Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-5053
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Riegel nicht aufhalten kann, auch Mauern durchbrach, in das 
unter dem abgebrannten rechten Flügel des Schlosses in einem 
feuerfesten Gewölbe befindliche Archiv eindrang und einen Theil 
desselben zerstörte. Mehrere herrschaftliche Bediente eilten zwar 
herbei um Einhalt zu thun und suchten Hülfe bei dem comman- 
direnden General und, von diesem verwiesen, bei dem Repräsen¬ 
tanten. Man sah aber aus dessen Unentschlossenheit Befehle zu 
ertheileu, daß ihm diese Verstörung, wenn er solche nicht besohlen 
haben sollte, wenigstens nicht unangenehm war. Versprechungen 
bewogen endlich etliche Gensd'armes die Räuber, welche meistens 
Fuhrknechte und anderes Gesindel waren, zu verjagen, wodurch 
der größte Theil des Archivs unberührt blieb und noch manche 
zerstreute Acten wieder gesammelt wurden. Der Schaden, welcher 
für Fürsten und Land von unzuberechnenden unglücklichen Folgen 
gewesen sein würde, wurde also noch einigermaßen verhindert. 
Heute wurde noch der Ueberrest unserer Fruchtsäcke bei 
Todesstrafe und eine hinlängliche Anzahl Betten für die Ver¬ 
wundeten bei militärischer Haussuchung und Strafe gefordert, ein 
Verfahren, welches nach so vielen Bettlieferungen unerhört und 
grausam ist. 
Sechster Ürief. 
den 10ten December 1793. 
Ohne Zweifel werden Sie, mein Bester, aus den deutschen 
Blättern die Nachricht und die näheren Umstände von der Schlacht 
bei Lautern oder eigentlicher gesagt von dem von den Preußen 
abgeschlagenen Angriff der Franzosen gelesen haben. Ob jene, so 
wie diese zu thun pflegen, ihre erhaltenen Vortheile erhöhen, die 
wahre Geschichte entstellen und indem sie sich noch unter den 
Schmerzen, die ihnen die Schlüge verursachten, winden, Siegs¬ 
lieder anstimmen, weiß ich nicht, da wir schon lange Zeit keine
        

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