Full text: Der Bergmannsfreund (3)

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Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Vergleute. 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen * 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Preis für das Vierteljahr bei der Erpedition 3 Sgr. durch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 4 Sgr. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Monaͤts zu berichtigen. 
Amtliches. IJ 
Der Militäranwärler Joh. Heinrich Göbeler ist zum Bureau— 
Assistenten bei der Bergwerks⸗-Direction zu Saarbrücken ernannt. 
Der Grubensteiger Peter Kleinpeter von Grube von der Heydt 
ist pensionirt, und der Maschinenwerkmeister Peters von Grube Gerhard— 
Prinz Wilhelm auf seinen Antrag aus dem Kagl. Grubendienste entlaässen. 
Dem einsahrenden Hnappen. 
Knappe, auf zur neuen Schicht, 
Wenn der junge Tag anbricht!— 
Das ist Bergmann's Losungswort, 
In den Schacht muß er, vor Ort, 
In das dunkle Erdenreich, 
Dort sind all' einander gleich. 
Abschied nimm von Haus und Heerd, 
Fahre freudig unter die Erd'! 
Kaum beginnt der Tag zu nah'n, 
Hört man hell ein Gloͤcklein schall'n: 
Knappen ruft's von nah und fern, 
Ein Gebet zu sprech'n zum Herrn. 
Arbeit und Gebet, fürwahr, 
Ziemt der braven Knappen Schaar. 
Keiner weiß am frühen Morgen, 
Was der Abend bringt für Sorgen! 
Darum fahre nie vor Ort 
Unversöhnt mit Deinem Gott! 
Hast Du auch kein leichtes Loos, 
Gott fährt mit in der Erde Schoos. 
Ist's da unten auch grausige Nacht, 
Gottes Engel doch über Dir wacht. 
Wandle immer Gottes' Weg, 
Weiche nie von seinem Steg'! 
N. Plein. 
Arbeiterverhältnisse auf den Königl. Steinkohlen— 
gruben bei Saurbengen im Jahre 1872. 
viu 
Bergmännische Spar⸗, Vorschuß⸗ und Consumvereine. 
Der bereits im vorigen Jahre (Bergmannsfreund 1872 
Nr. 25) besprochene Rückgang der bestehenden 8 bergmän— 
nischen Spar- und Vorschußvereine hat sich aus den be— 
lannten Gründen, und namenilich in Folge der jetzt noth⸗ 
wendigen Baarzahlung zur Tilgung der Vorschüsse, während 
des Jahres 1878 noch weiter vonzogen. 
Mit Schluß des Geschäftsiahres 1871—72 haftten die 
Vereine nur noch 2158 Mitglieder. Die Einlagen der letztern 
betrugen 31,481 Thlr., die Reservefonds 17,276 Thlr. die 
noch ausgeliehenen Kapitalien (Vorschüsse) 34,869 Thlr., 
die im Laufe des Jahres zurückgezahlten Vorschüsse 51,081 
Thlr., die nen gewährten Darlehen 18,521 Thlr., endlich 
der vertheilte Gewinn 1518 Thlr. — Gegen das Vorjahr 
weisen alle diese Zahlen einen abermaligen Rückgang um 
durchgängig etwa die Hälfte nach. 
Neue Darlehen wurden in 1872 in größerem Um— 
fange nur mehr vom Vereine Reden-Merchweiler — aber 
nur gegen hypothekarische Sicherheit —, in kleinen Beträgen 
ausnahmsweise auch noch von den Vereinen Dudweiler— 
Jägersfreude und von der Heydt gewährt. 
Die Umwandlung der Vereine in reine Sparvereine ist 
nicht gelungen. Dagegen haben sich bereits in 1872 die3 
Vereine Kronprinz Friedr. Wilhelm-Geislautern, Sulzbach— 
Altenwald und Friedrichsth al-Quierschied definitiv aufgelöft; 
der Neunkirchener Verein ist nahezu ebenfalls aufgelöst, wäh— 
rend der Verein Gerhard-Prinz Wilhelm die Auflsung be⸗ 
schlossen hat. Von den bisherigen 8 Vereinen bleiben mit— 
hin nur mehr 3 in Wirksamkeit. 
Im Gegensatze zu den Vorschußvereinen gestalten sich 
die auf den Saarbrücker Gruben bestehenden 9 bergmänni⸗ 
schen Consumvereine zu einer immer lebensfähigern 
und segensreichern Einrichtung für die ganze bergmännische 
Bevölkerung. Wenn auch das Jahr 1872 bei verhältniß— 
mäßig nicht hohen Preisen der Lebensmittel nicht in gleicher 
Weise wie die beiden vorhergegangenen Kriegsjahre die nütz 
liche Wirksamkeit der Consumvereine hat hervortreten lassen, 
so ist doch der directe und indirecte Vortheil der letztern 
für den Arbeiterstand auch unter gewöhnlichen Verbältnissen 
ganz unverkennbar. 
Am Schlusse des Rechnungsjahres 1871-72 betrug 
die Mitgliederzahl der 9 Consumvereine 4777 oder etwa 
den vierten Theil der auf den Gruben beschäftigten Arbeiter. 
Die Summe des Verkaufserlöses belief sich auf 136,283 
Thlr., der erzielte Reingewinn auf 4024 Thlr. Dabei stan— 
den die Geschäftsantheile der Mitglieder auf 2750 Thlr., 
der Reservefonds auf 12,810 Thlr. — Der Louisenthaler 
Consumverein hat sich ein eigenes Haus in Püttlingen zum 
Preise von 3700 Thlr. erworben. 
Bei den meisten Vereinen ist man nach und nach dazu 
übergegangen, weniger auf hohe Dividende zu spekuliren, als 
vielmehr die Verkaufspreise möglichst billig zu stellen und 
dabei doch vorzüglich gute Waaren zu liefern. Zu bedauern
	        
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