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onlau, ven 2. Januar 184
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Poltschließfach Nr. 14.
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Feiertaqge. 8 —2 —46 8 2 auswärtige 15 4
Amtliches Publihaflonsorgan
dnem e nas drete iiuür die Bürgermeisterei Dudweilor
onatlich 70 — frei in's Haus
gebracht, *
ast bestellt 2 28 vierteljährlich.
Mit zwel Bellagen: * nektlamene
Innfgaslgif undq Hasta 313
5onntagsblast und Beitars Blätter. 80 pro Aspaltige Petitzeile.
Fernprech-Anschluß Saarbrüchen Nr. 69, 259, 260 u. 1261. Redaktlon, Drach und Verlag von J Unserkeller-Dudweiler. Bei Jahres⸗Abonnement Z„ochstet Aabatt.
mi: 53010 M gezren Tod durch Unfall Sei der Nürnberger Lebensversich erunesban! in Nürabern versichert. Jeder Un'all ift biunen einer woche nach Cintritt der Nürnberger Ledensversicherunzs-Bank anzuzeigen, an muß sich der Verletzte puerhals 2* Stunden uach dem Anfa in arztliche Behaudlung begeben. Todisfälle mülssen sp sn
— e fpätestens aber innerbalb aß Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gearat werben. Ueder die Vorausfetzung der Berii herung geven die Ber i derun aoedin zunzen Au'sf lrü, die vo u Berale oder von der Nürnberzer Lebensverücherungs-Ban? zu bezieden sind. — — —X a
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rangste Eisenbahnverbindung. * eigt sein. fur die Festungsstadte eimen höheren Anteil a.
Ih der Reichssteuer sestzusetzen, etwa 60 Proz. Diese Städt
reaster Zeit wird man auf bequemste Art unterkiegen inn Juteres?e der Allgemeinheit vielen Be—
Erpreßzuge von Berlin nach Petking gomdeln chränlungen; man vergleiche nur Mannheim und Mainz!
aird die tros der bisherigen Bahnverbindung Da wäre es ein gerechter Ausgleich, wenn Festungen ei
ãußerst komplizierre und kangwierige Reise ien hehrren Anteii an der Zuwachssteuer erhalien würden.
besehende 8 Der Entwurf duͤrfte wohl bald im Reichstagsplenum
Ir 8 giechta u —— —58* füh— vd een sein, dne d and aseen ig mi
4 e h ra n di den Ausnhrungsdestmmmgen zeitig einrichten können.
Elenrahn ganz —88 6 — Es wird — su ner Weg i die Peteranenbeihiuse sun
3 —* gene r aeet tahezu 29 Mill. M im Etat siehen, sodaß 245 000 Ve⸗
n r d Doite du h tarn ne Dendher n auhhedre Wodeinuhe es
oon Malatta, ——— im Eisenbaͤhns oipee doe; In int gade ere igee —X
Roskau, Tscheljabibst, Omst, Kolginwan, Ir seuͤer Verleilungsmaßsiab für die Enzelnen VBundesestaalen
chta. Urga Pekina, Tientsin (73) und Tsinanfu * 5 * —
ra a. Tsinansu ewährt werden; die heutige Uebung führt namentlich in
zayern zu großen Härten
manchen Einwand zu beseittigen, nur bedersen sie noch ir
nannigfacher Hinsicht einer redalione en Umarbeit und
Umstellung. Es geht bei einzelnen Patagraphen noch wi
draut und Rüben durchenander und zusammenhängend
Materien sind stark auseinandergerissen, besoönders in de
Frage der Anrechnungen auf den Einkaufspreis und de
Abzüge vom Verkausspre'ss. Wenn auch der Grundge
danke der Vorlage: Bestenerung des unverd'enien Wertzu
wachses Aunahme fand, so ist doch durch die Kommissio
dieser Gedanke schärfer ersaßt und klarer herausgearbeite
worden. Man darf von den Anträgen der Kommissio
sagen, daß sie nur den unverdienten Wertzuwachs erfaffe
aund nicht jede Preissteigerung inländischer Grundstücke
welche Gefsahr die Regierungsvorlage in sich trug. De
einfache Erwerbspreis wird jett um alle Nebentosten unl
Auslagen erhöht; das Baugewerbe hat dabei eine be
