Title:
Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken
Creator:
Dasbach, Georg Friedrich
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-7200
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-8982
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ich habe dem Dr. Thömes nicht gesagt, ich habe noch Zuckungen in den 
Gliedern; ich habe gesagt, ich hätte keine Schmerzen mehr. Ich ging 
Donnerstags nach Marp. und war vollkommen gesund: mein vorletzte? 
Kind, welches voriges Jahr au der Kinderkrankheit gestorben ist, hatte 
vor dem Tode keinen Rücksa ll in seine Krankheit mehr. 
Dr. Thömes war 1- oder 2mal in unserm Hause, was da gesagt wor» 
den ist. weil; ich nicht mehr." Das ist die Aussage der Zeugin und 
können wir mit der Aussage des Herrn Pros. Scherben beginnen. 
Dr. Matthias Joseph Scherben, Professor am erzbischöflichen 
Seminarium in Köln. 
Präs.: „Wie mir mitgetheilt worden ist. sollen Sie darüber Aus¬ 
kunft geben können, das; der Pastor Neur. sich an Sie gewandt habe, 
damit Sie ihm in der schwierigen Page helfen sollten: wann und in 
welcher Weise ist das geschehen?" 
Zeuge: „Anfangs September 1876." 
Präs.: „Zunächst die Frage, befassen Sie sich mit der Mystik?" 
Zeuge: „Von Prosession nicht, nur gelegentlich." 
Bachem: „Der Zeuge ist Professor der D o g m a t i k." 
, Zeuge: „Nachdem mir Neureuter geschrieben hatte, ich möchte 
hinüber kommen, da er sich nicht zu Helsen wisse, und keine Klarheit in 
der Sache habe, bin ich in Altbetracht der Schwierigkeiten, die ihm vor¬ 
schwebten, in den Ferien 1877 hingefahren. Ich fand ihn in einer sehr 
bedrängten Lage vor. Er sazte, er müsse für die Leute sorgen, und 
auf der andern Seite sei er nicht ohne Sorgen, weil er sich kein voll¬ 
ständiges Urtheil bilden könne. Er habe zuweilen die Kinder verhört, 
und andere Herrn hätten das auch gethan, er selbst habe sich nicht ein¬ 
gehend dam't besassen können, und er fürchte, wenn er sich zu viel mit 
der Untersuchung befasse, werde das dann übel vermerkt werden. Er 
hat mir das Hauptsächlichste gesagt, und ich habe ihn auf die Schwie¬ 
rigkeiten aufmerksam gemacht, welche jedoch nicht so schwierig waren, 
daß man nicht hätte hoffen dürfen, im Laufe der Zeit werde sich eine 
Lösung derselben finden. Namentlich betonte er, daß nichts Gewichtiges 
gegen die Wirklichkeit der Erscheinungen vorliege, da ja die Kinder 
den Eindruck der Glaubwürdigkeit machten und in den Erscheinungen 
nichts vorgekommen sei, was Gottes unwürdig wäre." 
Prä s.: „W a n n war das?" 
Zeuge: „Am 1k. Sep'. Pastor Neureuter sagte ausdrücklich, er
        

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