Full text: Der Bergmannsfreund (5)

J. Jaurgang. 
Ar. 4. 
ergm 
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Eaarbrücken, 
den 1. Januar 1875. 
Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Bergleute. 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und den 
benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Breis für das Vierteliahr bei der Erpedition 80 Mpfg. durc die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 40 Mpfg. 
Der Abonnementsvpreis ist im Laufe des ersten Ronié zu berichtigen. 
Mit dem neuen Jahre 1873 be— 
—.. ginnt der Bergmannsfreund 
seinen fünften Jahrgang. Es wird gebeten, die Be— 
dellungen auf das 1. Quartal 1875 möglichst früh⸗ 
zeitig zu machen, und zwar für Saarbrücken bei der 
Erpedition, auf den benachbarten Gruben bei den be— 
treffenden Boten oder den sonstigen bekannten Stellen, 
im Uebrigen bei den nächsten Postanstalten. 
Die Abonnemenispreise für das Quartal bleiben nach 
wie vor: in der Expedition zu Saarbrücken 30 Mpfg., 
durch die Boten oder durch die Post bezogen 40 Mpfg. 
Amtliches. 
Der Bautechniker Joseph S chäfer ist vom 1. Januar 
ab als Bauwerkmeister auf Gruͤbe König⸗Wellesweiler angestellt. 
Der seitherige Büreaudiener Peter Kiefer ist zum Schlaf— 
gausmeister auf Grube Heinitz ernannt und an seiner Stelle der 
Militärinvalide Johann Alt von Friedrichsthal probeweise als 
Büreaudiener bei der Berawerks⸗Direction angestellt. 
Zum neuen Jahr! 
Glückauf! 
Pit diesem frommen Bergmannsgruße 
Zrüß' ich dich, junges Jahr, auf neuer Bahn; 
Sei uns ein fröhliches im Zeitenflusse 
And fang' mit Freuden und mit Segen an, 
Sie mögen beide bis zu deinem Scheiden 
Beschirmend über uns die Flügel breiten. 
Glückauf! 
Des Krieges blut'ge Fahne weiche, 
Des Friedens Rosenscepier herrsche mild, 
Die Eintracht wohne nur ini Deutschen Reiche, 
And jede blut'ge Fehde sei gestillt, 
Die Liebe reiche ihre süße Spende 
Von deinem Anfang bis zu deinem Ende. 
Glückauf! 
Dem Kaiserhaus, das uns regieret, 
Glückauf der heil'gen Constitution: 
Die Treue, die auein zum Glücke führet, 
Umgebe der Regenten sichern Thron, 
Daß wir bei der Gesetze weisem Walten 
Uné nur allein gechet vn n halten 
Glückauf! 
Dem Redlichen in jedem Stande, 
Der es mit seinem Bruder ehrlich meint, 
Dem ganzen heißgeliebten Vaterlande, 
Das im Vertrau'n zum schönsten Bund sich eint, 
Es geb' ihm lohnend des Gelingens Weihe, 
Und Deutschland heiße stets das Land der Treue 
Glückauf! 
Dem Ackerbau, des Handels Mühen, 
Dem Lehr- und Wehrstand und der Wissenschaft. 
Nur im Vertrauen kann ihr Flor erblühen, 
Durch dies allein erstarket ihre Kraft. 
Nicht unterliegend einem Wechselspiele, 
Komm' jeder Wunsch zu einem sichern Ziele. 
Glückauf! 
Dem Bergmann, der für saure Mühen 
Aus unsrer Erde Tiefen Lohn erhält, 
Ihm möge Glück der düst're Schacht erziehen, 
Die Tiefe werde seine reiche Welt. 
Und löscht das Grubenlicht, hat er verfahren 
Die letzte Schicht, dann rufen Engelschaaren: 
Blückauf! 
Vom Gotthard⸗Tunnel. 
4. 
Bekanuͤtlich wird das bergmännische Riesenwerk des 
Tunnels durch den St. Gotthard, weicher unter diesem 
3000 Fuß hohen Alpenpasse hindurch eine neue Eisenbahn⸗ 
nerbindung zwischen Deutschland und der Schweiz einerseits 
ind Italien andererseits schaffen soll, seit 1872 don beiden 
Seiten her betrieben, auf der italienischen (südlichen) Seite 
deim Orte Airolo, auf der deutschen (nördlichen) unweit 
des Dorfes Göschenen. 
Wer sich das Bild einer plötzlich und schnell heran⸗ 
wachsenden Ansiedelung nach Amerikanischer Gewohnheit 
oor Augen führen will, findet dasselbe heute scharf ausge⸗ 
zrägt in dem bis vor einem Jahre noch ganz unscheinbaren 
Dörfchen Göschenen. So gut das schinale Thal mit seinen 
deilen Hängen den Platz gewährt, etwächst dort ein an— 
sehnliches Gebäude neben dem andern. Das ursprüngliche 
Dorf zieht sich in das Thal der Göschenen-Reuß hinein, 
velche hier in die vom Gotthard herabkommende Reuß 
nündet. Der neue Ort ersteht längs der großen Fahr⸗ 
traße welche in Soymmer- umd Winfertaren don Fu
	        
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