Full text: Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Ausdrücken über die Assignaten gesprochen haben, der Prozeß gemacht. 
Er wurde vor dem ganzen Regiment für unfähig erklärt jemals 
der Republik zu dienen, ihm die Haare und die Augenbrauen ab¬ 
geschoren, und so in seine Heimath geschickt. So rächt sich der 
Berg! Wenn es süß ist sich an Leuten, welche einem unbeschreib¬ 
lich viel Böses zugefügt haben, gerächt zu sehen, so könnten wir 
dieses Vergnügen mit vollen Zügen genießen, und was das Beste 
dabei ist, ohne daß wir dazu mitzuwirken nöthig Hütten. Unsere 
bisherigen Peiniger, Abbe Commerell und Consorten, haben ihre 
schändliche Laufbahn geendet. Vor einigen Wochen ist ersterer 
in Saargemünd, letztere aber, welche sich noch hier befanden, arre- 
tirt und nach Metz geführt worden. Ihre Angst war unbeschreib¬ 
lich und ein deutlicher Beweis ihres bösen Gewissens. In aller 
Eile schickten sie nach beit Eigenthümern der Clievaux de luxe, 
welche sie weggenommen hatten und vermuthlich für sich behalten 
wollten, die bisher verweigerten Empfangscheine und suchten ge¬ 
raubte Kostbarkeiten bei hiesigen Bürgern, wiewohl vergeblich, in 
Sicherheit zu bringen. 
Sie sind durch andere Commissürs von dem Departement in 
Metz ersetzet worden. Ein großer Theil der hiesigen Einwohner 
nährt sich mit der Hoffnung, daß durch diese unser Schicksal er¬ 
leichtert werden wird, ja manche träumen sogar und schließen aus 
der Verhaftung der vorigen Commissürs, daß solche eigenmächtig 
verfahren Hütten und dem Fürsten seine geraubten Güter wieder 
ersetzt werden sollten. Allein mein Glaube an die französische 
Ehrlichkeit und Großmuth ist nun einmal nicht stark genug als 
daß ich mit ihnen übereinstimmen sollte. Commerell und Con¬ 
sorten scheinen strafbar zu sein, nicht daß sie gestohlen, sondern 
weil sie nicht genug für die Nation und weil sie für sich ge¬ 
stohlen haben. 
Diese Meinung wird dadurch gerechtfertigt, daß die neuen 
Commissürs mit den Räubereien fortfahren und Holz und Stein¬ 
kohlen unablässig nach Frankreich transportiren lassen, auch die 
herrschaftlichen Zehnden zum Nutzen der Republik versteigt haben. 
Und was man sich von ihrer Gerechtigkeitsliebe versprechen darf, 
davon nur ein Beispiel. Sie haben die von den vorigen Com- 
missärs verfügte Versteigerung der herrschaftlichen Wiesen aus dem
	        

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