sondere Berücksichigung ersahren. In den meisten Fällein
— die nackte Bauplatzspelulation ausgenommen — trit
auch eine Verzinsung von 24 Proz. für unbebaute Grund
stücke ein, was gerade dem langfristigen Besitz zugut
lommt, da so in 20 Jahren eine Erhöhung des Erwerbs
»reises um 50 Prozent gegeben ist. Die Kommission ha
iberhaupt dadurch, daß sie dem Erwerhspreis manche,
zurechnete, was die Vorlage vom Verüußerungspreis albl
zezogen wissen wollte, das Gesetz sehr gemildert. Mar
iehme nur ein Beispiel:
Vorlage: RKommission
Grundstückankauf: 50 000 M. 50 000 M
Hausbau: 100 000 M. 100 000 M
Verkauf: 200 000 M. 200 000 M
Wertzuwachs: 50 000 Mk 50 000 M
Da die Vorlage nur den Ankauf des Grundstückes mi
50 000 Mark als Erwerbspreis ansah und die Rosten de
Hausbaues ant Verkaufspreis abziehen lassen wollte, s
wäre sie zu 100 Prozent Wertzuwachs gekommen. De
Kommissionsbeschluß rechnet Grundstückspreis und Haus
baudosten mit Recht zusammen und hat so einen Erwerbs
preis von 150 000 M., mit dem 50000 M. verdien
wurden. Es sind selbstverständlich in diesem Beispiel all
anderen Abzüge und Verrechnungen nicht berücksichtigt wor
den; aber man sieht schon daraus, daß gerade für da—
Baugewerbe die Kommcl fionsanträge erhebliche Verbesse
rungen enthalten.
Die Steuerstaffel selbst steigt von 10 Prozent vei ei
nem Wertzuwachs von 10 Proz. bis zu 30 Proz. bei ei
nem Wertzuwachs von über 290 Proz.; sür jedes Jah
der Vesitzsteuer tritt aber eine Ermäßigung der Sieuer un
Plrozent ein bis zu 30 Prozent sermes Betrages
also auch hier kommt zum Ausdruck, daß mar
»en langfristigen Besitz schöͤnen will. Die Bedenken man
her landwirtschaft ichen Kreise sind daher nicht begründe'
uder man rechnet die „Millionen-Kartoffelbauern“ und d'
Kaggesbauern“ zu den kleinen Landwirten, weil sie woh
leinen, abe“ um so wertvolleren Grundbesitz vor den To
en der Großstädte haben. Als erfreulich ist zu bezeich
ien, daß die Grundbuchsperre bis zur Vezahlung de
Steuer beseitigt worden ist.
Wenig befriedigen dürfte die Lösung der Gemeindezu
chläge. Nachdem das Reich vom Ertirag der Steuer 40(
Prozent an die Gemeinden abführt, liegt eigentlich ein in
zerer Grund für die Zulassung besonderer Gemeinde
uschläge nicht mehr vor. Man könnte solche verstehen
venn das Reich d'e Steuer nur für sich erheben wollte
Im allgemeinen ist die Reichsstener auch so ausgebaut
raß die Gemeinden ohne schwere Gesährdung berechtigte
Interessen nicht mehr so viel holen können. Laßt mar
ber Gemeindezuschlige zu, dann verriegelt sich das Reich
ie Türe zu dieser Steuer für immer. Es erscheint aucl
richt zweckmäßig, diese Steuer zum Spielball sür Ge
neindewahlen zu machen und dadurch immer aufs neu
ẽrregung unter die Grund- und Häuserbesitzer zu werfen
Ddie ganze Struktur der Kommissionsbeschlüsse läuft logisch
iuf ein Verbot der Gemeindezuschläge hmaus. Da zudem
isher so wenig Gemeinden von der Einführung diesen
Steuer Gebrauch machten, hat der Reichstag gar kein.
Leranlassung, die Gemeindeverwaltungen mit der Nas
auf diese Steuerauelle zu stoben. Endlich vürfte es ang
. — — —
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Nach einer Verfügung des Reichsschatzamtes verlieren
tle mit dem Datum vom 15. Januar 1882 ausgeferüg'en
— ——
em Datum vom 5. Januar 1899 ausgefertigten Reichs—
issenscheine zu 50 Mark mit Ende Dezember dieses Jah—⸗
res ihre Gültigleit. Sie werden vom 3. Januar 1901
nur noch bei der Königlich preußischen Kontrolle de
Staatspapiere in Berlin eingelöst.
