Full text: Der Saarbergknappe (7 [1926])

xummer 33 
Grundpension 60. Fr. 2.9 - 174 Franken 
Wartegeld 8 Fr. 2,9 — 23 Franken 
—2 
Sa. 197 Franken 
Dies ergibt also gegenüber dem Vormonat noch 
eine Verbesserung von 2,50 Ir, Eine Verbesferung 
der Zahl nach, jedoch eine wesentliche Verschlechte— 
rzung dem Werte nach. Man muß sich angesichts des 
rapide sinlkenden Franken unwiltkürlich fragen, hat 
es überhaupt noch Zweock, den Mitgliedern die Zu— 
sammenhänge klar zu machen? Ganz gewiß, denn die 
Att der Berechnung bleibt dieselbe, wenn auch der 
Multiplikator oder anders ausgedrückt, die Verhält— 
niszahl geändert wird. Daß aber die Erhöhung der 
Verhältniszahl absolut keine Wertsteigerung der 
pensionen mit sich bringt, dei an nachstehenden Zah— 
en bewiesen: 
Es standen: 
am 1. 3. 1926 — M⸗ 
„265. 2. 1926 * 
1. 5. 1926 * 
1.8 1926 
„1. 7. 1926 
„20. 7. 1926 — 
21. 7. 1926 — 
— 
am 1. 3. 1926 — 
„25. 2. 1926 
1. 5. 192 
1. 6. 192 
„1. 7. 1926 
20. 5. 1926 
21. 7. 1926 — 
gerunc 
In, 
r*o2⸗ 
2 
5 Fr 
—4 
6 
49.22 
2« 
Steigerung 89 Prozent 
das englische Pfund kostete: 
am 31. 3. 1926 *8 139,75 Fr. 
„20. 4. 1926 * 12485 , 
A. 6. 1926 * 149 40 
10. 7. 1926 * 188280 
20. 7. 1926 ⸗ 238 
21. 7 1926 — 239— 
Steigerung 71 Prozent 
In der Generalversammlumg des Saaubrücke: 
mappschaftsvereins vom 26. und 27. Februar wur 
en die Beiträge festgesetzt auf 38 Fr. zur Pensions— 
nd Invalidenversicherung. 3. Zt, stehen die Bei— 
äge auf 42,55 Fr. Pension und Invalidenversiche 
mq sind also um 12 Prozent gestiegen. Die Stei— 
ung der Leistung von 2,6 auf 2,9 wird bald wieder 
ausreichen, weil die Beiträge zur Pensionskasst 
Monat Juli bereits auf 36,60 festgesetzt, ein 
meßlich der Beiträge zur Invalidendersicherung 
440 Fr. betragen. Die Erhöhung der Verhältnis 
ahl auf 2,9 ist aber bereits längst überholt durch 
ie fortschreitende Frankenentwertung. Eine Steige— 
ing der Leistungen im Verhältnis zur Wertminde— 
ma des Franken scheitert am Widerstand des Ar— 
xngebers, der einer angemessenen Beitragsanpafs— 
ing ablehnend gegenübersteht. Die Rückwirkungen 
a Frankenentwertung auf die Finanzen des Saar— 
appschaftsnereins sind ganz enorm. Wenn auch die 
dlichen Leistungen durch den ablehnenden Arbeit— 
erstandpunkt niedrig gehalten werden können, so 
gen aber unaufhaltsam die sachlichen Ausgaben. 
mBedarf der Krankenhäuser an Lebensmitteln, 
wäsche, Verbandsstoffen, Vedikamenten und son— 
er Gegenstände, muß zu Tagespreisen gedeckt wer— 
und ein Vorteil ist bestenfalls durch günstigen 
tauf zu erzielen. 
durch den ablehnenden Standpunkt des Arbeit 
ets hat sich nun das Verhältnis herausgebildet 
die Krankenkassenleistungen beim Saar-Knapp- 
stsverein weit hinter den Leistungen zurückblei— 
wie sie von der Allgemeinen Ortskrankenkasse 
ubrücken und den meisten sonstigen Ortskranken. 
n im Saargebiet gewährt werden. Die Orts— 
nlenkassen haben naͤmlich den Grundlohn von 28 
858 Franken je nach Lohnstusen angewandt., wãh⸗ 
beim Saarknappschaftsverein der Mindestsab 
n Franken in Geltung ist. Früher war es selbft 
tändlich, daß die Knappschaftsverwaltung in Be— 
auf Krankenkassenleistungen an der Spitze stand 
jetzt sind die Krankengeldsätze bei Otlstranfen, 
en bedeutend höher, auch dann noch, wenn beim 
Knappschaftsverein von der siebten Woche an 
brozent des Grundlohnes gewälert werden 
J. G. 
tͤftsbericht des Lundesberficherungs⸗ 
ntes für das Saargehiet für das 
Jahr 1925 
11. 
