Full text: Der Bergmannsfreund (18)

XVIII. Jahrgang. 
XNr. 25. 
Saarbrücken, 
den 22. Juni 1888 
rgm 
* 
—8 
Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Vergleute. 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiestgen Gruben und 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Preis für das Vierteljahr bei der Expedition 30 Mpfg., duͤrch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 40 Mpfsg. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Monats zu berichtigen. 
Auch Kaiser Iriedrich — kot! 
— — — 
O, armes Deutschland! Welch ein zweiter Schlag, 
Da man den ersten nie verschmerzen mag! 
Kaum ruhet Kaiser Wilhelm in der Gruft, 
Den edlen Sohn der Ew'ge zu sich ruft! 
Wohl pochte jedem Deutschen längst das Herz, 
Wenn jener tück'schen Krankheit herber Schmerz 
Von Neuem in des Dulders Körper wühlt 
Und nur auf kurze Zeit uns noch verhüllt, 
Daß keines ird'schen Arztes Kunst vermag, 
Zu längern selbst des Kaiserherzens Schlag. 
A 
Vor Seinem Sterbebett und schauen nimmermehr 
Den zweiten Kaiser, den in voller Kraft 
Fin tückisch Leid so früh dahingerafft. 
Germania! O, weine dir die Augen rot 
Um deines besten Sohnes frühen Tod! 
D, wein' dich aus, es schweigt ein edles Herz 
Voll Mitgefühl für seines Volkes Schmerz, 
Fin Herz voll Liebe, frei von List und Trug, 
Das nur für Deutschlands Wohlfahrt schlug! 
Es ruht ein ritterlicher Fürst, ein wahrer Held, 
Der sich den Lorberkranz auf blut'gem Feld 
Geholt. Ein Fürst des Friedens, Friedrich war 
So kräftig einst und nun so bleich und starr! 
Sein schweres Leiden, es vermochte nicht 
Ihn abzuhalten, Seiner Herrscherpflicht 
Mit seltner Energie und Arbeitslust 
Zu leben, Seiner Geisteskraft bewußt. — 
Im Kreise Seiner Lieben freundlich, mild, 
Bleibt er dem deutschen Mann ein Musterbild 
Bei ihnen sucht er nach des Tages Last 
Erholung, Freude und ersehnte Rast. — 
Nun brach die Körperkraft das tück'sche Leid, 
hat wohl von ird'schem Weh Ihn nun befreit, 
In deutschen Herzen aber lebt Er fort 
Stets unvergeßlich, dieser Friedenshort! — 
So schlummre, leidensmüder Kaiser, du 
In wohlverdienter, süßer, ew'ger Ruh'! 
Schenk.
	        
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