Full text: Nach der Schicht (48)

jaite 
„Nach der Schicht” 
Nummer 
iingungen wir zu erfüllen haben, da- 
nit wir mit einer reichen Ernte rech- 
ı1en können. Hundertfältig ist die 
Frucht, wenn wir ganz in Christus 
umgewandelt werden, ihm gleich- 
'ormig werden. Christus muß uns er- 
üllen und durchleben. Wenn wir sei- 
ıcn Anregungen und Erleuchtungen 
'olgen. dann werden wir eins mit 
:hm, ein Herz und eine Seele, 
Gott steht am Anfang aller Glau- 
yenspredigt unserer Kirche. Das 
kwige Wort des Vaters, das im An- 
ang bei Gott war und das selber 
Zott ist wie der Vater, ist Fleisch 
zeworden. herabgestiegen zu uns 
and hat unter uns gewohnt. Jesus 
sam, uns uns Gottes Wort zu kün- 
jen. Er war das wahre Licht, das 
jeden Menschen erleuchtet, der ın 
diese Welt kommt. .‚Gott hat nie- 
nNand gesehen. Der Eingeborene, der 
Gott ist, der im Schoße des Vaters 
st, er brachte uns die Offenbarung.‘ 
Aber der göttliche Lehrer sollte wie- 
ler heimkehren zum Vater. Darum 
übertrug er den Aposteln die Glau- 
henspredigl, die er schon während 
seines Erdenwallens aussandte, und 
icnen er am Himmelfahrtstage feier- 
ich den Missionsbefehl erteilte: ‚Ge- 
„et hin und lehret alle Völker, und 
aufet sie und lehret sie alles halten, 
was ich euch geboten habe. Und 
‚ehet. jch bin bei euch alle Tage bis 
ıns Ende der Welt.“ In Ausführung 
dieses Befehls hält Petrus am 
ersten Pfıngstfest die erste Predigt, 
verkundet er Jesus, den Auferstan- 
jenen im Tempel zu Jerusalem ver- 
eidigt er sich vor dem Hohen Rat 
der Juden und betont feierlich daß 
csus der Eckstein ist, daß nur in 
2inem Namen das Heil zu erwarten 
st. So predigt er mit Freimut im 
Jause des Cornelius, daß der Auf- 
ystandene von Gott zum Richter 
ber Lebendige und Tote bestellt sei. 
Vie predigt der heilige Paulus so 
raftvoll und überzeugend in An- 
;ochien von Christus, durch den uns 
7ergebung der Sünden zuteil wird, 
;je unerschrocken verkündet er auf 
em Areopag zu Athen den Glauben 
n die Auferstehung. Das Wort Got- 
a soll fortleben auf Erden und 
rucht tragen durch alle Zeiten. 
[mmer wieder erweist sich Gottes 
raft bei der Verkündigung des 
\vangeliums. Darum müssen wir 
'hrfurcht haben vor der Verkündi- 
ung der Kirche. Donoso Cortes, 
uletzt spanischer Gesandter in Pa- 
ıS, war ein eifriger Predigthörer, 
uch wenn die Predigt in einer klei- 
en Dorfkirche und der Prediger ein 
‘'hlichter Landpfarrer war. Als ein- 
ıal seine Freunde ihn fragten, wie 
r als Mann von Geist an einer ein- 
ichen Predigt Geschmack finden 
önne, gab er zur Antwort: „Wenn 
ler Priester spricht, sehe ich Gott 
unter ihm.“ Gott geht mit seiner 
lirche, wenn sie predigt. Er ist bei 
ır mit seiner Macht. Wir lesen bei 
Tark. 16.17: „Folgende Wunderzei- 
hen werden jene, die gläubig ge- 
‚orden, begleiten: in meinem Na- 
jen werden sie Teufel austreiben, in 
euen Sprachen reden, Schlangen 
ufheben, und wenn sie etwas Töd- 
ches trinken, wird es ihnen nicht 
chaden: Kranken werden sie die 
Tände auflegen. und sie werden ge- 
sund werden.“ Zu den äußeren Wun- 
lern gesellen sich die inneren Wun- 
ler im Gefolge des Predigtwortes: 
Die Blinden sehen, die Lahmen 
