Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7848
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kommen lassen?" — Sie: „Ich will noch ein paar Tage warten." Am 
andern Tage waren alle 3 Kinder in meiner Stube; Gretch-n Kunz 
sagte: „Ach, wenn der Hr. Baron doch nur einmal da wäre!" Ich 
erwiderte: „Kannst du denn meinem Manne oder mir nicht sagen, was 
du noch zu sagen hast, oder willst du etwas aufschreiben?" Sie sagte 
mir schließlich, sie habe dem Baron folgendes mittheilen wollen: sie seien 
in den Wald gegangen, und da hatte die Sonne geschienen und sie 
hätten eine weiße Gestalt gesehen, es könne dies ja Jemand gewesen sei", 
welcher dort Laub gescharrt und, als er sie erblickt, ein weißes Leintuch 
über sich geschlagen habe., um sie in Angst zu bringen. — D'e 
Frau Hubertus wollte einmal die Kinder besuchen, sie durste aber 
nicht heraufkommen; da rief sie herauf zum Kinde, es solle sagen, was 
es auch früher gesagt hätte. Dasselbe sagt Zeugin aus bezüglich des 
Hubertus. Ferner bestätigt Zeugin ihre frühere Aussagen, die kleine Kunz 
habe ihr folgendes erzählt: als sie zurückgekommen seien aus dem Walde, 
wo sie die Erscheinung gesehen, seien sie zu Leist in's Haus gegangen; 
dort sei eine Frau gewesen — wer, könnten sie nicht sagen , die habe, 
als sic von der weißen Gestalt gesprochen, geäußert, das könnte ja wohl 
die hl. Mutter Gottes gewesen sein. 
Präs.: „Eine Frau also (hat das Kind gesagt) war bei Leist 
im Hause, es war nicht Frau Leist, von der wird anderes berichtet." 
Zeuge: „Ja, das hat Kunz gesagt." 
Präs.: „Ich höre jetzt zum ersten Male davon. Wie war Ihr 
Verhalten den Kindern gegenüber? Haben Sie den Kindern Fragen 
gestellt? Kannten Sie die Kinder früher?" 
Zeuge: „Nein, ich hatte sie vorher nie gesehen, nachher, nach 
der Abreise des Baron von Hüllessem, hat Kunz uns das erzählt." 
Präs.: „Nach der Abreise des Herrn von Hüllessem hat Kunz 
ihm einen Brief geschrieben. Waren Sie dabei zugegen, als sie ihn 
schrieb?" 
Zeugin: «Nein, sie that es in der Stube der anderen Kinder, 
ich war nicht zugegen. Es waren Lina Schmidt und Anna Krebs 
dabei." 
Präs.: „Wie schilderte die Kunz Ihnen jenen Vorfall weiter?" 
Zeugin: „Die Kunz ging aus dem Hause der Leist zurück in 
ihr elterliches Haus, wo sie auch ihrer Mutter von der Erscheinung er¬ 
zählte, und ihre Mutter sagte, sie solle nicht lügen, sonst würde sie der
        

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