Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Einträge hinwies. Die Dominanz der französischen Urkunden resultiert aus dem 
frühen Gebrauch der Sprache in Rechtstexten. Dies bedeutete aber nicht eo ipso, 
daß man sich im deutschen Sprachraum weiterhin ausschließlich des Lateinischen 
bediente; vielmehr griffen sogar von Hause aus deutschsprachige Vertragspartner 
zur Fixierung ihrer Vereinbarungen miteinander auf das Französische zurück20. 
Wenn man davon ausgeht, daß Ministerialen und Edelherren als wichtigste 
Schenkgeberkreise Weiler-Bettnachs - sieht man einmal von den städtischen Er¬ 
werbungen des Klosters ab - in Ermangelung eigener Fachkräfte in der Regel die 
schriftliche Fixierung von Immobiliengeschäften den geschulten klösterlichen 
scriptores überließen, so war man in Weiler-Bettnach während des gesamten 
Spätmittelalters in der Lage, sowohl französisch- als auch deutschsprachige Rechts¬ 
texte zu formulieren. Dabei wurde der Herkunft des Vertragspartners jeweils 
Rechnung getragen. Es handelt sich hier um ein typisches Phänomen des Grenz¬ 
raums, sofern die Kanzlei über das erforderliche Personal verfügte21. Dies bedeu¬ 
tete aber auch, daß genaue Kenntnisse über den Verlauf der Sprachgrenze vorhan¬ 
den waren. 
20karpf, S. 183. 
21 Betont von KARPF, S. 184. 
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