1265-71 belegt; zur Familie s. WICHMANN: Bannrollen, S. 331 f.; BENDER, S. 
242. 
70 ADM H 1714, fol. 274r-v [1352 111 31]. 
71 CANIVEZ III, S. 172 (1277,55). 
72 CANIVEZ IV, S. 350 (1430,45). 
73 DORVAUX, S. 289. 
74 CANIVEZ IV, S. 729 (1456,11). 
75 CANIVEZ V, S. 433 (1482,16). 
76
        

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