Full text: Der Bergmannsfreund (3)

Durchschnitt⸗ Schluß Dezember 
ůch 1872. is72. 
IJ. Kronprinz Friedr. Wilhelm⸗ 
Geislautern. 
a. Schwalbach⸗Griesborn. 869 894 
b. Dilsburg...... 77 81 
c. Geislautern.... 2658 249 
1211 1224 
II. Gerhard-Prinz Wilhelm. 
a. Alte Gerhardgrube und 
Viktoriaschacht. .. 1675 1725 
Albertschacht und Prinz 
Wilhelm .072 748 
2467 2473 
1177 154 
* 
II. Von der Heydt .. 
IV. Dudweiler⸗-Jägersfreude. 
a. Dudweiler. .3021 3116 
b. Jägersfreude.... 211 212 
3232 3328 
V. Sulzbach-Altenwald. 
a. Sulzbach..846 892 
b. Altenwald..... 18336 1918 
2682 2810 
VI. Reden⸗Merchweiler. — 7—7——7— 
a. Reden.. 139 1722 
b. Itzenplitz und Merch— 
weiler. 1336 1434 
2975 3156 
VII. Heinitz. 
a. Heinitz 
d. Dechen 
1727 1758 
1081 1101 
2808 2859 
VII. König⸗-Wellesweiler. 
a. Alte Königsgrube.. 938 1115 
b. Ziehwald-⸗Stollen.. 494 484 
c. Wellesweiler..139 152 
1571 1751 
IX. Friedrichsthal-Quierschied. 
a. Friedrichsthal.. 1389 1400 
b. Quierschied..... 28 29 
1412 1429 
Auf den Gruben 19,805 20,384 
X. Bergfaktorei Kohlwaage .. 11 12 
XIJ. Saarbrücker Hafenamt. 80 82 
Gesammt-Belegschaft 19,896 20,678 
Dazu: 
Pferdeknechte.409 487 
Ueberhaupt beschäftigt 20.305 21,115 
Ursprung und Entwicklung des Bergbaues. 
XXII. 
Auch die Bergwerke bei An naberg im Erzgebirge sind 
im 15. Jahrhunderte unter der Herrschaft des Herzogs Al— 
brecht von Sachsen entstanden. Nach der Sage träumte 
einst einem armen Bergmann, Daniel Knappe mit Namen, 
er werde draußen unter einem Baume ein Nest mit goldenen 
Eiern finden; als er nun nachgesucht, soll er unter dem 
50 
Baume den reichen Silbergang entblößt haben, welcher Ver⸗ 
anlassung zum Annaberger Bergbau wurde. 
Diese Sage ist in der Kirche zu Annaberg auf der 
Rückwand eines Altars, den 1521 die Bergknappen dori 
errichtet, bildlich dargestellt. 
Der eigentliche Beginn der nachher so reichen Berg— 
werke von Annaberg fällt in das Jahr 1492, wo ein Berg— 
mann auf dem Gebirge einen edlen Silbergang erschürfte 
und bald darauf auch ein anderer Bergmann, als er beim 
Fischen in einem Bache am Abende vor dem Frohnleich— 
namsfeste ein Stück Ufer verbrochen, ebenfalls reiche Silber⸗ 
erze entdeckte. Gelockt durch das neue „Berggeschrei“, 
strömten nun Tausende von Knappen herbei, das Bergglück 
zu versuchen. Aber nirgends war für sie ein Unterkommen. 
Da entschloß sich der Herzog, eine neue Bergstadt zu bauen, 
die 1496 begonnen und 15085 vollendet wurde. Anfangs 
hieß sie Neustadt oder nach dem Berge, auf welchem sie 
stand, Schreckenberg, bis ihr dann der Herzog den Namen 
St. Annaberg gab. Schon nach kurzer Zeit soll die Stadi 
über 12,000 Einwohner gezählt haben. 
Die fündigen Zechen zeigten sich überaus reich, und 
schon 1499 wurde eine Münze errichtet, deren Groschen 
unter dem Namen „Schreckenberger“ bald allgemein bekaunt 
und in ganz Deutschland verbreitet wurden. Bis in die 
Mitte des folgenden Jahrhunderts sind die Gruben unge— 
mein ergiebig an Silber, Blei und Kupfer gewesen, so daß 
beispielsweise nur bei einem Bergwerke, genannt „das 
himmlische Heer“, wohl zuweilen in einem Vierteljahre auf 
eine Kure 1000 Gulden Ausbeute gegeben wurden. In 
den ersten 4 Jahren (1496-1499) sollen die Gruben 
124,838 Thaler reinen Ueberschuß und in den ersten 80 
Jahren zusammen etwa 384 Millionen Thaler Ausbeute 
Jegeben haben. Um das Jahr 1540 waren an 700 Gruben 
in Betrieb. — Wie in Schneeberg, so wird auch den Ge— 
werken und Bergleuten in Annaberg eine überaus große 
Ueppigkeit und Verschwendungssucht nacherzählt, welche 
in der großartigen Ausbeute aus den Gruben ihren 
Grund hatte. 
In St. Annaberg lebte um diese Zeit der heute noch 
so oft genannte Rechenmeister Adam Riese als Lehrer der 
Rechenkunst, später als Gegenschreiber beim Bergamte. Er 
gab im Jahre 1550 eine Schrift heraus „Rechnung auf 
den Linien und Feldern auf allerlei Handthierung, gemacht 
durch Adam Riese,“ welche in vielen Punkten die Grund— 
lage unserer heutigen Rechenkunst geworden ist. 
Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts, wo die Er— 
giebigkeit der Annaberger Gruben bedeutend nachließ, ist 
der dortige Bergbau immer mehr zurückgegangen und auch 
jetzt von keiner Bedeutung mehr. 
Zwei Stunden östlich von Annaberg wurden 1519 durch 
annaberger Knappen in einer waldigen, wilden Gegend 
gleichfalls reiche Silbererzgänge erschürft, und in Folge dessen 
entstand 1521 daselbst die Bergstadt St. Marienberg. 
Die begonnenen Gruben stiegen in ihrem Ertrage bald auf 
Janz ungewöhnliche Weise, so daß bis zum Jahre 1577 den 
GBewerken an Ausbeute im Ganzen 314 Millionen Gulden— 
groschen gezahlt worden sind. Aber auch hier nahm der 
Ertrag, gleichwie in Schneeberg und Annaberg, rasch 
ab, und ist der Bergbau daselbst heutigen Tages nur mehr 
von ganz geringem Umfange. 
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