Full text: Der Bergmannsfreund (3)

III. Jahrgang. 
Ar. 5. 
Saarbrücken, 
Her 9 m 4 n ! ⸗ nen 31. Jannar 1873. 
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Glück 
auf! 
Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung sür Bergleute. 
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Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Erpedition in Saarbrücken, alle Postanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Rreis für das Vierteljahr bei der Erpedition 3 Sgr., durch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 4 Sar. 
Der Abonnementspreis ist im Laufe des ersten Monats zu berichtigen. 
Amtliches. 
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem 
Fahl.iger Heinz von Grube Gerhard-Prinz Wilhelm, sowie 
den Grubensteigern Diesinger von Grube von der Heydt, 
Frank von Grube Quierschied und Müller von Grube Reden— 
Merchweiler das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen. 
Der Materialiensteiger Kleinpeter von Grube von der 
Heydt ist in gleicher Eigenschast vom 1. Februar ab an die 
Brube Dudweiler-Jägersfreude versetzt. 
Ein Rückblick über die Verwaltung des 
Saarbrücker HKnappschafts-Vereins 
und deren Ergebnisse, 
mit besonderer Berücksichtigung der letzten 20 Jahre. 
Vom Knappschafts-Direktor Barthold. 
II. Mittel und Leistungen des Vereins. 
a. Mittel des Vereins. 
Die Mittel zur Erfüllung der übernommenen Aufgaben 
erhält der Verein aus Beiträgen der Mitglieder, Zuschüssen 
des Werkseigenthümers, Erträgen des Vermögens und frei— 
willigen Zuwendungen. 
Die eigentliche wirthschaftliche Grundlage der gesammten 
Vereinsthätigkeit bilden die von den Mitgliedern und dem 
Werksbesitzer zu den Zwecken des Vereins aufzubringenden 
Beiträge. Lediglich von der Höhe dieser ist der Umfang 
und die Ausdehnung, welche den Leistungen des Vereins ge— 
geben werden kann, abhängig. 
Bedingung für die Existenz und Unterhaltung des Ver— 
eins ist daher, daß die Summe der Beiträge die übernom— 
menen Leistungen mindestens decke, womöglich aber noch 
einen Ueberschuß ergebe. Aus der Ansammlung dieser 
Ueberschüsse entsteht das Vermögen des Vereins, das fast 
ausschließlich, wie wir in dem, diesem Gegenstande gewidmeten 
Capitel ersehen werden, zinstragend angelegt, dazu bestimmt 
ist, als Reservefonds im äußersten Nothfalle, wenn besondere 
Kalamitäten, Krieg ꝛc. die Einnahmen des Vereins aus den 
Beiträgen vorübergehend herabdrücken oder abschneiden, Ver— 
wendung zu finden. 
Die Erträge dieses Reservefonds kommen der laufenden 
Einnahme zusätzlich zu Gute, ohne indeß neben der Haupt— 
summe der Beiträge iemals eine erhebliche Ziffer zu bdilden 
geschweige denn unabhängig von dieser je eine wesentliche 
Ausdehnung der Leistungen zu gestatten. 
Freiwillige Zuwendungen haben die Wirksamkeit des 
Vereins wiederholt erheblich gefördert; wo solche zu ver— 
zeichnen sind, verdankt sie der Verein dem Staate als 
Werkseigenthümer. 
Die bedeutendsten Anstalten des Vereins: das Lazareth 
in Völklingen, die Waisenhäuser zu Buchenschachen 
und Ottweiler sind aus freiwilligen Zuwendungen des 
Werkseigenthümers geschaffen und werden zum Theil aus 
diesen noch heute unterhalten. 
Vor der 'gesetzlichen Organisation des Knappschaftsver⸗ 
eins wurde der Beitrag von den Mitgliedern in einem Pro— 
zentsatze des Lohnes derselben erhoben und im Reglement 
von 1839 
1) für die im Wochenlohn stehenden Grubenbeamten auf 
1 Sgr. vom Thaler ihrer Löhne, 
2) für die im Gedinge und Schichtlohn arbeitenden Berg— 
leute auf 1 Sgr. 3 Pfg. vom Thaler ihrer Löhne, 
3) für Holzschneider, Tagelöhner auf 1 Sgr. vom Thaler, 
ferner im Reglement vom 23. Juni 1853 
für die sub 1 genannten Beamten auf einen fixen 
jährlichen Beitrag von 5 Thlr. und 
für die Arbeiter zsub 2 und 3 auf 1Sgr. vom Thaler 
ihres Lohnes 
festgesetzt. 
An außerordentlichen Beiträgen waren von den Mit—⸗ 
gliedern zu leisten, 
1) bei Beurlaubungen ein Feierschichtengeld im Betrage 
von 3 Pfg. pro Schicht, bei einem Urlaub unter 8 
Monaten, von 15 Sgr. pro Monat bei längerer 
Dauer desselben; 
bei der Verheirathung die sogenannte Trauscheingebühr 
zur Höhe von 1 Thlr. für Beamte, 20 Sgr. für 
Häuer, 10 Sgr. für Lehrhäner und Schlepper. 
Endlich sollten noch die über Grubenbeamte und Ar⸗ 
beiter verhängten Disziplinargeldstrafen in die Knappschafts— 
kasse fließen. 
Die Zuschüsse des Werkseigenthümers wurden dem 
Vereine in einem Antheile an dem Ertrage der Ladegelder 
bei dem Kohlen- und Koaksverkaufe, und zwar von den 
Verladungen zu Lande mit 1 38 4 vom Fuder (30 Ctr.) 
n n Wasser 1 2 3 2 21 — —— 
gewährt. 
In dieser Weise erfolate die Beitraas-Erhebung bis
	        
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