Title:
Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter
Creator:
Trapp, Thomas
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193139
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-193373
wohl Wirich Weiler-Bettnach in eodem loco schenkte24. Bei dem genannten 
Wirich kann es sich nur um Wirich von Walcourt handeln, den großen Gönner der 
Klöster Freistroff und Weiler-Bettnach. Mit dem nicht näher bezeichneten Ort 
dürfte das Klostergelände selbst gemeint sein, heißt es doch fernerhin: Cetera au- 
tem omnia quae habebant in Villare fratres de Friestorph ex elemosina domini 
Arnulphi de Valicurth concesserunt eo tenore ut abbatia ibidem construeretur... 
Die Rolle, die der Herzog von Lothringen bei der Gründung von Weiler-Bettnach 
spielte, ist sehr schwierig zu beurteilen. Zwar verdankte ihm die Zisterze Sturzei¬ 
bronn ihre Entstehung, doch eine ausgesprochene Begünstigung des Ordens durch 
ihn läßt sich nicht feststellen. An der Gründung von Freistroff scheint er nicht be¬ 
teiligt gewesen zu sein25. In der ersten Bestätigung erscheint sein Name nicht. Be¬ 
saß der Herzog auch ausgedehnte Wälder im Quellgebiet der Canner26, so übertrug 
er Teile davon zumindest nicht selbst Weiler-Bettnach. In der Urkunde Bischof 
Stephans von 1137, wo speziell Waldschenkungen im unmittelbaren Kembereich 
des Klosters aufgefUhrt sind, ist unter den Schenkgebem offensichtlich niemand, 
der als Lehensmann die ausdrückliche Erlaubnis des Herzogs einholen mußte. 
Bemerkenswert ist eine angebliche Beteiligung Freistroffs an der Errichtung einer 
Zisterze nur etwa 15 km vom eigenen Kloster entfernt. Auch Freistroff taucht nir¬ 
gendwo mehr in den Besitzbestätigungen für Weiler-Bettnach auf, doch könnte die 
Transaktion über die Freistroffer Stifterfamilie von Walcourt gelaufen sein. Zu be¬ 
achten ist, daß das Abteigelände von Weiler-Bettnach ursprünglich zu den Pfarr- 
bezirken Aboncourt und Drogny gehörte und zunächst von darauf liegenden 
Zehntpflichten befreit werden mußte27. Diese Voraussetzung verdeutlicht die Ur¬ 
kunde Bischof Stephans, die mehrfach die mit Gütern verbundenen Einkünfte an¬ 
spricht. 
Die Urkunde trägt das Inkamationsjahr 1137; weitere Datierungsmerkmale erlau¬ 
ben eine Eingrenzung auf die Zeit zwischen dem 1. September und dem 3./4. De¬ 
zember. Im einzelnen werden darin genannt: 
♦ Das Allod von Villers mit Pertinenzen im Wald von Botonagri, das Weiler- 
Bettnach von Wirricus senior de Valerurt [sic!], Evrard de Huniburc, Albericus 
de Sigisberc und Anselmus de Tanner erhielt. 
♦ Güter infra terminos vallis (von Weiler-Bettnach) von Emmo de Borser und 
Gerardus de Woltori. 
Das Kloster soll von jeglichem Zehnt befreit sein und deshalb erhalten: 
24 Dederunt dux Simon et ductrix Alerdis [sic!] (et) consiliarii ejus Mathaeus et Balduinus per 
manum domini Vurici [sic!] et Theodorici filii ejus ecclesiae stae. Mariae de Friestorph mansum 
unum in eadem villa pro quo receperunt alium mansum quam dederat fratribus de Villare 
jacentem in eodem loco. 
25 GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, S. 184; vgl. Anm. 41. 
26 DOSSE, S. 32. 
27 DORVAUX, S. 481 Anm. 3.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.