Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5075
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einer dieser Parteien bei. Der anhaltende Rückzug der Deutschen 
durch die Defilees, wo aller Vortheil ans ihrer Seite war und wo 
allemal die Franzosen, so oft sie ihnen das Angesicht zeigten, zu¬ 
rückgeschlagen wurden und retiriren mußten, und besonders die Ver- 
lassung der Anhöhe bei Bubenhausen, welche die Franzosen für 
eine unbezwingliche Position hielten und in welcher sie die Deut¬ 
schen nicht angegriffen haben würden, gab endlich der dritten Partie 
ein entscheidendes Uebergewicht. Alle glaubten oder stellten sich 
wenigstens, als glaubten sie, daß die Deutschen wenigstens über 
den Rhein fliehen würden, und wurden darin bestätigt, daß solche 
sogar Zweibrücken und Homburg der französischen Raub- und 
Zerstörungssucht Preis gaben. Denn die Franzosen glauben, 
daß die Deutschen mit eben der Sorgfalt einige bedeutende Städte 
und ihre Einwohner zu erhalten suchen müßten, mit der sie selbst 
das unbedeutendste Dörfchen ihrer Republik zu vertheidigen sich 
verbunden glauben. 
Welcher Meinung die Generalität gewesen ist, ist ungewiß, 
da sie bei der Anwesenheit der Volksrepräsentanten solche nicht an 
Tag legen, sondern dieser ihrer beitreteu mußte; und diese war 
die des größten Haufens. Daher die offieiellen Berichte derselben 
von der Flucht der Deutschen, wovon ich Ihnen eine wörtliche 
Stelle angeführt habe, welche beinahe von Stund zu Stund er¬ 
neuert und durch Eilboten nach Paris befördert wurden, und in 
welchen sie sogar die Unentschlossenheit äußerten, welches Schicksal 
man den fliehenden Hasen angedeihen lassen sollte: ob es rath- 
samer wäre sie in ihr Land zurückkehren zu lassen oder sie zu 
exterminireu und die Erde mit ihrem 8ang impur zu düngen. 
Ihre Unentschlossenheit schien sich endlich auf dies Letzte gelenkt 
zu haben, weil ihre Bewegungen und der Marsch einer Colonne 
nichts weniger als die Absicht die Deutschen abzuschneiden zum 
Endzweck gehabt haben soll. Bei ihrer Annäherung gegen Lau¬ 
tern, beim Anblick der Verschanzungen, bei der Contenance, welche 
die Deutschen zu zeigen begannen, siel ihnen zwar der Muth gar 
sehr, und nun sing die erste und zweite Partie wieder an ihr 
Haupt zu erheben. Haben wir's nicht gesagt, schrieen die 
letztem, haben wir's nicht gesagt: die Preußen locken uns in eine
        

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