Unfallversicherung 
⁊ Berichtsjahre hat das Amt die Satzungsänderung 
andwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft bezũglich der 
Aa der Rücklagen genehmiai. 
die Angestellten der Versicherungsträger im allge 
n auf Grund ibrer Dieatordnung einen Anbpruch 
„Der SarrBergtnapper 
— —— ⏑ — 
auf die Bezüge der Staats- und Gemeindebeamten haben 
stiegen die Gehälter automatisch mit den Gehältern der 
vorstehenden Beamten. 
Bezüglich der Dienstordnung eines Unjallversicherungs 
trägers schweben wegen Einführung gleicher Bestimmun— 
gen noch Verhandlungen zwischen dem Amt und dem be— 
reisenden Versicherungsträser. 
Staund der Versicherung im allgemeinen. 
Es bestanden zum Zwecke der Durchführung zur Uniall 
rsicherung im Berichtsjahre: 
2 gewerbliche Berufsgenossenschaften einschließlich eine 
Zweiganstalt, 
Mlandwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, 
3 Staatsausführungsbehörden für Staatsbetriebe, 
gemeindliche Ausführungsbehörde. 
Der Versicherung unterlagen bei den gewerblichen Be— 
ujsgenossenschaften einschließlich 
Zweiganstalt 205 558 
der landw. Veruisgenossenschaft 115 000 
320 558 
bei den Staatsausführungsbehörden 10 895 
bei der gemeindlichen Ausführungsbehörde 397 
zusammen: Versicherte 331 850 
Demnach waren im Verichtsjahre 331 880 Personen 
gegen Unfall versichert. In der Gesamtzahl der Versicher 
ten, die auch die landwirischaftlich im Nebenberuf be— 
schäftigten Personen umfaßt, erscheint ein Teil der Ver 
sicherten doppelt, und zwar gleichzeitig in landwirtschaft⸗ 
lichen und gewerblichen Betrieben. Es handelt sich hier 
um dieienigen Personen, die neben ihrer Tätigkeit als 
Arbeiter oder Angestellte in gewerblichen und staatlichen 
Betrieben gleichzeitig als landwirtschaftliche Unternehmer 
der Versicherung unterliegen. Da die überwiegende Forw 
der Landwirtschaft im Saargebiet der Kleinbetrieb ist 
iäbersteigt die Zahl dieser Versicherten die der landwirt 
haftlichen Arbeiter ganz erheblich. 
Nach der vorläufigen Ermittelung belief fich die Zab! 
aller im Jahre 1925 bei den Berufsgenossenschaften, be 
den Staats- und gemeindlichen Ausführungsbehörden 'an— 
zemeldeten Unfälle auf 22 806 
ie der erstmalig entschädigten auf 2357 
Die im Berichtsjahre geleisteten Entschädigungen (Ren— 
en usw.) betrugen nach einer vorläufigen Ermittelun 
709854,36 Fr. 
Entschädigungen wurden im Jahre 1925 gezahlt ode 
ingewiesen an: 
11349 Verletzte, 
1869 Witwen (Witwer) Getöteter, 
1689 Kinder und Enkel Getöteter, 
117 Verwandte aufsteigender Linie Getöteter. 
Daneben erhielten im Jahre 1925: 
314 Ehefrauen (EEhemänner), 
599 Kinder und Enkel und 
2 Verwandte auisteigender Linie 
als Angehörige von Verletzten, die in Heilanstalten untert 
gebracht waren, die gesetzlichen Unterstützungen, sodaß in 
Borichtsjahre zusammen 15939 Personen Bezüsc au' 
Grund der Unfallversicherung zugeflossen sind. 
Verwaltung und Anlegung des Vermögens. 
Der Vermögensverwaltung der Versicherungsträge 
kommt bei der heutigen Geldentwertung eine erhöhte Be 
deutung zu. Die Erjahrung hat bewiesen, daß die Vor 
schriften über die mündelsichere Anlage allein nicht ge 
nügen, um die Vermögensanlage der Versicherungsträge 
zu schützen. Dazu bedarf es unter den heutigen Umstander 
weitgehenderer Maßnahmen. Aus den Uebersichten der 
Versicherungsträger über die Vermägensanlagen ist er 
sichtlich, daß sie ihre Rücklaägen wertbeständig angeleg 
haben. Ihr Amt hat mit Rücksicht darauf, daß die Ent 
wertungsklausel in den Schuldverhältnissen im Saarge 
biet allgdemein Anwendung gefunden hat, ein Brauch,. de 
auch von den Gerichten anerkannt wurde, gegen die wert 
beständige Anlage des Veormögens der Versicherungsträge' 
keine Bedenken erhoben. 
