Full text: Adreß-Buch für den Kreis Merzig

Die Piehzucht hat von jeher im Kreise besondere Beachtung gefunden. Leider 
wurde frůher jedoch weniger auf gute und zweckentsprechende Auswahl gesehen. In 
den letzten dreißig bis vierzig Jahren jedoch machten sich wie auch sonst, so auch hier 
infolge staatlicher wie privater Anregung Bestrebungen geltend, die die hebung der 
Biehzucht im KAreise zum Fiele haben 
Eine vergleichende Uebersicht ergibt für die einzelnen Viehgattungen folgende 
Kesultate: 
b Jahre 1816 waren im Kreise Merzig 2924 Pferde 6642 Stück Rindvieh, 
osay Schafe, s108 Schweine, 110 Ziegen. 1864 waren vorhanden: 2692 Pferde, 
Obos Stũck Rindvieh, 4679 Schafe 1637 Ziegen, 6296 Schweinero Esel. 189 2 gab 
es 2206 Pferde, 14512 Stück Rindvieh, 818 Schafe, 2890 Fiegen, 160436 Schweine. 
Aus den vergleichenden Fahlen ergibt sch zunächst die Catsache, daß seit 1816 bis 1892 
die Fahl der im Kreise gehaltenen Pferde von 2924 auf 2206 zurückgegangen ist. 
Diese Berminderung der Pferde erklaͤrt sich durch die seit Milte des vorigen Jahrhunderts 
immer größer gewordene Zunahme der Verwendung von Rindvieh zum Aderbau— Für 
den kleineren Bauer ist die DBerwendung von Rindvieh als Fugtiere eben vorieilhafter 
als Pferde. Der Pferdeschlag zeichnet sich in keiner Weise aus, wie die Resultate der 
periodischen Pferde Revisionen ergeben.Es tragen in neuerer Zeit die Beschälstationen 
mit Hengsten aus dem Staatsgeftüte Wickerath zur Besserung des Pferdematerals bei 
Die seit 1816 immer mehr gestiegene Zahl des gehaltenen Rindviehes findet im 
Vorsiehenden schon seine Hauptertlärung. Die Sunahme an Stüũckzahl von 1816 bis 
1892 ergibt 3663 Stück. Auch auf dem Gebiete der Rindviehzucht werden seit Jahren 
die Bestrebungen nach besserem und ertragreicherem Materiat eifrig betrieben. Die 
S5chafzuch t ist allmählich zurũckgegangen. Zur Zeit der letzten Zählungen hatte sich 
indessen der Bestand wieder eiwas gehoben. Die Ziegenz ucht, die sich mit dem 
Milchertrage wohl vorteilhafter erweist, ist im fortwährenden Steigen begriffen, ihr 
wird insbesondere in der Siadt Merzig behördlicherseits lebhaftes Interesse entgegen⸗ 
gebracht. Die Schweinezucht endlich hat sich seii 1816 sogar vervierfact. 
Es wurden gezählt 
in den Jahren Schafe Ziegen Schweine in den Jahren 
1816 10849 a 104 1904 
1631 6095 1907 
1861 —X 908 
664 2679 q09 
1892 818 38590 6454 3910 
900 4248 2545 19956 1911 
1902 2726 — 21022 1532 
Schweine 
20876 
24274 
21421 
204512 
25283 
23213 
20937 
168 
Handel und Verkehr 
sind in verschiedenen Orten des Kreises recht lebhaft und äußern sich namentlich bei den 
Wochen. und verschiedenen Viehmärklen, wie solche in Merzig, Besseringen, Meitlach, 
Cosheim, Wadern und Weiskirchen regelmäßig abgehalten werden. Diese Märkte ver. 
mitteln den Absatz eines großen Teiles der Candes⸗Erzeugnisse. 
SIchiffFahrt 
Die Schiffahrt auf der Saar, die früher in ziemlicher Blüte stand und viele Per— 
sonen aus Merzig, Mettlach und Keuchingen beschäftigte, ist seit dem Bau der GEsen— 
bahn immer mehr zurückgegangen und beschränkt sich heute nur noch auf einige Schiffe 
für Befrachtung von Steinfohlen. 
Brücken über die Saar sind im Kreise von Beckingen nach Rehlingen (Kreis Saar- 
louis), von Merzig nach Hilbringen von Besseringen nach Schwemlingen und von 
Meitlach nach Keuchingen und eine neue Eisenbahnbracke bei Mechern zur Ueberführung 
der zur Feit im Bau befindlichen Eisenbahninie Merzig — Waldwiese — Bettsdorf — Metz. 
Die Industrie 
zählt im Kreise mehrere größere Etablissements. Die ältesten Werke sind diejenigen 
der Firma Villerop &e Boch in Merzig und Meitlach. 
Die Tonwaren · und Terrakotta· Fabrik von Villeroy & Boch in Merzig wurde 1655 
zegründet. Dieselbe fabrizierte in den ersten Jahren nur französische Formziegel und 
RVöhren zu Drainagen. Brunnenleitungen, Kaminen ufw., heuie werden in derselben 
Terrakotia· Garten · und Grabfiguren Bauornamente und Vasen, sowie Steinzeugröhren 
Trottoirplatten und einfarbige Mosaikplaiten hergestellt.
	        
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