Title:
Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich
Creator:
Horstmann, Philipp Bernhard
Work URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-2855
PURL:
https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-3872
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dem Fürsten und Hof zur Belustigung dienten, sondern dem Ver¬ 
gnügen des ganzen Publikums geweihet waren, und besonders, weil 
diese Anlagen dem Land keine Seufzer kosteten, da sie nach und 
nach aus des Fürsten Privatbeutel gemacht wurden und viele Arme 
ihr Stückchen Brod dabei verdienten. 
Schon geraume Zeit herrscht der Wahn bei der Armee, daß 
die deutschen Truppen besonders gegen die Nationalgarden und 
Volontairs aufgebracht seien und solche mit weniger militärischer 
Höflichkeit als die Linientruppen behandelten. Neuerlich hat sich 
das Gerücht verbreitet, daß jene inskünftige gar keinen Pardon 
bekommen, sondern ereignendenfalls ohne Schonung nieder gemacht 
werden sollten. Und dies war eine Hauptursache der starken De¬ 
sertion. Es wurde deswegen das Project gefaßt die Linien¬ 
truppen mit den Nationalgarden zu vermischen. Dies fand 
aber so vielen Widerspruch, daß davon abgegangen werden 
mußte. Statt dessen wurde aber decretirt die Linientruppen 
mit der Nationalgarden-Uniform zu decoriren und solche da¬ 
durch mit diesen in gleiche Verdammnis zu bringen. Das 
Traurige: Wo nehmen wir Tuch her, um alle diese zu kleiden? 
hat bewirkt, daß das Decret bis jetzt nur auf alle Infanterie- 
Offiziers ohne Ausnahme eingeschränkt worden ist. Diese müssen 
bei Verlust ihrer Stellen binnen vierzehen Tagen die National¬ 
uniform umhängen, ein Befehl, der solche bei dem Mangel an 
Tuch und durch die Kosten, die es ihnen verursacht, in die größte 
Verlegenheit setzt. Denn so gut der republikanische gemeine Sol¬ 
dat sich befindet, so schlecht ist die Lage des Offiziers, welcher sich 
der Dieberei nicht befleißigen will, da er mit seinen Assignaten, 
bei dem hohen Preis aller Bedürfnisse, solche von dem Sold nicht 
bestreiten kann. Doch dies sind ihre Sachen. Leben Sie wohl.
        

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