konnte solchen Leuten nur erwidern, daß sie gewiß die Saar⸗
bevoikerung nicht kennen würden, die niemals üm eines Linsen⸗
gerichts wuͤlen ihre nationale Zugehörigleit — würde.
Gang abgesehen davon, daß schon * die wirtsha tliche vLage
im Sgargebiet mindestens ebenso schlecht, wenn nicht in mancher
Hinsicht sogar schlechter ist als im übrigen Reich.
Auf jeden Fall hatte man im Saärgebiet erwartet, daß die
saarländischen Autonomisten bei der Landesratswahl einmal
den Versuch machen würden, ihre früheren Behauptungen unter
Beweis zu stellen. Denn da bot sich eine wunderbare Gelegen⸗
heit, für die notwendige Klarheit Sorge zu tragen. Denn
wenuwirktich die Hälfte der Saagrbevölke—
rung nichts nehr von einer, ‚Rückkehr zum
utß wiffen wollte, wäre sie auch agot
bereit gewesen, bei einer sereene Wah
dieser Meinung Ausdruck zu geben, um schon
auf diese Weise dem aungeblich, ersehnten
Ziele näher zu kommen. Man stelle sich vor, was es
dedentet hätte, wenn von den 30 Mandaten mehr als die Hälfte
auf eine autonomistische Tatg gefallen wären! Aus einer An⸗
deutung in der Chronik konnte man schließen, daß ursprünglich
die Absicht bestanden hat, mit einer eigenen Liste eere
ren. Es scheint allerdings so, als ob die französische Bergver⸗
waltung rechtzeitig ein Veto eingelegt bzw. mit der Ent—
ziehung der Geldmittel gedroht hat. Denn dort war man .
—8 bewußt, daß trotz allen virtschaft⸗
ichen Druckes und trotz aller Wirtschaftsnot
eine solche Liste 37wig nicht mehr Stimmen
erzielt hätte alsim FJahre 1924. Deshalb hat
man es vorgezogen, von dieser Sache die Finger zu lassen. Denn
ein erneuter Mißerfolg hätte dazu geführt, man auch in
Frankreich nirgends mehr das —— — hätte auf⸗
tischen können. Auch wären dann vielleicht endgültig die Mittel
aus dem französischen Propagandafond gesperrt worden, weil
man endlich eingesehen hätte, daß es sich um völlig nutzlose
Ausgaben handelt.
Es entbehrt nicht einer gewissen Komik zu lesen, wie die
sagenhafte Arbeitsgemeinschaft ihre Passivität in Chronik
begründen sucht. Man muß dabei zugeben, deg sih die Herr⸗
chaften gewiß v in einer beneidenswerten Lage befanden.
uf jeden Fall verdient es dieses Dokument, wörtlich im Saar⸗
rund verewigt zu werden. Es wird manchem zur Erbeiterung
enen.
„Am 13. März, just an dem Tage, wo Deutschlands
»— gewählt wird, finden auch die Wahlen zum
sr ändischen Landesrat statt. Wir haben an dem Thegater,
s da wieder einmal veranstaltet wird, nicht das geringste
Interesse. Diese Landesrat genannte reishe Spott⸗
geburt, diese Lächerlichkeit, wie man sie in der ganzen
zivilisierten st nicht mehr vorfindet, können wir ruhig
ihrem Schicklal überlassen.
Das zweite Straßburg?
Einmal schon schlug tiefste Wunde
Frankreich uns mit frechem Hohn
In der unglücksel'gen Stunde,
Da auf seinem Sonnenthron
Uns jein König Straßburg raubte.
Schmerz durchbohrt noch das Gemüt,
Wenn von deutschen Münsters Haupte
Grell die Trikolore glüht
Und nun streckt zum zweitenmale
Frankreich aus die Knochenhand
Rach dem saar durchfloss'nen Tale
Dort in dem Saarbrücker Land.
Wo in echter deutscher Treue
Schutzlos an der Grenze steht
Stadt Saarbrücken und aufs neue
Täglich laut um Hilfe fleht.
Deutschland höre, Deutschland
All ihr Völker gebet acht, swache!
Daß nicht wieder dort entfache
Frankreich übermüt'ge Macht.
