Full text: Der Bergmannsfreund (3)

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Glück 
auf! 
Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Vergleute. 
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Erscheint jeden Freitag. Bestellungen nehmen die Expedition in Saarbrücken, alle Pofstanstalten, sowie auf den hiesigen Gruben und 
den benachbarten Ortschaften die besonderen Boten entgegen. 
Breis für das Vierteliahr bei der Expedition 3 Sgr., durch die Postanstalten oder durch die besondern Boten bezogen 4 Sgr. 
Der Abonn⸗entspreis ist im Laufe des ersten Monats zu berichtigen. 
—— 
Amtliches. 
Der praktische Arzt Dr. Cornelius ist als Knappschafts⸗ 
arzt für den Kursprengel St. Wendel vom 1. Nov. ab eingetreten. 
dieses Bedürfniß durch die unsäglichen Schwierigkeiten, die 
den Arbeitern bei Verheirathungen, häuslichen Niederlassungen 
zc. in den ersten Jahren der Gründung des Werkes ge— 
macht wurden. Im dJahre 1860 wurde die Gemeinde selbst⸗ 
ständig erklärt. Sie besteht aus dem Hüttenwerke, der da— 
ieben belegenen Arbeiter-Colonie und der Arbeiter-Colonie 
m Osterberge — 10 Minuten von der Hütte entfernt — 
und fuͤhrt den Namen Georgs-Marien-Hütte. 
Mit der Gründung dieser Gemeinde traten sofort an 
das Werk Anforderungen der verschiedensten Art. In erster 
Zinie war es die Pflicht, für das geistige und leibliche 
Wohl der beim Werke beschäftigten Beamten und Arbeiter 
zu sorgen. Dank dem Eifer und der opferwilligen Thätig— 
eit faͤmmtlicher Betheiligten, konnten hierin schon bald 
durchaus günstige Resultate aufgewiesen werden. 
Schuͤlen. — Die im Januar 1857 mit 22 Kindern 
— — mit 
180 Kindern in eine öffentliche zweiklassige Volksschule um— 
gewandelt werden. Es bildete sich zu dem Zwecke eine 
angelische Schulgemeinde, welcher auch die evangelischen 
Bewohner der nächsten Umgebung zugetheilt wurden, deren 
Kinder bisher inmitten einer katholischen Bevölkerung ihren 
Unterricht in den Schulen dieser Confession genossen hatten 
und zum Religionsunterricht nach der 1 Meile entfernten 
Stadi Osunabrück gehen mußten. Die Zahl der Kinder ist 
gegenwärtig auf 280 gestiegen, welche in den geräumigen 
Saͤlen in 4 Klassen von 4 tüchtigen Lehrern unterrichtet 
werden. Ein fünfter Lehrer ertheilt in der vom Werke 
— 
chenberg in der Naͤhe der Eisensteingruben Unterricht. 
Im Jahre 1871 trat auch eine katholische Schule ins 
Leben, die aͤugenblicklich circa 60 Kinder zählt. Es ist 
dieselbe vorläufig in einem, zu diesem Zwecke vom Werke ge— 
„auten Hause untergebracht, bis die Gemeinde in den Stand 
gesetzt ist, sich ein eigenes Schullokal zu erbauen. Das 
Haus enthält einen Schulsaal, der zugleich zur Kirche be⸗ 
dutzt wird, mit Wohnung für einen Geistlichen und einen 
Lehrer. 
Kirchen. — Sowohl die evangelische, wie auch die 
atholische Schule sind derart eingerichtet, daß in denselben 
Bottesdienst gehalten werden kann. 
Trotzdem sich das Bedürfniß nach einem Seelsorger 
schon längst fühlbar gemacht hatte, da die nächste evan— 
gelische Kirche 1J Meile, die nächste kdatholische Kirche 20 
Ninuten von Georgs-Marien-Hütte entfernt ist, war doch 
Des Bergmauns Liebchen. 
Lerfahren ist die letzte Schicht, 
Heraus ist das Gedinge, 
Heloscht für heut' das Grubenlicht, 
Komm, Zither, komm und singe 
Das Lied mir von dem Mädchen vor, 
Das ich zut Trauten mir erkor. 
Noch schöner, als das schönste Erz, 
Das auf der Halde pranget, 
Ist Liebchen, nach dem Mund und Herz 
So sehnlich jetzt verlanget; 
Es ist so bieder, ist so hold, 
Und reiner, als gediegen Gold. 
Wenn's nur von fern mein Auge sieht, 
Sieht seine Wangen glühen, 
Sieht, wie der Mund gleich Rosen blüht, 
Dann muß der Unmuth fliehen, 
Und Ruhe kehrt mit jedem Blick 
In's kummervolle Herz zurück. 
Und wenn sie traulich mit mir spricht, 
Hält mich ihr Arm umschlungen, 
Dann tausch' ich mit dem Kaiser nicht, 
Der Land und Meer bezwungen; 
Und küßt sie mich, dann sicherlich 
Ist keiner glücklicher, als ich. 
Du, lieber Gott, du weißt's allein, 
Wie hoch ich's Mädel achte. 
Sprich drum: Glückauf! und gib Gedeihn 
Zu dem, wonach ich trachte; 
Gib, daß ich bald mag Steiger sein, 
Und kann das liebe Mäödel frei'n! 
Arbeiterverhältnisse auf der Georgs-Marien-Hütte 
bei Osnabrück in Haunover. III. 
In Folge der von bewohnten größern Orten ziemlich 
entfernten Lage des Werkes war es nöthig gewesen, eine 
eigene Colonie zu gründen, und stellte sich denn da auch bald 
das Beduürfniß ein, aus dieser Colonie eine möglichst selbst— 
ftändige Gemeinde zu bilden. Noch dringender wurde
	        
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