Full text: Nach der Schicht (43)

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Jahrgang 43 
veligiöfe Familienzeitschrift 
Wiebelskirchen, den 15. Juli 1947 
Nr. 1 
Zum glücklichen Flug in die neue Zeit 
Fin frohes Wiedersehen 
VON DECHANT DR. JOHANNES THEIS 
Lange schon harren die Freunde von „Nach der Schicht“ auf 
las Wiedererscheinen ihrer altgewohnten Zeitschrift. Nun ist sie 
wieder da, die liebe, gute „Nach der Schicht“, die treue Gefährtin 
und Weggenossin, der Freund unserer Familie und unseres Hauses, 
und sie kann wieder mit vollen Händen aus dem Reichtum der 
katholischen Weltanschauung schöpfen. Sie ist die Zwangsjacke der 
sinstmaligen sogenannten „Entkontessionalisierung‘“ endgültig los 
geworden. 
Sie wendet sich vorzüglich an die werktätigen Menschen des 
Saarlandes, was schon aus der Titelbezeichnung der Zeitschrift 
»hne weiteres ersichtlich ist. Sie kommt als guter Freund zu jenen 
Menschen vor allem, die sich mit ihrer Hände Regen mühevoll 
die notwendigen Güter des Lebens erringen müssen und in an- 
strengender, zäher, opfervoller, aber oft zu wenig beachteter und 
zu wenig geschätzter Arbeit ihre besten Kräfte für das Wohl der 
Menschheit aufbrauchen. „Nach der Schicht“ kennt sie und findet 
den rechten, volkstümlichen Ton, den das Volk liebt und schätzt. 
Bergleute und Hüttenleute, von tausenderlci Gefahren bedroht, in 
das harte, schwere Joch ihres Berufes gespannt, Handwerker, 
Bauern, Angestellte und Gewerbetreibende, sie alle, die Tag für 
Tag ihr gerütteltes Pensum an Arbeit leisten müssen, haben sich 
itets gefreut, wenn sie das grüne Heft von „Nach der Schicht“ in 
hre Hände nehmen konnten, Hier wurde eine allgemeinverständ- 
che Sprache geredet. Die Zeitschrift wollte schlicht und einfach 
‚ein wie ihre Leser und Leserinnen. Sie war festgewurzelt im 
Mutterboden unseres heiligen Glaubens und wollte vom Relizgiösen 
her Kraft und Freude geben. 
„Nach der Schicht“ tritt im Sinne ihres Stifters entschieden ein 
Tür den Aufbau einer gerechten und sozialen Ordnung, und war 
itets auf ihre Weise ein Anıcalı für die Interessen der werktätigen 
3Zerölkerung und ein Wegbereiter für den inneren Frieden und den 
1usgleich der Gegensätze und Spannungen im Sinne der richtung- 
weisenden päpstlichen Rundschreiben. Wie konnte der gute De- 
hant Schütz so begeistert werden, wie leuchtete sein Auge, wie floß 
eine Rede so wuchtig und packend, wenn er von dem Aufbau 
“ner christlichen Gesellschaftsordnung, von der religiösen und 
sozialen Hebung der Werktätigen, von der Liebe und Treue zur 
MM. Kirche und ihrem Oberhaupte sprach. Er liebte vor allem das Volk 
mn der Saur, dieses frohe und muntere Volk, das trotz seines reich- 
lich bemessenen Arbeitspensums, trotz der Last und Schwere des 
Xampfes ums Dasein, um das tägliche Brot, die heitere Laune, den 
srwüchsigen, quellfrischen Humor, den ständig sprudelnden 
Mutterwitz nicht verliert. Dechant Schütz wußte, duß die Saar- 
‘änder frohe Feste liebien, daß sie gern Fastnacht und Kirmes 
'eiern, daß sie Freude an Musik und Lied, an Sport und Spiel, an 
nunterer Geselligkeit jeder Art haben. Darum hat er in seiner 
Pfarrgemeinde das Volkshaus bauen lassen, darin gab es bei ihm 
richt bloß ernste Veranstaltungen mit Vortrag und Belchrung, 
sondern auch so manches frohe Fest, das seine Gemeinde mit ihm 
wie mit ihrem Vater feierte. Aus solchem Geist der echten Voiks- 
verbundenheit ist ‚Nach der Schicht‘ geworden, in solchem Geist 
will sie werterleben und das kostbare Erbe, das ihr zuteil geworden 
ist, hüten. und vor allem die christliche Tradition, die ihr eigen ist, 
zuch in unserer Zeit sorgsam pflegen. Die Zeitschrift betrachtet es 
Us ihre vornchme Aulzabe, für eine Neuordnung im christlichen 
UND WEHRET ES IHNEN NICHT! 
nne einzutreten, sie will den Menschen aufrufen zu einer neuen sozialen Haltung, 
vill aufmuntern und trösten nach soviel Leid und Not und sich für alle wahrhajten 
riedensbestrebungen einsetzew. Sie weiß, daß unsere abendländische, christlich 
;eformte Kultur die Wege zur Überwindung einer notrcallen Gesenuart su zeisen 
"rmag, 
Die Wiederbegegiung zwischen Zeitschrift und Lesern ist ohne Zweifel ein 
zohes Wiedersehen, Nach des Tages Last und Hitze. nach der Schicht, wird ihr 
Inhalt Anlaß zu fruchtbringendem Gedankenaustausch sein, Wiederum wird, wie in 
der Vergangenheit, ein breiter Strom des Segens von der Zeitschritt auveehen. deren 
Teschichte beweist. daß sie ein Beduürinis ı
	        
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