Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-3697
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wegen ist ihnen alles ungestraft zu thun erlaubt. Besonders sind 
die herrschaftlichen Gebäude ein Gegenstand ihrer Raubgier. Kein 
Schloß oder Riegel an den Thüren, kein Stückchen Eisen, kein 
Nagel in der Wand, keine eisernen Platten, kein Blei auf den 
Dächern ist vor ihrer Habsucht, keine Statuen, Verzierungen, 
Fenster u. s. w. vor ihrer Bosheit sicher. Die Verwalter auf den 
Lusthäusern haben, wie ich Ihnen bemerkt, den Genuß derselben 
mit schwerem Gelde ersteigt. Es war ihnen heilig versichert, daß 
alles unberührt bleibett und unter dem besondern Schutz des Ge¬ 
setzes stehen sollte. Auf ihr Verlangen wurden ihnen zu mehrerer 
Sicherheit Detachements Gensd'armes auf die Berge gelegt, welche 
sie mit schweren Kosten speisen und tränken mußten. Aber demohnge- 
achtet wird alles geraubt und verstört, und die Wache, weit entfernt 
solches zu verhindern, ist mit am geschäftigsten dabei, hat sogar 
auf dem Ludwigsberg dem Verwalter die Keller erbrochen und den 
Wein und Brandtenwein zum Theil entwendet, den Ueberrest aber 
in den Keller laufen lassen. Beschwerden, die man deshalb an¬ 
bringt, werden mit Grobheiten oder mit Persiflage abgewiesen. 
Die herrschaftlichen Gärten werden durch Gensd'armes bewacht, 
aber nicht zur Sicherheit gegen Diebereien, sondern damit die 
Gärtner, welche, wie Sie sich erinnern werden, den diesjährigen 
Genuß derselben von der Nation ersteigt halten, kein Gemüse an 
die Stadtleute verkaufen können, welches alles in die Küchen der 
Generals, Commissärs und ihres Anhangs geliefert werden muß. 
Daß nichts dafür bezahlt wird, versteht sich von selbsten, und die 
armen Leute sind so wie die Verwalter der Lusthäuser auf die 
schändlichste Art um ihr Geld geprellt. Aus dem hiesigen Hospital 
sind die armen wahnsinnigen und preßhasten Personen, welche die 
Wohlthätigkeit des Fürsten darin ernährte, von den Franzosen mit 
barbarischer Härte geworfen und ein Spital für die Krätzigen 
darin angelegt worden. Ein desto unglücklicheres Ereignis für 
jene Elenden, da sie wegen der starken Einquartierung nirgends 
untergebracht werden können. 
Dem armen Carabinier, welcher mit der Montagne nichts zu 
schaffen haben wollte, ist sein bon mot übel bekommen. Wahr¬ 
scheinlich wurde ihm auf den Dienst gelauert. Kürzlich wurde er 
eingezogen, und ihm unter dem Vorwand, daß er in aristokratischen
        

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