Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-3400
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nicht wie bei andern Menschenkindern in der Brust sondern in 
den Fingern hauste. Er stahl in einem Dorf, wurde ertappt, und 
Landremont verurtheilte ihn zur Füsillade. Schon sollte die Exe- 
cution vollzogen werden, als das erbärmliche Geheul des Helden 
und Fürbitten den General bewogen ihm das Leben zu schenken. 
Er ließ ihm Kops und Augenbraunen rasiren und überschickte ihn 
geschlossen hiesiger Regierung zu, mit dem Ansinnen ihn so zu 
verwahren, daß er nichts Böses mehr stiften könne. 
Eine Handlung des Generals, die alles Lob verdient, worüber 
aber die Galgenphysiouomien die Köpfe mächtig schütteln. Unter¬ 
dessen wird Citoyen Cron treue Wächter finden. Leben Sie wohl. 
N. S. Wenn Sie dreimal hundert tausend Livres in Assig¬ 
naten gewinnen wollen, so schicken Sie den Verräther Dumouriez 
todt oder lebendig hierher. Dieses Fanggeld ist heute bei der ver¬ 
sammelten Garnison öffentlich ausgeboten worden. 
Zwölfter örief. 
S. den 25. April 1793. 
Unvermuthet ist die Landremontische Armee wieder bei uns 
angekommen, ohne daß man viel von ihren verrichteten Helden¬ 
thaten erfahren hat. Eben so wenig kann man bestimmen, wie 
stark solche zurückgekehrt ist, denn diese Leute besitzen eine beson¬ 
dere Kunst dem Beobachter ihre Anzahl zu verbergen, wenigstens 
lassen sie dem Soldaten deswegen keine Mühe nach. Die Truppen 
vollzogen den Rückmarsch in dem abscheulichsten Wetter, das bei 
ihrer Ankunft noch den ganzen und folgenden Tag durchdauerte. 
Man sah den armen Tröpfen die Ermüdung und die Sehnsucht 
nach Ruhe augenscheinlich an; das half aber nichts, sondern sie 
mußten unaufhörlich marschieren; einem Thor hinaus, dem andern 
wieder herein, dann über die Brücke nach Saarbrücken und wieder 
zurück nach einem Dorf zu, und von da wieder zurück.
        

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