‚jehen, die Aussätzigen werden rein 
lie Tauben hören, Tote stehen auf, 
len Armen wird Trost und Heil zu- 
geil.‘ Wer glaubt wird gerettet, wer 
ıicht glaubt, wird verworfen. Es geht 
:1s0 um das Letzte, es geht um unser 
‚wiges Heil. So konnte nur einer spre- 
hen, der von sich selber sagen 
‘onnte: „Ich bin der Weg, die Wahr- 
eit und das Leben“, der zu den 
‚posteln sprach: „Wie mich der Va- 
Sr gesandt hat, so sende ich euch.“ 
Vas er sagt, sind keine leeren Worte, 
ier Herr weiß, was er tut. Die 
Tenschheit erhielt den Ausweis, die 
‚egitimation, vorgelegt in den Wun- 
lern, angefangen von der Pfingst- 
redigt bis auf den heutigen Tag. Sie 
ind nicht ausgestorben, die Wunder 
n der Kirche Christi, sie sind nur 
n ihrer Häufigkeit und Bedeutung 
urückgetreten vor einem Wunder 
las alle andern an Größe und Ein- 
'rucksgewalt übertrifft, dem Wunder 
ler Kirche selbst in ihrer weltweiten 
7erbreitung. ihrer unvergänglichen 
)auer. ihrer menschlich unfaßbaren 
’estigkeit, Einheit und Heiligkeit 
3is heute treibt eie die Dämonen 
‚us, kämpft gegen Gift und Schlan- 
:en und bleibt unversehrt, was im- 
ner an Anschlägen gegen sie unter- 
‚ommen wird: sie heilt die kranke 
Aenschheit bis auf den heutigen Tag. 
Aüssen wir nicht das Wort der 
Kirche, das uns Christus kündet, im 
Jerzen bewahren und in Treue be- 
'olgen? Dr. Th. 
2. Sexagesima. Die Stationskirch« 
n Rom ist St. Paul vor den Mauerr 
der in der Nähe dieser Kirche be 
\refontane enthauptete Paulus ruit 
ıns vor seinem Tode zu: „„ Wach auf, 
> Herr, warum schläfst du?“ Wir sol- 
en ja auch aufgeweckt werden vor 
ichlafe der Lauheit und Gleichgültig- 
teit. In der Epistel (2. Kor. 11—12 
lören wir das riesenlange Registe:r 
ler Leiden des heiligen Paulus und 
eine Übungen der Abtötung. ‚Meine 
anade genügt dir!‘“, klingt auch un: 
ns Herz. Unser Herz soll den Samer 
les Gotteswertes aufnehmen und 
Truchbar werden lassen in unserem 
Jlerzen und in dem der Mitchristen 
der Sämann des Evangeliums is‘ 
>aulus, der Diener Christi, des himm- 
‘schen Säers. 
3. Quinqgqagesima. Die Stationskirche 
st St. Peter auf dem Vatikan. .,Se: 
nir Schirmgott und eine Freistadt!“ 
Ps. 30) hören wir im Introitus den 
rsten Papst flehen, dessen Grab ir 
ien letzten Jahren wieder entdeck‘ 
ınd freigeiegt worden ist. ‚Simon 
;ohn des Jonas, liebst du mich?‘ 
ragte der Herr dreimal seinen lie- 
'en, treulosen, aber reuigen Petrus 
Joh. 21.15—17). Darum mahnt uns die 
5pistel. das berühmte Hohelied der 
„‚jebe (1. Kor. 13): ‚Hätte ich die Lieb: 
ıicht, ich wäre nichts anders al- 
önend Erz und eine klingend:« 
;chelle, ohne Herz und Leben.“ Das 
Zvangelium ist die Botschaft Jesu 
7on seinem künftigen Leiden und die 
deilung des Blinden von Jericho 
>etrus hatte einst das Leiden abge- 
ehnt. nun muß er es bejahen und 
juch für sich erwarten und um 
Christi willen erdulden. „Herr. daß 
ch sehend werde!‘“, ist der Flehruil 
jes Blinden. der auch für uns gilt 
Zrst das Leiden Jesu im Glanze de: 
?Pabor macht uns sehend für die Not- 
vendigkeiten der Seelenrettung 
Wer so die Vorfastenzeit auffaßt 
ınd mit der Kirche hält. der wird 
ım Aschermittwoch ganz erfüllt seir. 
