Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-3719
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Grunde aufgehoben, weil die Republik das Heu selbst nothwendig 
brauche. Die betrogenen Steiger haben also das Heu herausgeben 
müssen, welches in die Magazine geführt worden ist. An die Rück¬ 
gabe der 57000 Livres aber, welche solche baar bezahlt haben, 
wollen sie sich nicht kehren, sondern den Steigern ist ihr Regreß 
gegen die verhastenen Commissürs vorbehalten. Um diese große 
Summe sind sie also reinweg betrogen und haben noch das Heu 
auf ihre Kosten machen und beiführen lassen. Leben Sie wohl. 
Zwanzigster üries. 
S. den 21. Jul. 1793. 
Was lange währt, wird gut, sagt ein hiesiges Sprüchwort. 
Diesmal wünsche ich und jeder ehrliche Deutsche, daß es zum 
Lügner werden möge. Nach einem uns und selbst dem größten 
Theil der Franzosen unbegreiflichen siebenwöchentlichen Stilleliegen 
der Moselarmee bei Forbach hat sich endlich dieselbe mit ihrem 
General Houcbard (auch einem Ihrer alten Bekannten) in Bewe¬ 
gung gesetzt und den Marsch nach Mainz angetreten um solches 
entsetzen Zu helfen. Ob ihr Vorhaben gelingen wird, muß die 
Zeit lehren. Wenigstens scheint Houchard nicht sehr zu eilen um 
diese wichtige Unternehmung zu versuchen. Schließen Sie es mit 
uns aus seinen langsamen Märschen. Vorgestern marschierte die 
Armee aus dem Forbacher Lager bis St. Johann volle fünf Vier¬ 
telstunden, gestern von da bis St. Ingbert ein und eine halbe 
Stunde, und heute ist solche glücklich bei Neunkirchen nach einem 
forcirten Marsch von zwei Stunden angekommen. Es scheint, daß 
solche, so wie man es mit langgestandenen Pferden macht, nach und 
nach in Bewegung gesetzt und an die Strapazen gewöhnt werden soll. 
Dieses könnten wir solcher gar wohl gönnen, wenn uns nur 
nicht ein großer und nach der Lage der Sache unersetzlicher 
Schaden dadurch zugefügt worden wäre. Allein der Barbar Hou¬ 
chard hat sein Lager mitten in den zur Ernte reifenden Frucht- 
feldern bei St. Johann aufschlagen lassen, und der ganze Bann
        

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