Full text: Der Bergmannsfreund (3)

III. Jahrgang. Saarbrücken, 
Nr. 13. Her gmanng, 28. win io13 
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Glück e 
— 
auf! 
Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Bergleute. 
— J— — 
Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Vreis für das Vierteljahr bei der Expedition 3 Sgr., durch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 4 Sgr. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Monats zu berichtigen. 
Mit der nächsten Nummer beginnt ein neues Quartals⸗ 
Abonnement des Bergmannsfreund. Es wird gebeten, die 
Bestellungen auf dasselbe möglichfst frühzeitig zu machen, 
damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. 
Amtliches. 
Vom 1. April ab sind der Grubensteiger Zoch von Grube 
Dudweiler⸗ Jägersfreude zum Fahrsteiger dieser Grube, der Gruben⸗ 
steiger Kirschner von derselben Grube zum Fahrsteiger au 
Grube Reden-Merchweiler, sowie der Aufseher Peter Spies 8. 
zum Grubensteiger und der Bergmann Rupp zum Kohlen⸗ 
messer, beide auf Grube Kronprinz Fried. Wilhelm-Geislauiern, 
ernannt. 
Arbeiterverhältnisse auf den Königl. Steinkohlen⸗ 
gruben bei Saarbrücken im Jahre 1872. 
Zahl der Arbeiter. 
Seitdem in den letzten Monaten des Jahres 1871 
die wieder günstiger gewordenen Eisenbahntrausportverhält— 
nisse auf den Saarbrücker Gruben eine flottere Kohlen— 
förderung und einen geregeltern Betrieb möglich gemacht 
hatten, ist die Belegschaft in stetigem Wachsen begriffen. 
Während dieselbe am Schlusse 1871 aus 18,975 Köpfen 
bestand, zählte man am 31 Dezember 1872 im Ganzen 
20,678 Mann, es hat also im Laͤufe des Jahres eine Ver— 
stärkung um 1703 Mann stattgefunden. 
Durchsschnittlisch waren während des ganzen Jahres 
1872 beschäftigt 19,896 Mann, wobei indessen die im 
Dienste der Pferdeförderungs-Unternehmer stehenden Pferde— 
knechte nicht mitgezählt sind. Vergleicht man diese Zahl 
mit derjenigen der Vorjahre, so hatte 
1865 eine Belegschaft von 15,8665 Mann, 
1866 16862 
1867 198,076 
1868 19,075 
1869 18,565 
1870 15,173 
1871 16,751 
187218 19896 
p Vie Belegschaft von 1872 setzt sich 
olgt. 
4 
1) Auf den Gruben selbst: 
Aufsichtspersonaa..... 409 Mann, 
Maschinenwärter und Kesselschürer. 836 , 
Eigentliche Grubenarbeiter, einschließlich 
Anschläger und Abzieher.. 16,168, 
Tage-Arbeiter... 21,487 
Arbeiter in den Schmieden und Werk— 
stätten, beim Holzschneiden, bei der 
— 
Grubenbelegschaft 153837 Mamn. 
Dazu: 
Arbeiter bei den Kgl. Koksanstalten 
zu Grube Dudweiler und Heinitz. 268, 
im Ganzen auf den Gruben 18808 Mann 
Außerdem waren beschäftigt: 
2) Bei der Bergfaktorei Kohlwaage. 111 
(darunter 2 Mann Aufsichtsper⸗ 
sonal) 
3) Beim Saarbrücker Hafenamte. 
(darunter 12 Mann Aufsichtsper⸗ 
sonal) 
mithin Gesammt-⸗Belegschaft 18 MNann. 
Von der Belegschaft waren 16571 Mann unter Tag 
und 8,325 Mann über Tag beschäftigt. Unter der letztern 
Zahl befanden sich 277 jugendliche Arbeiter (im Alter von 
14-16 Jahren). 
Zur Bewartung der in den Gruben verwendeten 428 
Pferde standen außerdem noch durchschnittlich 409 Pferde— 
knechte im Dienste der Pferdeförderungs-Unternehmer. 
Von der Belegschaft war ungefähr der fünfte Theil, 
nämlich 4069 Mann, deren eigentlicher Wohnort in größerer 
Entfernung von den Gruben gelegen ist und die nur über 
Sonntag ihre Heimath zu besuchen pflegen, in den Schlaf— 
häusern der Gruben einquartirt, während die übrigen 4 
Fünftel in den benachbarten Ortschaften und den bergmän— 
nischen Kolonien fest ansäßig sind oder wenigstens als soge⸗ 
nannte „Einlieger“ bei ansäßigen Familien wohnen. 
Die Anzahl der Frauen und Kinder der am Schluße 
des Jahres 1872 beschaäftigt gewesenen 20,678 Werksarbeiter 
belief sich auf 42,114 Köpfe. 
Die eigentliche, direkt beim Betrieb der Saarbrücker 
Gruben sich ernährende bergmännische Bevölkerung bezifferte 
sich also am Jahresschluß auf etwa 68,000 Menschen. 
Die einzelnen Gruben hatten folgende Belegschaft.
	        
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