'on dem Lichte, das eine Seele ver- 
:Järt Er wird mit Petrus sagen 
Herr, hier ist gut sein.“ Aber er wird 
uch die Prophezeiung an Petrus be- 
ıchten: „Bist du alt geworden, sı/ 
wirst du deine Hande ausbreiten, ein 
ınderer wird dich gürten und wird 
lich hinfuhren. wohin du nich’ 
anillst‘‘ (‚Joh 21.18) “CK 
Geschichte und Sinn der Vorfastenzeit 
{. Geschichte 
„Die Junger des Johannes und die 
öharısäer hielten gerade einen Fast- 
ag. Da kamen Leute und sagten zu 
hm (Jesus): ‚Warum fasten die Jün- 
zer des Johannes und die Junger der 
Oharisäer. deine Jünger aber fasten 
yicht?‘ Jesus antwortete - ihnen: 
Können die Hochzeitsgäste fasten, 
;Olange der Briutigam bei ihnen ist?‘ 
50 lange sie den Bräutigam bei sich 
‚uben, können sie nicht fasten. Es 
werden aber Tage kommen, da der 
Bräutigam ihnen entrissen ist: an 
enen Tagen werden sie dann fasten.“ 
Mark. 2.18—20). 
Als der Heiland im Grabe lag. war 
ler Bräutigam den Hochzeitsgästen 
Atsächlich entrissen. Daher fasteten 
he ersten Christen zunächst am Kar- 
reitag und Karsamstag. Dann aber 
uldete sich, zunächst in der Ost- 
<iırche — die Sitte heraus, zur Er- 
MNerung an die 40tägige Fastenzeit 
Christi (und des Pıopheten Elias) 
0 Tage vor Ostern an den Wochen- 
agen zu fasten. Der Sonntag war 
1ete vom Fasten ausgenommen. Da 
nan mit dem ersten Fastensonntag 
anfing. ergaben sich zunächst nach 
Abzug der Sonrtage nur 36 Fasttage. 
Der heilige Athanasius (295 — 373) 
rörtert in seinen Fastbriefen das 
Fasten der Christen im Orient von 
nem 6tägigen Fasten (in der Kar- 
woche). dann aber auch vom 40tägigen 
Tasten. Im 7. Jahrhundert setzte man 
m Abendland. beginnend mit dem 
Aschermittwoch. noch vier Tage 
hinzu. so daß die Zahl 40 erreicht 
wurde. Im Morgenland fastete man 
such samstags nicht und setzte daher 
soviel Tage vor Aschermittwoch 
ımnzu, daß 40 Tage voll wurden. So 
ingen sie schon acht Wochen vor 
Dstern mit der Fastenzeit an. 
{m Abendland glich die Vorfasten- 
zeit diesen Unterschied aus. Ihr Ur- 
mrung  hegt in dem Gedanken be- 
zründet, duß die Fastenzeit nach der 
Währı:sgen hübvlonischen Gefangen- 
‚chaft der Juden eingerichtet wurde. 
So erhielt der erste Vorfastensonntag 
nn Kimi KSantianasim: e10-7nt 
ch Sonntag innerhalb des 70. Tages 
Dominica in Septeuagesima), Ent- 
prechend wurde der zweite Vor- 
sstensonntag genannt: Sonntag beim 
0. Tage, °der dritte. Sonntag beim 
0. Tage. Die 40tägige Fastenzeit hieß 
n Lateinischen Quadrgesima. Die 
'ahl 7 wurde so bei den eigentlichen 
astensonntagen erreicht: 3 Vor- 
astensonntage und 4 Fastensonntage, 
üzu kamen dann noch der Passions- 
nd Palmsonntag. 
Dem Bußcharakter entsprechend 
at die Vorfastenzeit die violette 
arbe für die drei Sonntage. Das 
loria und Alleluja fällt aus. 
Der erste Tag der Fastenzeit, der 
‚schermittwoch (feria quarta cine- 
um), erhielt seinen Namen erst nach 
er Zeit Gregors des Großen (590 bis 
04). Vorher fiel nach Art der römi- 
chen Saturnalien die Faschingszeit 
Zarne vale Fleisch, leb wohl!) 
‚le Bemühungen, diesen Unfug mit 
einen Ausärtungen abzuschaffen, 
ind bisher fehlgeschlagen. Gesunder 
"umor soll seinen Platz haben. Aber 
om 11. November bis in die Nacht 
es Aschermittwochs hinein Blödsinn 
u treiben (ganz abgesehen von den 
ttlichen Entartungen) geht über das 
rträgliche hinaus. Maäncher junge 
Jensch verdankt der Fastnacht den 
'ntergang seines Glückes und seiner 
inade 
einem glühenden Roste aus im 
ntreitus der heiligen Mese zu: 
Todesseufzer umringten mich, Höl- 
»nschmerzen umgäben mich‘ (Ps. 
