Full text: Nach der Schicht (48)

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Vom Gottesreich der kird-e 
Reich in Chriftus durch Gehorfam gegen die Rirche 
in der Epistel des heutigen Sonn- 
ag: hören wir den heiligen Apostel 
Paulus sprechen: „Ich sage Dank 
meinem Gott allezeit euretwegen für 
die Gnude Gottes, die euch in Chri- 
stus ‚Jesus geschenkt ist. Denn ihr 
:eid qgurech ihn in allen Stücken 
‘eich geworden in aller Lehre und 
aller Erkenntnis” Dann heißt ©» 
weiter: „So mangelt es euch, die ihr 
die Offenbarung unseres Herrn ‚Je- 
zus Christus sehnsüchtig erwartet, an 
xeiner Gnadengabe.“ Am heutigen 
Sonntag schauen wir dankbaren Hei- 
zens aul unser Leben, auf das sei- 
1em Ende entzegengehende Kırchen- 
‚ahr zurück, Wır bekennen, daß wir 
durch Jesus und seine 
Kirche ın allem reich ge- 
worden sind. Was waren Wir 
ohne ihn. ohne dıe Gemeinschaft mıt 
ıhm, dem Haupte der Kirche, Durch 
Ihn und seine Kırche haben wir den 
Mitbesitz seines göttlichen Erken- 
nens und Lebens, besitzen Wir 
he Gotteskindschaft, die Liebe des 
Vaters, des Sonnes und des Heiligen 
Geistes, die ununterbrochenen Gna- 
jen des Beistands. Es mangelı an 
zeiner Gnade. So können wir ver- 
‚rauensvol]l harren auf die Offenba- 
rung unseres Herrn Jesus Christus. 
auf sein Kommen in unserer Todes- 
stunde, auf sein glorreiches Kommen 
am jüngsten Tage. Der gute Christ 
ist in steter Erwartung und Span- 
nung auf das, was hinter dem Heute 
und hinter dem Diesseits steht, er ıst 
vın Mensch der Ewigkeitshoffnung. 
Wie die Jungfrauen im Gleichnis des 
Evangeliums die Ankunft des Bräu- 
ıgams erwarten, so wartet die Kırche 
ut den Tag der Ankunft ihres gott- 
lichen Brautigams, Untadelig will sie 
yastehen, wenn der Herr kommt, 
aanz rein, ganz Braut, ganz erfullt 
1.ıt dem Reichtum des Gnaden- una 
Lugendschmucks den ihr der gBeott- 
Che Brautigam geschenkt, So 
wunscht und erwartet sıe auch von 
ans Gläubigen, daß wir den Herrn 
«tets sehnsuchtig erwarten, sei es, 
wenn er in der Opferfeier der heih- 
ıen Messe zu uns kommt, sei es, 
jaß er uns abberuft aus dem dies- 
seitigen Leben, sei es, daß er am 
ungsten Tage als Weltenrichter er- 
‚cheint, 
Wahrlich trostvoll ist das Epistel- 
wort: „Es mangelt euch an 
<einer Gnade," Gott laßt es an 
ach nıcht fehlen. Er gibt uns Nıcht 
304 die notwendigen Hilfen und 
Snaden des Bestands, sondern g.b1 
uns daruber hınaus noch haufıs 
geistliche Trastungen, mıt denen er 
ansır Streben nach Vollkommenn.n" 
interstutzt. Wir erlangen durch diese 
Gnaden ein. tiefere Erkenntnis Gei- 
zem. eıne größere Macht uber den 
Teufel. einen großeren Antrıeb Zur 
Ertullung unserer Berufspthehten 
and etörkere Widerstandskraft ın 
en Prufungen und Heimsuchun- 
zÄn, Unsere Licbe wird beicbt, unser 
Gettvertrauen vermehrt, unserGiauDe 
wird bestärkt, Wır werden ınner- 
icher und stiiller, der Geist gewinnt 
one größere Herrschaft uber dus 
leisch Vor allem aber wind Gott 
ur was er in uns begonnen ha’, 
auch vollenden, wenn wir als Be- 
horsume Kınder der Kirche 
jen Weg, den sje uns weist, getreu- 
uch weiter gehen, Dann wird ce: uns 
Sie grobie Weit aller Gnauden gebin, 
Zıe Gnade der Beharrlıch- 
Melt Die ans Ende Zwür Können 
War uns die GRaäde der Beharriien- 
seit nicht verdienen, aber wir aur- 
ten von Goties Gute mıt Grund cr- 
würten, daß er une die Gnaden des 
Bestands geben wird, die uns durch 
Ale Versuchurgen des Leber. Bluck- 
ich hindurchführen, wenn wir nur 
reu den Gnaden entsprechen und 
eharrlich um die Gnade der Be- 
‚tändigkeit beten. Grundbedingungen 
ıber für unseren geistlichen Fort- 
chritt. für die Erlangung aller uns 
wotwendigen Gnaden und Gaben, ist 
inser Gehorsam gegen die 
Sirche. 
