Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-196734
XI. Zusammenfassung 
Die Gründung des Zisterzienserklosters Weiler-Bettnach durch Morimond, die 
vierte Primarabtei des Ordens, steht im Kontext der raschen Ausbreitung der 
zisterziensischen Bewegung in der ersten Hälfte des 12. Jh. Vermutlich im Jahre 
1133 übersiedelte eine Mönchsgemeinschaft unter Leitung des adligen Heinrich 
von Kärnten ins Cannertal, nachdem die materiellen Grundlagen v.a. durch 
Schenkungen des Hauses Walcourt und des Bischofs von Metz geschaffen worden 
waren. Eher zögerlich scheint der Herzog von Lothringen anfangs der Neugrün¬ 
dung gegenübergestanden zu haben. Besitzbestätigungen Bischof Stephans von 
Metz 1137 für die nähere Umgebung und 1146 weit ins Umland ausgreifend ge¬ 
währten Weiler-Bettnach Schutz und bedeuteten gleichzeitig die Legitimation und 
Bestandssicherung der Abtei durch den Diözesanoberen. 
Kontakte Weiler-Bettnachs zum Mutterkloster Morimond, am ehesten faßbar über 
Visitationen, lassen sich für die Folgezeit sehr spärlich belegen, was mit der großen 
Zahl Morimonder Töchter, aber auch mit der Überlieferungslage Zusammenhängen 
mag. Das gleiche trifft für die Weiler-Bettnach unterstellten Ordensniederlassungen 
zu. Bis etwa 1150 gingen von Weiler-Bettnach mit dem kämtnerischen Viktring 
und dem pfälzischen Eußerthal zwei Neugründungen aus; ihnen folgte ebenfalls 
noch im 12. Jh. die Übernahme des saarpfälzischen Wörschweiler, das ein halbes 
Jahrhundert zuvor als Priorat von Benediktinern des Klosters Hombach errichtet 
worden war. Als Sonderfall ist das entgegen den Ordensprinzipien in der Stadt 
Metz gelegene Pontiffroy anzusehen, das mit seiner Legitimierung 1321 Weiler- 
Bettnach kommittiert wurde. Aufgrund der schwierigen, teilweise sogar 
widersprüchlichen Überlieferung vermag man Diskrepanzen um die Paternität, 
auch im Zusammenhang des dort eingerichteten Partikularstudiums, zwar zu er¬ 
kennen, ohne letztlich aber über deren Ausgang Verläßliches sagen zu können. Die 
Kontakte zu weiteren Männerklöstem waren nicht sehr zahlreich, doch bestanden 
zumindest zur Eifelzisterze Himmerod temporär engere Bindungen. Auf Dauer 
waren der Aufsichtspflicht Weiler-Bettnachs keine Frauenklöster unterstellt, doch 
lassen sich vereinzelt amtliche Handlungen Weiler-Bettnacher Äbte in teilweise 
weit entlegenen Zisterzienserinnenabteien nachweisen. Auffällig ist dabei die 
Beschränkung auf den deutschen Sprachraum, was sich für die Aufenthalte in 
Männerklöstem nicht bestätigen läßt. Bemerkenswert blaß bleibt das Verhältnis 
Weiler-Bettnachs zu der wenige Kilometer entfernt gelegenen Zisterze Freistroff 
Die Kontakte zur Kurie kommen primär in Form päpstlicher Privilegien zum Aus¬ 
druck, die meist Grundsatzentscheidungen Weiler-Bettnach verbrieften, und nur in 
einigen Fällen zu speziell die Abtei betreffenden Fragen Position bezogen. Im 12. 
Jh. versicherten Bullen Weiler-Bettnach des päpstlichen Schutzes seiner Güter, 
wobei die Urkunden von 1179 und 1186 gezielt die Grangien und Stadthöfe der 
Abtei ansprachen. 
Reichspolitisch erlangte Weiler-Bettnach nur kurzfristig eine gewisse Bedeutung. 
Diese Phasen beschränkten sich auf die Wende vom 12. zum 13. Jh., als offenbar 
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