Eine Berufsgenossenschaft hat den Antrag gestellt, der 
Ankauf eines Verwaltungsgebäudes aus der Hälite des 
jeweiligen Zuschläge zur Rücklage der Berufsgenossenschai 
zu genehmigen. Das Amt hatte große Bedenken gegen 
den Ankauf, weil es in der Festsetzung des Kaufpreises in 
voldmartk eine große Gefahr erblickte. Denn jede weitert 
Beldentwertung wäre geeignet, den aufgestellten Til 
gaungsplan über den Haufen zu wersen. Die Genehmi 
aung mußte daher versagt werden. 
Gefahr und Prämientarife. 
Der vom Landesversicherungsamt im Jabre 1923 96 
nehmigte Gefahrtarif hatte gemäß 8 708 der Reichsver— 
sicherungsordnung zunächst längstens für 2 Jabre Gültig— 
keit. Die in der Zeit vom 1. Juni 1923 ab cçewonnenen 
——* sind nicht geeianet, die Grundlage für die Ab 
änderung des Gefahrtarifes abzugeben. Die von der ge 
werblichen Berufsgenossenschaft ermittelten Frankenbe 
lastungsgiffern haben dies bestätigt. Die auf Grund der 
neuen Belastungsziffern errechneten Gefahrenzifferr 
weichen recht erheblich von dem geltenden Gefahrentari 
ab. Der Belastungszeittaum von 15 Jahren ist für die 
Ermittelung der Gefahrsiffer nicht ausreschend. Da es 
fich bei der Ermittelung dieser Ziffer um Wahrscheinlich 
keitsrechnungen handelt, so gibt das Verfahren eine ge 
nügende Genauigkeit für die Ermittelung der Durch 
chnittsgefährlichkeit, wenn die Rechnung mit großen Zak 
en durchgeführt wird. Mathematische Genausgkcit wir— 
Seite 3 
bei solchen Ermittelungen nie zu erreichen sein. Das Am— 
hat daber den Beschluß des Vorstandes auf Beibehaltung 
des bisherigen Tarifes für die nächste Tariineriode non 
*Jabren genehmigt 
Im Berichtsjahre hat das Amt auch den Gesahrtaris 
der Saar-Knavpschaftsberuisgenossenschaft genehmigt. 
Bisber war für den Bereich der Saar-Knappschaftsbetufs— 
genossenschait der neunte Gefahrtarif der Knavppschafts⸗ 
berufssgenossenschaft des Reiches maßgebend. Schon im 
vorigen Bericht konnte das Amt darauf hinweisen, dah 
Bestrebungen im Gange seien, den Gefahrtarif zu voerein 
heitlichen. Nach mehrjachen Verhandkungen mit dem Lan— 
desversicherungsamt ist dieser neue Tarif vom 1. Januar 
1924 für anwendbar erklärt. Derselbe setzt die Gesahr— 
ziffern der Administration des Mines auf 19,7 der Grube 
Frankenholz auf 22,9, der Grube Reisweiler duf 17,9. 
Dder Unterschied in den Gefahrziffern rechtfertigt sich aus 
den unterschiedlichen Gefährlichkteiten der Betriebe. 
Mangels brauchbarer Unterlagen wurde auch der Prä⸗ 
mientarij der Zweiganstalt für die gewerbliche Berufs— 
zenossenschaft in der unterm 18. Oktober genehmigten 
Form beibehalten. 
Unfallverhütungsvorschriften. 