* Dem Bundesrat wird, wie die „Neue polit. Korre
spondenz“ hört, binnen kurzem eine Vorlage zugehen, ir
welcher die Bestimmungen über die zolltechnisch«
Unterscheidung zwischen Kleie und Mehl neu
geregelt werden. Die Vorlage geht davon aus, daß e'ner—
seits der Kleiehandel nicht mit unnötigen Hemmnissen und
Weiterungen zu belasten ist, anderseits aber auch Vorkehr
dagegen getrossen werden muß, daß nicht Kleie zur zoll—
freien Einsuhr gelangt welche Mehl in hohen Prozent
ätzen enthält.
* Generaloberst von Lindequist ist zum Vorsitzen
den des preuzischen Landes Kriegerverbandes und des deut
ichen Kriegerbundes ernannt worden.
Aus dem Vatikan.
* Der Papst empfing im Thronsaal das diplomatisch
sorps zur Entgegennahme der Glückwünsche zum Jah
reswechsel, die der österreichisch-ungarische Botschaf—⸗
ter als Doyen aussprach. Der Papst dankte und spendete
den Anwesenden und ihren Angehörigen den apostolischen
Segen. Zum allgemeinen Erstaunen hat an dem Empfang
auch der portugiesische Geschäststräger, Marquis de Za—
hoaca, teilgenommen. Man glaubt in va ikanischen Krei—
sen daraus den Schluß ziehen zu dürsen, die Lage in
Vortugal müsse sebrkritisch sein.
Portugal.
* Die vorläufige Regierung der poriugilesischen Republit
hat nach Auflösueng dee Khoster-Kongregationen
angeordnet, daß sosort zu einer Aufstellung der Liste der
Güter, welche diese im Besitz haften, geschritten werde,
um sie zu schüten und dann dem rechtmäßigen Eigentü—
mer zu übergeben. Zu diesem Zwecke und um der Prüf—
ung der Bestzrechte die vo lste Unparseinchkeit zu sichern,
wird die Zubil igung dieler Güter in die Hände der Ge—
richte gelegt werden
*In Wiener über die Vorgänge und Stimmungen —
Portugal wohl unterrichteten Kreisen wird bestätigt,
daß die Lage der prodisorischen Regierung in Lissabon
zwar eine sehr schwierige ist, daß aber weder gör
nig Manuel, noch Dom Miguel Aussicht haben, auf den
Lhrem m slommen, da deren Anhang nicht stark genug sei,
*
*
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Melnoiu
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ule hestraften vorbrecher aDeuftschland.,
eit leider noch immer in der alten Stärke fortbesteht. Da—
gen bleiben 115 974 Verurteilungen wegen Diebstahls im
Zergleich zu der Zunzhme der Bepölkerung sehr gegen
ie früheren Verhältnisse zurück. Es fsolgen serner Verur—
eilungen wegen Beleidigung 59 803, Unterschlagungen
7 812, Betrugs 26 584, Hausfriedensbruch 25 032, wegen
Zachbeschöädigung 19 866. Widerstands und Aufruhrs
7893, wegen Urkundenfälshung 6496, Unzucht und
stotzucht 3292 und wegen Eidesverletzung 1022. Von den
Lerurteilten waren 462 745 männlichen und 85665 weib—
ichen Geschlechts. Nicht weniger als 246 091 waren be—
eits vorbestrast Bestraft wurden sferner 54693 Personen
m Alter von 12 bis unter 18 Jahren.
e wird, da auf vielen Strecken der ost
Zahnen wegen der außerordentlich schwierigen
ztnisse nicht mit voller Eilzuggeschwindigkeit
erden kann, 12 Tage betragen. Die Entfern
eutschen Reichshaupistadt von Tsintau beträgt
hienen gemessen, nicht weniger als 9100 Kilo—
intt man nun an, daß der ganze Weg mit einer
chen Zugzeschwindigseit von 30 Km. in der
ückgelegt wird, was der Wirkllichkeit ziemlich
n dürste, so ergibt sich eine Reisedauer von 12
wohl! einige Jahrzehnte später, wenn erst der
chnellbahnwagen allgemein eingeführt und die
otiven verdrängt haben werden, noch sehr
verkürzt werden dürftew.
te Verhbreßen n Desstschland.
e jährlich weger abrechen und Vergeher
erurteilungen c17 ein Maßstan für die Kul
bie mater ensvvVWet oder das Weylergeher
hetrach te 82 orgob⸗n e neue
Die Veschlüsse der Werteuwachsstener—
onnomnifssion.
