Full text: 43.1938 (0043)

Amiliches Organ der Wirtschafiskammer Saarpfalz und der Industrie- und 
Handelskammer zu Saarbrücken 
Mitteilungsblatt der Bezirksausgleichstelle für öffentliche Aufträge bei der Wirtschaftskammer Saarpfalz; der Bezirks: 
zruppe Saar der Wirtschaftsgruppe Eisen schaffende Industrie; des Verbandes zur Wahrung der Interessen der 
Betriebskrankenkassen im Saarland; des Getreidegroßmarkies Saarbrücken. 
Jeleitet von Oerichtsassessor a. D. Albert Lütke, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftskammer Saarpfalz und der Industrie- und Handels- 
kammer zu Saarbrücken. Schriftleitung: Trude Müller, Saarbrücken. 
Berliner Vertretung der Bezirksausgleichstelle Saarpfalz: Berlin NW 40, Köniuxsplatz 53, Fernsprecher 11 4616, 
Außenhandeı für Baden, Pfalz und Saarland, Mannheim L12, Fernsprecher 357 31. 
Jruck und Verlag: Buchzewerbehaus Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Völklingen — Fernsprechamt Saarbrücken: für die Schriftleitung 28921, für 
Druckerei und Verlag 220 15, Schriftleitung: Saarbrücken 1, Hindenburgstr. 9, Postfach 371/72 — Die Zeitschrift erscheint wöchentlich — Bezugspreis: 
Yierteljährlich 6.50 RM. Preis des Einzelstückes 50 Rpf. — Anzeigenpreis nach Preisliste Nr. 5 — Zahlungen auf das Postscheckkonto Saarbrücken 36, 
Buchgewerbehaus Aktiengesellschaft, Saarbrücken. 
Nachdruck nur mit Quellenangabe und Zustimmung der Verfasser und der Schriftieitung zulässig! 
Unverlangte Einsendung von Büchern begründet keinen Anspruch auf Besprechung. 
a — 
Nr, 1 
ar 
INHALT: 
%) Jahre Saarpfalz-Rhein-Kana! . 
Herstellunss- und Verwendungsverbot für bestimmte Gegenstände aus 
Eisen um! Stahl * . . . 
Regelung des Verkehrs mit Kautschuk, Kautschukwaren, Gummiabfällen 
und Asbest * * * . 
Normung von Zigarettenpackungen & 4 
-UMLENPICLAC 
Verkehr mit Säcken 
Metallnreise 
Meldepflicht für Hersteller von Mischfuttermitteln 
Zrrichtung eines deutschen Konsulats in Epinal 
dauptzollamt Saarlautern - . - 
“ranzösische Stempelgebühren auf Zollquittungen 
“ranzösische Zolländerungen für Textilien 
ndustrielle Lehr- und Anlernberufe 
Ausdebheimgr des Mieterschutzgesetzes auf sämtliche Neubauten 
Saarbrückc 
Januar 
a 
43. Jahrgang 
Einheitsbewertung der gewerblichen Betriebe und Veranlagung der Ver- 
mögensteuer und der Aufbringungsumlage ” . „13 
Meherstellung des planmäßigxen Ausbaues der deutschen Eisenindustrie . 14 
Jorsitzeinder der Spruchstelle für Reichsmarkbilanzen — Verwendung von 
Zelbwolle bei Kunstleder usw. (3) — Gebührenordnung der Veberwachungs- 
telle für technische Erzeugnisse (4) — Herstellungs- und Errichtungsbe- 
chränkungen — Marktregelung für das graphische Gewerbe (5) — Wirt- 
chaftsgruppe Ambulantes Gewerbe und Fachgruppe Rohproduktengewerbe — 
nteressenverband deutscher Häuteverwertungen — Gemeinschaftsveranstal- 
ungen und Unfallversicherung — Rechnungswesen in der Versicherung — 
Devisenerlasse (6) Bergbaustatistik — Maschinenbau A.O. vorm. Ehrhardt 
x Sehmer — Gebr. Adt (7) — Doggererz-Bergbau G. m. b. H. — Deutsche 
Zolländerungen (8) — Umsatzsteuerumrechnungssätze (13) — Preissenkung 
ür Halbfabrikate aus Leichtmetall, Kakaoerzeugnisse, Reißbaumwolle (14) 
Preissenkung für Spinnstoffe und Spinnstofiwaren sowie Schmieröle 
Zuchbesprechungen — Ausschreibungen (13). 
