Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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Offiziere/ 17,000 Mann, inet. Nationalgarden, streckten die 
, Waffen. Um 8 Uhr werden die Thore von Straßburg besetzt. 
v. Werder. 
^London, 27. Setzt. Nachrichten aus der Pariser 
Umgegend melden, in Paris desertiren die gepreßten Mobil- 
garden in Schaareil von 20 bis 50 Mann in die Heimath. 
T Gegen 200 würden wegen Widersetzlichkeit erschossen. In die 
^ verlasseneil Dörfer kehrt die von den Franzosentrnptzen ver- 
11 triebene Bevölkerung allntählig mit denl mitgenonnnenen Ei- 
" genthunl zurück. 
Der Monat September 
war an lokalen Neuigkeiten sehr arm — reich aber an 
Theuerung der Lebensmittel aller Art. Für die 
, Hinterbliebenen der Einberufenen und die Armen wird 
seitens der Gemeinde nach Möglichkeit gesorgt; von 
( Auswärts kommt Hülfe von allen Seiten an Lebens"- 
v mittel und Geld doch Altes das wird wohl schwer- 
‘; lich den verschämten Armen, die noch ohnehin mit 
Einquartierungen stark bedacht waren, etwas eingetragen 
haben — und unter diesen herrschte in der That wirk¬ 
liche Noth. 
Die Bewegung von Truppen aller Art nach Frank- 
reich ist permanent, Infanterie, Cavallerie und Artillerie 
1 geht als Ersatz nach Frankreich; hell klingt „Das 
deutsche Vaterland" und „Die Wacht am Rhein" ans 
der einen Seite des Schienenweges, während auf der 
andern gefangene Franzosen, denen Hunger intb Elend 
auf Stirne iinb Antlitz tiefe Furchen gegraben, gelabt 
werden mit Speise und Trank, um alsdann nach Deutsch¬ 
land in die Gefangenschaft oder als Kranke und Ver¬ 
wundete in die Lazarethe weiter gebracht zu werden. 
Der Privatgüterverkehr stockt vollständig und in 
Folge hievon erscheint die Nr. 216 der „Saarbrücker 
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