Die 15. Kommassion des Reichz'ages hat ihre Arbei—
ten vollendet und das Zuwachssteuergesetz in drei Lesun—
gen beraten. Gesade die 15. Kommissien hat dies in
überreichem Maße erfalhren; das Plenum des Reichstages
wird hiervon auch nicht verschont bleiben. Denn auch die
Anhänger und Freunde dieser Besitzsteuer geben zu, daz
tine ungemein heitle Arbeit zu lösen ist. Aber wie die
gesamten Dinge heute liegen, muß sie gelkst werden und
die Zuwachssteuer muß trotz mancher Bedenken ange—
kommen werden; daran läßt sich heute nichts mehr ändern
Die Kommissionaheschlüsse sind auch dazu angetan
Der Kaiser und die Spionage.
Be der „Rhein.«Westf. Ztg.“ von militärischer Seite
geschrieben wird, hat sich der Kaiser über den Verlauf
des Spionageprozesses mehrfsach Bericht erstat
ten lassen, insbesondere über die einzelnen Etappen des
Fahrt der beiden englischen Spione. Im Anschluß daran
ließ sich der Kaiser über die geseblichen Maßnabmen zu
—
au, autung jeiner wurer Begug hatten. Er gu
turz Weisungen für die Erledigung der Briefe, und dann lieb
er nach Hemmelingen an den Stallmeister telegraphieren:
Sorgenbrecher melden, reite selbst.“
Als der Sekretär gegangen war, nahm Wolff Egon einet
Briefbogen, um, an Hans Hartmann zu schreiben.
„Hans, mein Junge — nun brauche ich dich. Nicht zun
helfen, wie wir's besprochen — das ist vorbei. Aber vielleicht
nach' ich weniger Dummheiten, wenn mein getreuer Eckar
nir zur Seite steht. Also tu' mir die Liebe und komm!“
Nach einer Stunde kam der Professor.
utgnAlso wirklich vorbei?“ fragte er nach der ersten Be
rüßung.
rheil Und ich rechne darauf, daß du, der über
eugteste Junggeselle unter Gottes strahlender Sonne, als
ald einen Freudenkantus anstimmen wirst.“
„Red' keinen Unsinn!“ verwies Hans ernst. Sie ha
ich also nicht gern? wiee Wenn w
3Im Gegenteill“ F
Fa, aber dann versteh' ich nicht —“.
Wolff Eaon wurde vlötßlich unageduldia. 054
Wir wollen nicht daruder sprechen, Hans — jseht nich!
Schließlich ist das alles noch zu frisch, und ich will nicht dara
rühren. Da die Tatsache feststeht, können die Gründe — zu
aächst wenigstens — gleichgültig sein. Ungleich wichtiger is
nir jetzt die Frage: Was fangen wir an, den Tag vollend⸗
ot zu schlagen? Hast du schon gegessen?“
„Nein, ich dachte, das könnten wir gemeinsam tun.“
„Vortrefflich! Ich habe Hunger — ganz tüchtigen Hun
jer, und das ist am Ende doch ein erfreuliches Anzeichen da
ür, daß meine Lebenskraft unter der Enttäuschung nich!
niederbrechen wird.“
Hans sah den Prinzen forschend an.
„Jedenfalls wünsche ich aufrichtig, daß die Anzeichen
ticht frügen.“
Der Prinz lachte gezwungen auf.
„Skeptiker! — Aber wohin gehen wir nun? Vielleich
ꝛu Schleich?“
„Ist mir einerlei.“
„Also gehen wir zu Schleich.“ Er zog die Handschuhe an
und griff nach dem Hute.
