Full text: Der Bergmannsfreund (3)

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Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Vergleute. 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Erxpedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Preis für das Vierteljahr bei der Expedition 3 Sgr., durch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 4 Sgr. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Monats zu berichtigen. 
Amtliches. 
Der knappsfchaftliche Kursprengel Elversberg ist in der 
Weise getheilt worden, daß dem bisherigen Knappschaftsarzte Dr. 
von Treskow zu Elversberg die ärztliche Behandlung 
der Knappschaftsgenossen in den Ortschaften Elversberg und 
Spiesen sowie auf Heinitzgrube verbleibt, während für Friedrichs— 
thal, Quierschied und Bildstock der Arzt Dr. Sommer zu Fried— 
richsthal als Knappschaftsarzt angestellt ist. 
Der ehemalige Bergschüler Heinrich Schenkelberger ist 
zum Grubensteiger auf Grube Heinitz ernannt. 
Arbeiterverhältnisse auf den Königl. Steinkohlen⸗ 
gruben bei Saarbrücken im Jahre 1872. 
VI. 
Saarbrücker Knappschaftsverein. 
Die manchfachen Schäden und Nachtheile, welche dem 
Saarbrücker Knappschaftsvereine aus dem Kriege gegen Frank— 
reich und dessen Folgen in 1870 und 1871 erwachsen waren, 
sind in 1872 bessern Verhältnissen gewichen und jetzt nahe— 
zu als beseitigt oder wenigstens wieder ausgeglichen anzu— 
sehen. 
Diese Wandlung zum Bessern verdankt der Verein 
zunächst dem seit Schluß 1871 rasch und mächtiger als je 
zuvor sich entwickelnden Aufschwunge der Gruben, welcher 
dem Vereine höhere Einnahmen in Beiträgen aller Art zu— 
führte; in noch bedeutenderem Grade aber den im Laufe 
des Jahres veränderten Bestimmungen des Knappschafts— 
statuts, welche mit dem 1. Oktober 1872 in Kraft getreten 
sind und einen Wendepunkt in dem gesammten Entwicklungs— 
Jange des Vereins bezeichnen. Schon vor dem Erlaß des 
neuen Statuts vom 26. Juli 1872 waren durch einen Nach— 
trag zum alten Statut mit dem 7. Februar 1872 zur Wie— 
derherstellung des gestörten Gleichgewichts in den Einnah— 
men und Ausgaben des Vereins die Beiträge der Mitglie— 
der und des Werkbesitzers um je 8 Sgr. pro Kopf der Arbeiter 
und Monat vorläufig erhöht worden. Mit Huͤlfe dieser Er— 
höhung der Beiträge gelang es denn auch, allen statuten— 
mäßigen Anforderungen an die Knappschaftstasse gerecht zu 
werden, bis das neue Statut zum Abschluß gelangte. Das 
letztere ergibt eine beträchtlich höhere Leistungfähigkeit des 
Vereins durch Erhöhung der Einnahme aus den Beiträgen 
der Mitglieder und des Werkseigenthümers und dem ent— 
sprechende Erhöhung der Invaliden-, Wittwen- und Waisen— 
Unterstützungen. sowie der Krankengelden 
Die finanzielle Lage des Vereins hat sich dabei we— 
sentlich gebesser. Während in den beiden Kriegsjahren der 
Verein eine Einbu ße an seinem Vermögen von 146201 Thlr. 
erlitten hatte, ist in 1872 eine Vermehrung des Gesammt— 
Vermögens um 119,205 Thlr. möglich geworden, womit also 
die Einbuße der Krigsjahre bereits nahezu wieder gedeckt ist. 
Mit Schluß des Jahres 1872 stellte sich das Vereins— 
Vermögen im Ganzen auf 739,256 Thlr. worunter indes— 
sen 19,894 Thlr. als Vermögen der Kranken-Unterstützungs— 
kasse für die nicht zum eigentlichen Knappschaftsverein ge— 
hörigen Arbeiter nicht einbegriffen sind, also noch hinzutreten. 
Der Verein zählte an wirklichen Knappschaftsgenossen 
zu Anfang 1872 18,713 Mann 
am Jahresschlusse 20,400, 
also im Mittel 1935560 Nann, welche von 78 Knapp⸗ 
schaftsältesten in ebenso vielen Sprengeln vertreten waren. 
Zur Krankenpflege sind in den verschiedenen Revieren 
29 Knappschaftsärzte angestellt. 
In den 3 Lazarethen des Vereins wurden im Laufe 
des Jahres ärztlich behandelt und verpflegt: 
477 Verletzte, 
700 gewöhnliche Kranke, 
zusammen 1177 Knappschaftsgenossen, 
von denen: 
1021 wieder als geheilt entlassen, 
50 gestorben sind, 
8 invalide wurden und 
98 am Jahresschluß in Behandlung verblieben. 
Aus der Knappschaftskasse waren am Jahresschlusse 
1872 im Ganzen zu unterstützen: 
1166 Invaliden. 
1458 Wiltwen, 
2622 Waisen, 
zusammen 3246 Personen, 
oder 59 Invaliden und 62 Wittwen mehr, dagegen 59 
Waisen weniger, im Ganzen also 62 Versonen mehr 
als im Vorjahre. 
In den beiden knappschaft lichen Waisenhäusern zu Bu— 
chenschachen und Ottweiler fanden 59 vater⸗ und mutter— 
lose Waisen, und zwar in ersterm 283, in letzterm 36, Auf— 
nahme, Pflege und Erziehung. Dieselben genießen, in so— 
weit sie schon schulpflichtig sind, den Unterricht an den be— 
treffenden Elementarschulen beider Orte. während die jüngern
	        
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