7), Die Epistel mahnt zum Ring- 
:aampf und Rennen in der Arena des 
aubens mit ihrer Vorübung der 
\btötung. Das Evangelium führt uns 
len Hausvater vor, der Arbeiter für 
cinen Weinberg dingen ging von der 
°rühe bis zum Abend. Wir sind die 
\rbeit, der Weinberg ist unsre Seele 
ind der Acker Gottes der heiligen 
Sirche. 
Kleine Geschichten aus dem Leben 
Erzahlt von Johann Schwendier 
Rennen, Rennen, Rennen! 
Dann ist der Mensch Sklave der Ma- 
.chine, Sklave der Technik geworden 
Vicht mehr die Vernunft gebietei 
‚ondern die Materie, die unter der 
YJänden der Erfinder zu immeı 
chnellerem Tempo angetrieben und 
zequält wird, 
Technik ist Trumof in unsere: 
Zeit: sie feiert Triumphe, die selbs‘ 
Jjer romantischen Phantasie eine: 
lules Verne fremd waren. Überal' 
st die Technik groß! Sie ist herr- 
;chend, führend! Unter der Erde, au! 
ler Erde, über der Erde. unter dem 
Vasser, auf dem Wasser, über dem 
Vasser, in allen Dimensionen hat sie 
ldeimatrecht! Da brausen Unter- 
'rundbahnen und Unterseeboote da- 
un, wir sehen die eilenden Luxus- 
‚üge und die Luxusdampfer au! 
ichienen oder Wasserstraßen, über 
ıns flitzen die Flieger wie bösartig 
»rummende Ungeheuer von Land zu 
‚and, über Meere und Wüsten hin- 
veg. Dazwischen durchschnekler 
Aillionen von elektrischen Wellen 
len Äther und verbinden das ganze 
Jniversum, Und nach einigen Jahr- 
ehnten — vielleicht auch schor 
rüher — werden die Weltraumrake- 
en auch die anderen Himmeilskoörpe) 
schen und sie mit den Seygnunget: 
Pferderennen.. Motorradrennen .. 
‚utorennen.. Fast jeder Sonntag 
eschert uns ein Rennen, bald im 
aarland, bald am Nürburgring. dann 
inma] auf der „Avus“ bei Berlin 
der gar in Italien. 
Scharenweise, ja zu Hunderttau- 
enden kommen die Zuschauer aus 
Jähe und Ferne, um sich solch ein 
ıchauspiel nicht entgehen zu lassen. 
Welch ein Schauspiel! Da schießt 
lie gepeinigte Kreatur schäumend 
ınd abgehetzt über den Rasen, um 
ls Rekordbrecher dem Herrn Be- 
itzer einen Geldpreis oder eine gol- 
lene M-daille einzubringen. 
Aber die Kraft eines Pferdes ist 
jegrenzt, dann hört die Hetze auf 
ler Mensch muß notgedrungen ehben- 
alls Ruhe geben 
Il. Der Sinn 
Vergleicht man die heilige Fasten- 
eit mit einem ehrwürdigen Dom. so 
ann man die Vorfastenzeit als seine 
’orhalle betrachten. Drei große Ge- 
anken werden in der Liturgie der 
rei Vorfastensonntage betont: 
Berufung zum Reiche Gottes 
ırbeit am Seelenheil der eigenen 
cele), Aufnahme des Samens des 
Vortes Gottes und Sorge für seine 
‘erbreitung. Licht Gottes über Lel- 
en und Not. 
1. Sonntag Septuagesima. Die Sta- 
ionskırche in St. Lorenz vor den 
Inucın (bekannt durch den Bomben- 
neriff im letzten Weltkrieg) Der 
„Alias Meäiryrtvrerdiuken ruft une van 
- 
Anders beim Rennen der Motor- 
ahrzeuge. Muschinen werden nicht 
nude. Sie rasen mit unverminderter 
Araft über die fein pPraparierte Bahn, 
ler Mensch aber — an ullen Nerven 
ıtternd ung fiebernd — freut sich 
m Poistersitz, wenn die tote Kreatur 
inter dem Zwang der sich feind. 
iıchen Naturkräfte aufstehnt, brüllt, 
Ahesit Aannert taht Aduhinrackt
	        
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