Der kurze Weg von der Ottostraße nach der Brienner
straße wurde ziemlich schweigsam zurückgelegt. Der Prin—
arbeitete gegen seinen Willen immer wieder die Eindrück
der letzten Stunde durch, und Hans begriff, daß es am beste,
ꝛi, ihn nicht zu stören. Außerdem mußte er mehkr von den
vahren Gemiitszustand des Freundes wissen und so wartet
er geduldia, bis Wolff Egon von selbst aus sich herausgebe
Ly * 2 3 j
wei Köniqskinder
nnen das xReden anders als ich, aber vielleicht
besser. Ich habe ein innerliches Leben voll Leid
er Enttäuschungen hinter mir, ich habe mich
ynt, Ursachen und Wirkungen zu vergleichen.
daben an Illusionen verloren habe, das ist mir
und Klarheit wiedergegeben worden. — Sie
iftnatur: Sie haben sich aus Trotz, aus Laune
etzt aus einem überströmenden Kraftgefühl am
n Ihre Erfahrungen gelten darum auch
selbitu
zeu so auch Zweifel in meine 2uverläßklich—
dfie
Inken und wandte sich halb ab.
n Ihrem redlichen Willen, mein
richend, „und vielleicht könnte die
Acanres meinem Sohne wirklich nützen;
oaß Ihrce —“ünsche Ihnen die Aufgabe, einem
Ie in Vater zu jein, leichter erscheinen lassen,
tirklichkeit ist. Glauben Sie mir — ich habe
edacht; ich habe ja so viel Zeit gehabt, das alles
n. Aber ich komme zu einem andern Schluß;
nen Weg gehen und entsagen. Ich sehe eben
e. Viéhlleicht könnte alles gut sein, wenn mein
im Mittelpunkte unserer gemeinsamen Sorge
Sie schwieg einen Augenblick und setzte dann
Ueberwindung hinzu: „Aber wir sind beide
vürden vielleicht eines Tages im eigenen Glück
für meinen armen Knaben völlifs veränderf
9
Elisabeth in einen Sessei, der veim zyenster stand. Sie ver—
barg das Gesicht in den Händen und wein ftill vor sich din.
Drunten fuhr ein Wagen im flotteften Tempo dabon,
und Elisabeth schreckte wieder empor. Sie stand auf und
sah dem Wagen nach, bis er nicht mehr zu sehen war. Ein
namenloses Wehgefühl brannte in ihrem Herzen, sie wußte:
dort fuhr das Glück dahin, es nahm ihre Jugend mil fort
„„Heb' wohl!“ sagte sie leise und mit auckenden Lippen
«Lebe wohl!“ *
nent war ihm selbst nud den Gäulen, die er ritt, so ofend
»erhängnisvoll geworden, daß er einigen Grund hatte, di
Zahn zu meiden. Aber das war vor der Reise nach München
jzewesen und der löbliche Vorsatz war unter ganz bestimmter
Voraussetzungen gefaßt worden. Die waren nun hinfällig
jgeworden und die Anfrage des Stallmeisters kam ihm
gerade recht.
Er mußte hinaus — irgendwohin, wo man lustige
Zeute traf, wo das Leben blühte und die Sonne lachte. Er
zühlte einen unbändigen Drang in sich, das Leben mit jedem
Nerv auszukosten, — zügellos, rücksichtslos, wenn sich's so
fügte und wenn das Vergessen dahinter lag. Er mußteé über
das fortkommen, was diese Stunde an Inhalt aus seinem
deben genommen, und die Welt sollte nunzeigen, was sie ver
mochte, einen einsamen Mann seiner Art zu trösten. Kan
die Komödie dabei vorzeitig zum Abschluß — um so besser
dann! Sie war ohnehin keinen Gedanken und noch wenigen
eine Träne wert.
Da war es, als sähe er Elisabeth vor sich stehen, und
ihre Mahnung fiel ihm wieder ins Ohr und in die Seele:
„Hüten Sie sich vor dem Trotz, mein Freund —“
Er lachte ingrimmig auf, so daß der Kammerdiener, der
ihm beim Umkleiden behilflich war, ihn erschrocken ansah.