Die Gehorsamspflicht der Katho- 
ichen gegen die Kirche ist eine klar 
‚usgesprochene Pflicht, wenn wir 
ias Wort des Herrn erwägen: „Wer 
‚uch hört. der hört mich 
ınd wer euch verachtet, 
jer verachtet mich; wer 
ber mich verachtet, der 
‚erachtet den, der mich 
‚esandt hat“ (Lk. 10,16) „Wer 
XIII schreibt in der Enzyklika im- 
mortale Dei: „Alle sollen die Kirche 
jeben als ihre gemeinsame Mutter 
hre Gebote in Gehorsam beobach- 
en, ihre Ehre wahren, keine Ver- 
eizung ihrer Rech#e dulden und so 
zie} wie möglich durch ihr Anseher 
ei andern dazu beitragen, daß aucF 
je ihr gleiche Liebe und Pietät ent- 
zegenbringen.“ In dem gleichen 
Zundschreiben heißt es: „Wer immeı 
jes katholischen Namens würdig ist 
nuß ein hingebender Sohn der kä- 
holischen Kirche sein und als sol- 
:her sich auch bekennen: alles, was 
ich damit nicht verträgt, ohne Zö- 
zıern von sich weisen; von den staat- 
ichen Einrichtungen, solange er dies 
mit gutem Gewissen tun kann, zum 
Zum Roseukrun: 
de 
lie Kirche nicht hört, sei 
jir wie eın Heide und eın 
»ffentlicher Sünder‘ (Mt 
8.17). Wie oft erinnern die Aposieı- 
vorte an diese Gehorsamspfiicht SU 
>en wir im Hebraerbrief 
Gehorchet euren Vorstehern und 
‚ed ihnen untertan. denn sic wachen 
us solche, dıe für eure Sveien Re- 
henschaft geben solien, damit sic 
hes mıt Freuden tun und nıcht mıl 
wufzern {Hcbr 123,171 An dıe 
"hess»alonıcher schreibt de, 
eilige Paulus „Wir bitten euch 
Iruder Zeit denen Anerkennung 
he sıch unter euch abmuhen und div 
re Vorsteher „ind ım Herrn und 
sich ermuhnen Seid vol] Hochach- 
ung und Liebe gegen sie um ihre 
VYırkens willen" 41 Thess 5.12ff) 
uf dem Vatikanischen Kon 
1) wurde ebenfalls die Gehorsams« 
licht 2: zen die Kirche erneut ein- 
iescharft Es heißt dort „Der romi- 
chen Kirche sind die Gluubigen uni 
he Hırten jeglichen Ritas una Ran- 
zes Zur hierarchischen Unterordnung 
Ing zum waänren Gehorsam verpflich- 
et, nieht nur in Fragen des Glau- 
dens und des eittiichen Lebens, son- 
jern auch ın allem, wäs zur Diszıi- 
in und zur Regierung der Kirche 
‚af dem ganzen Erdenrund gehourt. 
Venn diese Einigkeit mit dem rom.- 
chen Papst ın den rechtlichen Ge- 
Nemschaftsbeziehungen wie ım Be- 
‚enniniws des gieichen Glaubens t1cu 
yjewahrt wird, so wird die Kırche 
Ührist, tatsuchlich zu einer Herde 
inter sinem ahaorsten Hırten"" Les 
Schutze der Wahrheit und Gerech- 
ıgkeit Gebrauch machen, acht haben 
jaß er dıe durch dus Natur_- und gott- 
ıche Gesetz seiner Freinejt gezogene 
Zrenze nicht uberschreite; dahin ar: 
jeiten, daß dıe gesamte Gesellschal' 
nehr una mehr jenem Ideale c& 
ristlichen Lebens sıch nahere. Be- 
ıchtenswert sınd auch dıe Ausfuh- 
ungen in der Ehe-Enzyklika Pıu: 
{IL, wo sich folgende Satze finden 
Gott hat die Kırche zur Huterin 
ınd Lehrerin ın allen relıgiusen uno 
itthchen Wahrheiten bestimmt, Ih) 
‚olien daher die Glaubigen gehor- 
den, der Kirche ihr Denken unc 
annen unterordnen, um ihren Geist 
‘or Verderbnıis zu bewähren. Und 
jamit sie sich dieser ihnen von Got! 
