Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5271
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langem Suchen fand man die Artilleriepferde zu Saarbrücken, und 
diese gingen zurück und holten die Kanonen und Wagen ab. 
Dieser unvermuthete Fund zeigte aber den Franzosen wieder ein 
neues Bedürfnis, dem sie abhelfen mußten, den Mangel an Muni¬ 
tion. 36 Wagen wurden postmäßig nach den nahgelegenen 
Festungen Metz, Saarlonis und Thionville abgesendet um Muni¬ 
tion zu holen, aber in allen diesen konnten nur 8 beladen werden, 
die übrigen mußten leer zurückkehren, welches die Muthlosigkeit 
der Soldaten und der Chefs vermehrte, zumal da der Mangel an 
Lebensmitteln, welche in den ersten Tagen verschwendet wurden, 
immer großer ward. Zwar wurde jeder Citoyen angehalten seinen 
Frucht- und Mehlvorrath in das Magazin bei Lebensstrafe abzu¬ 
liefern, und jeder Hausvater bekam täglich für jeden Kopf seiner 
Familie eine Ration von einem halben Pfund Brod, allein diese 
Maaßregel gab nur für kurze Zeit Hülfe und vermehrte das Mi߬ 
vergnügen. 
Dies war die Geschichte der Niederlage bei Lautern und ihrer 
Folgen bei den Franzosen in den ersten 8 bis 10 Tagen. Als 
aber von allem, was sie mit gutem Grund erwarten konnten und 
befürchtet hatten, nichts geschah, als die Deutschen statt die flüch¬ 
tige französische Armee zu verfolgen lind gänzlich aufzureiben oder 
sie, die sich aus Muthlosigkeit und Mangel an Lebensmitteln und 
Munition in vertheidignngslosem Stande befand, in ihrer neuen 
Stellung anzugreifen, nicht einmal eine Escadron Husaren zur 
Verfolgung oder Recognoscirung nachschickten, nicht einmal die ver¬ 
lassene Artillerie entdeckten und wegnahmen und überhaupt nicht 
die mindeste Bewegung vorwärts machten, da sing den Franzosen, 
wenigstens den Repräsentanten und Chefs, der Muth wieder an 
zu wachsen, und es schien ihnen keine Unmöglichkeit mehr zu sein 
den erlittenen Schimpf und Verlust wieder auf eine andere Art 
zu tilgen. Jenen, welche durch eine Etourderie solchen größten- 
theils veranlaßt hatten, war natürlicher Weise am meisten daran 
gelegen. Die ungestörte Annäherung einer Verstärkung von 20 O00 
Mann vortrefflicher Truppen von der Ardennenarmee erhöhete 
ihre Hoffnungen. Am 9ten dieses wurde in Bitsch ein großer 
Kriegsrath gehalten, dem nicht nicht nur die Repräsentanten und
        

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