Full text: Der Bergmannsfreund (5)

sJ. Jahrgang. 
Xr. 6. 
Hergmannug, E 
Saarbrücken, 
den 5. Februar 1875. 
—8 
' 
Wochenblutt zur Unterhaltnug und Belehrung für Bergleute. 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und den 
benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
hreis für das Vierteljahr bei der Erpedition 8d Nopfg. durch die Posianfialten oder durch die besondern Boten bezogen 40 Mofg. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Nondts uu verichtigen 
Amtliches. 
Der seitherige Fahrsteiger Peter Becker ist nunmehr de— 
finitiv zum Obersteiger der Abtheilung Albertschacht von Grube 
Gerhard-⸗Prinz Wilhelm, sowie die seitherigen Grubensteiger 
Conrad Duchene 1J. und Friedrich Körner definitiv zu 
Fahrsteigern ernannt, ersterer für die Abtheilung Albertschacht 
der Gerhardgrube, letzterer für die Abtheilung Dechen der Grube 
deinitzz. 
Der Bautechniker von Mellin ist als Bauwerkmeister 
auf Grube Gerhard-Prinz Wilhelm und der Bergmann Peter 
Dörx als Kohlenmesser auf Grube von der Heydt angestellt. 
Der Bauwerkmeister Schmidt von Grube Gerhard⸗Prinz 
Wilhelm ist mit dem 1. Februar aus dem Kgl. Grüubendienste 
ausgetreten, sowie der Kohlenmesser Joh. Nik. 928 von Grube 
Heinitz mit dem 1. Februar vensionitt. 
Wie man Wasser ohne Fener zum Kochen 
bringen kaun. 
Manchmal, wenn es in einer Gesellschaft langweilig 
zu werden droht, kommt Einer auf den Einfall, allerla 
Räthsel und scheinbar schwierige Aufgaben vorzutragen. Da 
behauptet er z. B., die Hälfte von zwölf sei sieben, und be— 
weist dies dadurch, daß er eine römische XI in der Mitte 
— dort wo die beiden Striche der X sich kreuzen — quer 
durchstreicht, also die Zahl halbirt. Auf diese Weise erhaält 
man zwei VII, die sich am Fußende berühren: 
Der geneigte Leser möchte wohl fast beim Vlick auf 
die Ueberschrift vermuthen, daß er am Ende auch hier auf eine 
ahnliche Weise entnüchtert werde. Aber unbesorgt, er wird 
sehen, daß es wirklich möglich ist, ohne irgend welche Be— 
nutzung von Feuer das Wasser vor seinen Augen kochen zu 
lassen. Ja, es gibt sogar drei von einander ganz verschie— 
dene Wege, dieses zu bewerkstelligen. 
Fast habe ich aber ein wenig zu viel gesagt, wenn ich 
das Feuer ganz ausschließe, denn die Helfershelferin bei 
den beiden ersten Versuchen ist die liebe Sonne, die wir 
uns doch nach Allem, was von ihr bekanm isi, als einen 
zewaltigen Feuerball vorstellen müssen. Sie fendet uns in 
ihren Strahlen Licht und Wärme und dann noch etwas 
Geheimnißvolles, das wir nicht sehen und nicht fühlen können, 
welches aber doch schon emsige Forschungen entdeckt haben, 
und das uns in der Photographie diensibor gemacht ist.“ Von 
der Wärme haben wir am Meisten im Sommer. Dann 
reffen uns die Strahlen fast senkrecht und brauchen sich 
nicht, wie in den anderen Jahreszeiten, über eine so große 
Flaͤche auszubreiten und dadurch zu schwächen. Aber jeder 
Sonnenstrahl eilt für sich, immer im gleichen Abstand von 
einem Nachbar — wir nennen das parallel — an den 
Ort seiner Bestimmung. Und das Wasser, welches von 
ziesen Strahlen getroffen wird, kann keine bedeutende Wärme— 
Thöhung erfahren, da allzuwenig Sonnenschein es erreicht. 
Wollen wir es aber zum Sieden bringen, so muß es be— 
anntlich sehr stark erwärmt werden. Wenn es uns daher 
zelänge, soviel Sonnenstrahlen, wie erfordert werden, die 
Temperatur des Wassers zum Sieden zu steigern, von ihrem 
zradlinigen, parallelen Wege ab, in unser Gefäß zu führen, 
so hätten wir mit Hülfe der Sonne das Wasser zum Kochen 
gebracht. 
Und in der That hat uns die Erfahrung und die 
Wissenschaft hierzu das Mittel an die Hand gegeben. Die 
neisten von uns haben wohl schon als Kinder einmal ein 
ogenanntes „Brennglas“ in der Hand gehabt und mit 
duͤlfe desselben durch die Sonnenstrahlen ein Stückchen 
—* zum Brennen gebracht, oder sich muthwilliger Weise 
in Loch in die Kleidung gebrannt, oder selbst ein Stückchen 
dolz entzündet. Ein ähnliches Brennglas nun, allerdings 
u vergrößertem Maaßstabe und mil etwas veränderier 
Tonstruktion, thut uns den Dienst, auch Wasser zum Kochen 
zu bringen. 
Worin besteht aber dieses Brennglas, und wie wirkt 
es? Die Antwort hierauf ist einfach die: es ist ein Stück 
von einer Hohlkugel aus polirtem Metall, ein Hohlspiegel. 
Banz nach dem nämlichen Naturgesetze, nach welchem ein 
»lastischer Ball, den man gegen eine feste Wand schleudert, 
don dieser wieder zurückgeworfen wird, werden auch die 
Sonnenstrahlen, wenn sie auf einen Spiegel oder eine 
piegelnde Fläche fallen, von dieser zurückgeworfen (reflektirt). 
Aber sowohl der Ball, wie der Sonnenstrahl geht nicht in 
zeliehiger Richtung zurück, sondern ganz genau in demselben 
Winkel, unter dem er gegen die Wand oder den Spiegel 
rrifft, wird er auch wieder zurückgeworfen. Wer mit dem 
Billardspiel bekannt ist, weiß von diesem unwandelbaren 
Naturgesetze die praktische Nußanwendung zu ziehen. — Ist 
aun der Spiegel nach der Form einer Hohlkugel gekrümmt, 
so müssen fich nothwendig alle, denselben bon irgend einet 
Seite her — sei es von rechts »oder links. sei es von obe
	        
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