Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-3089
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nichts der Freiheitsbaum und das vive lu république ! bei diesen 
durch ihre vermeintlichen Siege aufgeblasenen Republikanern. Was 
man ihnen wohlthat, war — Schuldigkeit, — war weniger als 
sie verdienten, ihre Danksagung — Grobheiten und Schläge. 
Was unverschlossen ihnen in die Augen fiel, wurde entwendet, 
verschlossene Kramläden mit Gewalt erbrochen, und die Eigen¬ 
thümer bedroht und mißhandelt. Die Infanterie verließ mit 
republikanischer Freiheit bei Tag unb Nacht schaarenweis das 
Lager, so daß mehrmals nur einige hundert Mann in solchem 
verblieben, und verstreute sich in den umliegenden Dörfern 
und den Städten, kaufte in diesen in den Kramläden Waaren, bei 
den Fleischern und Bäckern — Lebensmittel, bei den Wirthen — 
Wein und bezahlte — mit einem derben Fluch, einer Ohrfeige 
oder einem Säbelhieb. Alis den Dörfern betrugen sie sich noch 
ärger. Dem fürstlichen Verwalter und dem Pächter zu Louisen¬ 
thal wurde mit dem Säbel an der Kehle und dem Bajonett auf 
der Brust ihre Baarschaft abgedrungen, und als sie um ihr Leben 
zu retten die Flucht ergriffen hatten, wurden ihre Habseligkeiten 
geraubt. Mehrere Dorfleute und Bewohner einzeln stehender 
Häuser hatten gleiches Schicksal. Besonders war zu beklagen 
wer den Volontairs ohne dreifarbige Cocarde am Hut begegnete. 
Ohrfeigen unb Rippenstöße waren die Buße dieser Unterlassungs¬ 
sünde. Derjenige pries sich glücklich, welcher mit wörtlicher Be- 
schinlpfung oder damit von ihnen los kam, daß er ihnen für zehn¬ 
fachen Preis eine alte Cocarde abkaufte und solche an seinen Hut 
heftete. An Anzeigen dieser Schändlichkeiten bei den Generals 
Ligneville und Pülly ließ es unsere Obrigkeit nicht fehlen, und 
jene eben so wenig an Vermahnungen und Verboten. Allein das 
Wörtlein gehorchen scheint in der französischen Sprache obsolet 
geworden zu sein. Wenigstens schien der Erfolg solches zu be¬ 
stätigen. Doch müssen wir den guten Willen der Generals mit 
Dank erkennen, so wie ich auch nicht unbemerkt lassen kann, daß 
viele Offiziers und gemeine Soldaten diese Unordnungen laut 
mißbilligt haben. 
So sehr die Republikaner sich bemühen ihren Vorfahren und 
sich selbst unter der königlichen Regierung unähnlich zu werden,
        

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