Wundervoll, wie gut sie ihn kannte, und wie genau sie
vußte, was nun kommen würde! Und daß sie ihn gerade vor
dem einzigen gewarnt hatte, was ihm übrig blieb. Denn in
einer Lage gab es nun doch einmal nur zwei Dinge: den
Trotz, der am Leben festhielt, oder die Verzweiflung, die das
Leben verneinte. Die Verzweiflung fand er lächerlich; ei
konnte sich auch um der besten Frau willen nicht sachte aus
dem Leben stehlen, and wenn ihm das Leben tausendmal bi—
zum Ueberdruß gleichgültig war — der Anlaß erschien ihn
nicht zwingend genug, es von sich zu werfen. AÄlso blieb nu
der Trotz, der sich knirschend mit dem einmal Gegebenen ab
'and, und der allein dazu helfen konnte, die fressende Glücks
sehnsucht zu betäuben. Und außerdem: Wenn er den einzi
gen Sport, den er wirklich mit Leidenschaft getrieben hatle
wieder aufnahm, so durfte selbst Elisabeth ihm keinen Vor
Durf daraus machen. Hier allein war doch so etwas, wie
ein Beruf, hier konnte er seine ganze Persönlichkeit einsetzen
und hier trat er, losgelöst von allen Standesvorrechten, mi
en Tüchtigsten und Besten in Wettbewerb.
Fine Viertelstunde später saß er vor seinem Schreibtisck
eben ihm stand Reinhard srin Sekretär, der die einge
ien stöffnete und e* en ir nach dem andern der
bdergab. Der übert“„ Ar. Alltägliche Sacher
k. 8 Besonderes enthielten.
Bde Angelegenheiter
J. Kaphtel.
Wolff Egon stürmte an dem Goieldirektor und den
Oberkellner vorüber und über die breite, mit weichen Tep
hichen belegte Treppe hinauf nach seinen Zimmern. éEi
hatte keinen der untertänigen Grüße beachtet, und erst der
Zimmerkellner weockte seine Aufmerksamkeit. Der war af
er den Prinzen kommen sah, dienstfertig voraufgeeilt un
machte, als er die Tür zum Salon geöffnet, eine üngewöhn
lich tiefe Verbeugung.
Wolff Egon blieb in der Türe stehen und sah mit einen
berächtlichen Lächeln auf den jungen Menschen herab. der sic
nicht aufzurichten wagte, solange der Prinz nicht vorbei war
„Sie sind in einer schlechsen Schule gewesen,“ sagte er
scharf. „Es ist ein schönes Ding um einen geraden Rücken
und ich für meine Person sehe lieber die Augen eines Men—
— als die Nähte eines mehr oder weniger fragwürdigen
Frackes.“
Er ging in den Salon, und der Kellner, der sich bei de
scharfen Zurechtweisung aufgerichtet und den Prinzen i
maßloser Verwirrung angestarrt hatte, ging still davon. —
Der Kammerdiener kam dem Prinzen entgegen und
nahm ihm Hut und Ueberrock ab.
„Ist die Post schon da, Schmidt?“
„Zu Befehl, Durchlaucht — Briefe und ein Telegramm.
Herr Reinhard wartet auf die Befehle Eurer Durchlaucht.“
„Bringen Sie mir das Telegramm ins Schlafzimmer;
die Briefe haben Zeit, bis ich mich umgezogen habe.“
Das Telegramm kam vom Stallmeister des prinzlichen
Ztalles: „Sorgenbrecher brillant in Form. Darf ich für
hoppegarten melden?“
Ein Leuchten ging über das Gesicht des Prinzen. Selbst
erständlich Jollte „Sorgenbrecher“ gemeldet, werden; fü
as Jagorthen natürlich und er selbst wollte reiten. Eigent
lich hatte er ach »rgenommen, nicht mehr au
dem grünen Jau fteigen Soein Tomvpore
ale rief er in aufbäumender Qual.
negen sie beide. Elisabeth ging langsam nach
Wolff Egon stürmte in maßloser Erregung
un war's wirklich vorbei, und seine Hoff—
Scherben.
er endlich am Tische stehen, auf den er sich
iden Händen stützte.
en Kopf gegen die Scheiben.
e Welt,“ sagte sie trübe. „Mein Sohn
inn nicht anders J
aut rang sich aus seiner Brust empor,
ick noch stand er wie in Betäubung. Dann
eim ins Schloß gefallen war, sanl