Am 3. Januar des Berichtsjahres sind die Unfallver⸗ 
dütungsvorschriften der landwirtschaftlichen Verufsge— 
nossenschaft in Kraft getreten. Die in den Betrieben be— 
reits vorhandenen und mit in den bisher geltenden Un— 
fallverhütungsvorschriften verlangten Schutz versehenen 
Maschinen, Geräte und Einrichtungen können in diesem Zu— 
stande noch bis 1. April 1925 weiter benutzt werden. Diese 
Annassungsfrist mußte wegen einer Verzögerung der 
Drucklegung der Bestimmungen um weitere 3 Monate 
verlängert werden. Die Unfallverhütungsvorschriften füt 
die gewerbliche Berufsgenossenschaft sind im Berichtsiahre 
soweit gediehen, daß sie noch im Januar ds. Irs. ge— 
nehmigt werden konnten. Bis zum Inkrafttreten der 
neuen Vorschriften galten für die einzelnen VBetriebe im 
Saargebiet die Unfallverhütungsvorschriften der Berufs— 
genossenschaften, denen diese Betriebe früher angehört 
haben. Bei der Unmenge der in Frage kommenden Vor— 
schrisiten war die Durchiührung der Unfallverhütung im 
Saargebiete sehr erschwert. Die Aufstellung besonderer 
Unfallverhütungsvorschrifsten war für den Genossenschafts⸗ 
vorstand keine leichte Aufgabe, weil die Genossenschaft 
nicht beruflich wie im Reich, sondern territorial aufgebaut 
ist. Die Unfallverhütungsvorschriften mußten wenigstens 
in ihrem äußeren Aufbau dieser eigenartigen Gliederung 
Rechnung tragen. Das wurde dadurch erreicht, daß man 
die Vorschriften in 5 Hauptabschnitte einteilte und die be— 
sonderen Unfallgefahren für die Betriebe sektionsweise 
zusammenfaßte. In sachlicher Hinsicht ist zu erwähnen, 
daß bei Auistellung der Vorschriften die Bestimmung für 
die Unfallverhütung im Reich zugrunde gelegt ist, so daß 
inhaltlich eine wesentliche Uebereinstimmung mit diesen 
Vorschrüten erzielt ist. Für Aenderungen, die auf Grund 
dieser Vorschriften an Betriebseinrichtungen zu treffen 
sind. wird den Unternehmern eine Frist von 6 Monaten 
vom Tage des Inkrafttretens der Vorschrift ab gewährt. 
Für die Betriebe der Saar-Knappschaitsberufsgenossen— 
schaft sind Unfallverhütungsvorschriften nicht erlassen. Für 
fie gelten die bergpolizeilichen Vorschriften. Für die nicht 
unter bergspolizeilicher Aufsicht stehenden Betriebe der 
Saar-Knappichaftsberufsgenossenschaft finden die früheren 
Unsallperbütungsvorschriften der Knappschaftsberufsge— 
nossenschait des Reiches Anwendung. 
Ueberwachung der Betriebe und Durchführung der 
Unfallverhütungsvorschriften. 
Im Berschtsjahre hat das Amt selbst keine Betriebs— 
besichtigung vorgenommen. In der Ueberwachung der 
landwirtschaftlichen Betriebe ist gegenüber dem Bericht 
des Voriahres keine Aenderung eingetreten. Bei der ge— 
werblichen Berufsgenossenschaft hat die Sektion 111 im 
Berichtsiahre einen eigenen technischen Beamten einge— 
stellt. Während früher die Tätigkeit als technischer Auf⸗ 
sichtsbeamter bei der Sektion III nebenamtlich ausgeübt 
wurde, haben jest alle Sektionen der gewerblichen Be— 
ruisgenossenschast hauptamtlich tätige Auisichtsbeamte. 
Die Sektion 11 hat wegen der hohen Zabl der Betriebe 
2 Aufsichtsbeomte angestellt. 
Im Berichtsjahre wurden bei der Sektion l 830 Be 
triebe mit 53 400 Arbeitern revidiert. Bei einer Gesamt 
zabhl von 921 Betrieben mit 57811 Arbeitern sind dem— 
nach 92.29 Prozent der Betriebe und 92,36 Prozent der 
Gesamtarbeiterschait von der Revision erfaßt worden. Der 
Auffichtsbezirk der Sektion IJ umjaßt 2608 Betriebe. Da— 
von sind als revisionsbedürftig angegeben 1603 mi 
b6 376 Arbeitern. In diesen Betrieben wurden 2797 Re— 
visionen vorgenommen. Die revidierten Betriebe umfassen 
27 855 Arbeiter. Auf 100 Betriebe entfallen demnach 
174,49 Revifivnen. Bei der Sektion 111 hat der neben— 
amtlich tätige Aufsichtsbeamte 54 Revisionen der Betriebe 
vorgenommen. Da die Sektion nunmehr einen eigenen 
technijschen Beamten hat, werden erst im nächsten Bericht 
genauere Angaben möslich sein. Die Sektion IV bat 55 
Betriebsrevisionen durchführen lassen. In diesen Betrie— 
ben waren 8580 Arbeiter beschäftigt. Von den 257 Ge— 
amtbetrieben mit 12927 Arbeitern wurden demnach 21.4 
Prozent der Betriebe und 66.33 Prozent der Arbeiterichaft 
von den Betriebsrevisionen erfaßt. 
In sachlicher Hinsicht ist eine mertkliche Besserung in 
der Handhabung der Unfallverhütungsvorschriften nicht 
eingetreten. Besonders wird lebhaft Klage geführt gegen 
das leichtsinnige und geradezu nachlässige Verhalten sa 
mancher Versicherlen gegen die Bestimmungen der Umall-
	        
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