Dozent Dr. habil. FRITZ HELLWIG, Saarbrücken. 
50 Jahre Sanrpfals-Nhein-Kanal (-Proickt). 
Um die Jahreswende 193738 hat die Saarwirtschaft Ver- 
anlassıung zu einem etwas eigenartigen Gedenktag: sind 
doch 50 Jahre vergangen, seitdem die saarländischen Wirt- 
schaftsorganisationen zum ersten Male mit dem Projekt 
ainer dirckten Kanalverbindung von der Saar zum 
Rhein hervorgetreten sind. Diese Tatsache zwingt förmlich 
‘u der Gegenüberstellung der noch nicht erfüllten Wasser- 
straßenforderung des Saarreviers auf der einen und dem 
jich ständig vervollkommnenden Ausbau der Wasserstraßen 
anderer deutscher Wirtschaftsgebiete auf der anderen Seite. 
Diese Fortschritte nur alle aufzuzählen, würde den Rah- 
nen dieser Betrachtung sprengen; an der Feststellung der 
Tatsache aber und der notwendigen Gegenüberstellung 
dessen, was diese vergangenen 50 Jahre auf dem Gebiete 
der Wasserstraßenverbindung gebracht haben, wird man 
licht vorübergehen können. Zugegeben: die grundlegenden 
Veränderungen in der politischen und wirtschaftlichen 
Lage des Saarreviers in der Vor- und Nachkriegszeit waren 
licht dazu angetan, die Stoßkraft der saarländischen Was- 
serstraßenforderung zu verstärken und setzten auch Jahr- 
zehnte hindurch an die Stelle der Saar-Pfalz-Rheinver- 
Indung den Ausbau der Saar-Mosellinie; das ändert aber 
lichts daran, daß das Saarland heute noch hinsichtlich des 
Wasserverkehrs auf dem Stand von vor 50 Jahren (genau 
ZENOoM men. noch auf dem Stand. der mit dem Ausbau 
ler Saarkanalisierung bis Ensdorf im Jahre 1879 erreicht 
vurde) steht, daß dementsprechend seine Frachtlage in 
\nbetracht der Fortschritte, die andere Wirtschaftsgebiete 
ür ihre Wasserstraßenlage erhalten haben, sich im Ver- 
ıältnis dieser Fortschritte verschlechtert hat und daß zu 
len Gründen, die die Saarwirtschaft für ihre Kanalforde- 
ung aufzuführen hat, infolge dieser Entwicklung heute 
ach noch der Gesichtspunkt der Billigkeit und der Gleich- 
’erechtigung getreten ist. 
Am 20. Dezember 1887 faßte der Verein zur Wahrung 
ler gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Saar- 
ndustrie unter dem Vorsitz des späteren Freiherrn von 
;tumm-Halberg in der die Saarwirtschaft seit Jahren be- 
vegenden Kanalfrage eine Entschließung, die wenige 
Vochen später, am 6. Januar 1888, wörtlich von der Han- 
lelskammer zu Saarbrücken übernommen wurde. Die Ent- 
chließung lautete: 
„Der Verein erblickt in der Ausführung der Kana- 
lisation der Mosel von Metz bis Koblenz auf Staats- 
kosten eine schwere Schädigung der Industrie, des 
Bergbaues und der gesamten wirtschaftlichen Entwick- 
lung des Saargebietes, Die gleichzeitige Kanalisierung 
der Saar von Ensdorf bis Conz kann als genügendes 
Aequivalent für diese Schädigung nicht angesehen wer- 
den. Nur die Fortsetzung des Kanalisationsnroiektes
	        
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