n seiner Freigebigkeit geschenktern 
Ydılfe nıcht berauben, mussen sie der 
chuldıgen Gehorsam nicht nur der 
lelerlichenEntscheidungen der Kırche 
ondern entsprechend auch den ubri 
zen Satzungen und Bestimmunger 
Eisten, durch die gewisse Ansichten 
als gefahriıch oder verkenrt verbo- 
en und verurteilt werden. — Die 
zehorsamspflicht gegen dıe Kırchr 
st an sich e:gentlıch eine selbstver- 
tandiıche Pflicht, Betruchten WII 
jur kurz das Wesen deı 
X<irche! Sie ist ja die unfehlbarce 
Verkunderin des Glaubens, sie As1 
jie gottgesetzte Huterin der Forde- 
‘ungen Christi, sie ist eine nach 
Zhristi Willen straff gegliederte, mif 
<larer Unter- und Ueberordnung deı 
Amtsstufen auszestüttete Gemein- 
chaft sie it endlich die Mutter de: 
Nummer 41 
Gläubigen. Es ist in der Kirche ähn- 
lich wie in einer Familie 
ohne Autorität und eine entspre- 
:hende Gehorsamspflicht auf der an- 
dern Seite geht es eben nicht, is! 
zein harmonisches, friedvolles unc 
zedeihliches Familienleben zu erwaäar- 
en. Was wäre ein Heer ohne 
?7ührer und ohne Gehorsam sei- 
ens der Untergebenen. Endlich bleibt 
zu erwägen. wie viel Segen au! 
dem Gehorsam ruht, Erst der Gehor- 
zam ermöglicht den Gleichklang deı 
Herzen, die Einheit der Gemein- 
schaft, die feste Verbundenheit mi‘ 
der Kirche, den Frieden im Innern 
die Gewißheit des besonderen Schul- 
zes Gottes; ein leichtes Gericht, einer 
großen Lohn im Himmel. „Selig: 
saugt Franz von Sales, „die Ge 
Jorsamen: Gott wird nie zulassen 
daß sie in die Irre gehen.” 
Dieser Gehorsam ist auch eine 
hochernste Pflicht, wenr 
wir die Tragweite dieser Phicht fü} 
uns persönlich schauen, Die heı 
lige Katharina von Siene 
richtet an Soderino, einen der mäch. 
tigsten Bürger. von Florenz, die 
Worte: .„Biet du gegen die heilis< 
Kirche, wıe kannst du teilhaben ar 
Blute Christi?“ Der heilige Cy 
prian »pricht das bezeichnend‘ 
Wort: „Wenn einer sich der Kirche 
widersetzt, glaubt der noch Mitgliec 
der Kirche zu sein? Bildet sich de! 
ein, mit Christus zu Bein, der deı 
Priestern Christi zuwiderhandelt‘ 
Wenn jemand nicht mit dem Bischo: 
ist, ist er auch nicht in der Kirche, 
Der heilige Ignatius vO! 
Antiochien schreibı an die Ge 
meinde von Smyrnä: „Gehorche 
alle dem Bischof wie Jesus Christur 
und den Priestern wie den Aposteir 
Ohne den Bischof tue niemand eiwäa: 
was zum kirchlichen Bereich gehour} 
Wo der Bischof ist, da soll auch du 
Schar der Glaubijgen sein, Wer etwil 
hinter dem Rücken des Bischots tui 
ist des Teufels Handianger.” Es sollı- 
uns eizentlich nıcht echwer falle! 
der Kirche zu gehorchen, wenn ww? 
auf Christus schauen, den Herrn dı 
Kırche, der heute noch ın unsere 
heiligen Kirche fortlebt und (for! 
wirkt In jedem Anruf der Kırcmn 
sollen wir seine Stimme horen, * 
jedem Wort der Kirche seine Wahr 
heit verehren, in jeder Einrichtun 
jer Kirche seine Hirtenliebe erbiik 
zen. Dem, der gehorsam gegen dı 
Xirche et. erschließen sıch ihr 
Reichtumer und Gnudenschaltze 
Denn dıe Kirche wıll uns heil 
nachen, wil} uns die Gnadenstrom 
der heiligen Suakramente erschließer 
sje ladt uns immer wieder Zu 
Tische des Herrn ein, sie hıft u" 
iber das Grab hinaus durch das ht 
ige Opfer und die Ablasse, die * 
lurbittweise den armen Seelen 2 
wendet. Muß darum nıcht unser G 
norsam jeicht und froh sein? D« 
verstorbene Kardinal Faulhab- 
;prach einmal die Mahnung & 
‚Seien wir Katholiken reinrassıf 
Art! Katholisch durch und dur‘ 
nıcht altkatholisch. nicht neukaut}? 
isch, nicht auchkatholisch, nicht ha 
zatholisen. nicht geschnftskatho:x 
tatholisch reinrassiger Art. Dr." 
= "LU LFAHRT 
zu Unserer Lieben Frau vom Ro* 
kranz ın Fatıma "arıa zum Friege 
Wiek l-Kkirchen. 
7. Oktober: Rosenkranzfest, besor 
jers für die Rosenkranzbruderscha! 
‘en. 11. Oktober: Fest der Mutte' 
schaft Mariä, besonders für die Mi 
lervereine. An diesen beiden Tage” 
Morgens 9 Uhr: Segenamt mit Pr" 
digt; nachm. 3 Uhr: Pilger-Andach‘ 
abends 8 Uhr: Gemeinsamer Rose? 
kranz var der Gnadenkapelle
	        
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