Was ist denn der Landesrat des Saargebietes sonst als
das Privatvergnugen der Parteien, denen es im Traume nicht
sen in Zwitterparlamentchen vroduktive Arbeit
u leisten!
e war dieser Landesrat nichts als eine Tribüne
hon Volisrednern und solchen, die es werden wollen, von
deuten, die da Reden zum Fenster hinaus hielten, auf die
Winke ihrer Berliner Vorgesetten 8 Sentiments
um —3— gaben und im übrigen ihren Hetzreden freien
—* ließen. Und wenn sie auch den Willen gehabt hätten,
im Interese des Saarvolkes wirklich produktive Arbeit zu
leisten, ätten sie ja me und nimmer die Gelegenheit
dazu gefunden, da ja der Landesrat, wie dies auch nur dem
Zaarstatut Apant nicht die geringsten parlamentarischen
Rechte besitzt. Sich unter diesen Umständen — andere wich⸗
tige Umstände treten noch hinzu — an den Karnevalswahlen
des Saargebietes zu beteiligen, wäre geradezu absurd. Die
Leute läßt man gerne unter sich.
Uebrigens ist die „Arbeitsgemeinschaft“ keine *
ondern eine —— verschiedener vorne mlich
wirtschaftlicher Verbände, deren Mitglieder sg aus allen
ozialen, gesellschaftlichen und ——S——— chichten der
Saarbevölkerung reeten
Das sei für ꝑ den Neugierigen gesagt, die uns 7
fragen, warum wir uns nicht an den Vesin beteiligen: Weil
zwischen uns und den Berliner Parteien im Saargebiet ein
uͤnüberbrückbarer Abgrund klafft, weil wir mit ihren poli—
tischen Privatunternehmen nichts zu iun haben
wollen und weil wir den Betrug des Saarvolkes nicht mit⸗
zumachen gesonnen sind. Wir sind prinzipielle Gegner dieses
Volksbetruges, auch dann, wenn er sich in dem sogenannten
dandesrat austobt; wir sind und bleiben in unserer Haltun
konsequent. Das Weitere werden die Neugierigen wohl
früher erfahren, als es ihnen angenehm ist.
Arbeitsgemeinschaft zur Wahrnehmung
nchet aeeh
Es erübrigt sich wirklich, dem noch viel hinzuzufügen. Jetzt
st eine peme Wahl — also doch eine Volksabstimmung —
iuf einmal ein Volksbetrug. Vorher hatte man sogar eine so⸗
ortige Volksabstimmung über die politische Zugehörigkeit des
Zaargebietes gefordert. In ähnlichem Sinne wird man wohl
ruch 19835 das Ergebnis der Volksabstimmung u verkleinern
uchen. Vielleicht gibt man dann auch die Parole der Enthal⸗
ung aus, um diese Weise wenigstens noch diejenigen für
ich verbuchen zu können, die sich an der Volksabstimmung
deieiligen. Allerdings wird man in der Welt 1935 für sol
Karnevbalsscherze wenig Verständnis zeigen.
In den weiteren Nummern hat man dann als Protest
zegen diesen „Volksbetrug“ Wahlenthaltung prokla—
niert. Am Tage vor der — man dann noch durch
besondere Flugblätter zur blenthaltung aufgefordert
Daß die Stadt, die, uns verbunden,
Nie in deutscher Treue irrt,
Daß Saarbrücken, uns entwunden,
Nicht ein zweites Straßburg wirdl
Friedrich Schön.
Hhomburger heimatmuseum
eUnser Heimatmuseum wurde min letzter Zeit wieder mit
otelen Zuwendungen bedacht. Von Geschwister Leschhorn:
Kalender aus den Jahren 1819, 21, 26. 80, 32, 34, 36. 87, 88.
563. 655 und 59; dabei Straßburger, Zweibrücker, Bote vom Haardt⸗
gebirge usw. und ein Bild des Jak. Emig (eines Verwandten
der Familie), Demokrat, einer der Homburger, die Dr.
auf seinem Transport 1832 nach Kaiserslautern bei Bruchh—
befreien woll ten. — Von Prokurist Ehrmantraut: ein Bild der
Residenz Karlsberg, gerahmt. Von Karlsbergbrauerei: eint
anonenkugel, gefunden bei Renopierung hinterm Schloßberg⸗
Kurhaus. — Das Vereinswappen des Kriegervereins Homburg
1874, leihweise von alten Kriegervereinsmitgliedern und den
Waffenbrüdern. Von Frau Löhmer: Bild unseres Altbürger⸗
meisters Ernst Dümmler und ein lithographisches Lesebuch von
1837 von Ernst Dümmler. Von Suyndikus Bilß: Rroschüre: Wlie