Aummer Saarhrilcken. den 18. Xebrnar 1922
82467 9 J * ————— 0 —4
A W 1 — 43683 J. 4
—— 63 —5 — * D 9 8 4 5 — * * 2
Organ des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands für das Saargebiet
xär icheint jeden Samstag, F die Mitglieder gratis. —! * 1 44 Geschäfisstelle des Saar⸗Bergknappen“, Saarbrücken
ßreis: für Zahlstellenabonnenten 2,000 Mtk. monatiich ohne Jür wirtschaf tliche u. geistige 8 ebung St Johannerstraße 409.
Botenlohn. für Pofstabonnenten 6,00 MIl. vierteliährlich. Oes Bergarbeiter tandes Fernsprech⸗Anschluß: Amt Saarbrücken. Nummer 1580.
Sahrgangzs3.
— 2 * *
Die ristlise Gewerkschaftsbewegnng voran!
Ein Aufruf an die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften!
verschaftlichem. sozialem und volkswirtichaftlichem
hebiete müssen in besondern Schrifdten behandelt
verden.
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ur gnterrichtung ber Tagespresse
iber die Tätigkeit unserer Bewegung
indihrer Stesstungnahme au allen die Welt
uvr Arbeiterschaft berihrender Fiagen muß ein Zei⸗
ungsdienst organisiert werden. Die Tageszeitung
„Der Deutsche“
Kolleginnen und Kollegen! Unsere christliche Ge⸗
wertichaftsbewegung bat sich aus kleinsten An—
fängen entwickeltl. In mühseligem Opfer—
dienst haben die Vorkämpfser der Beweaung Orts⸗
gruppen, Verbände, Ortskartelle nach— und nebenein⸗
ander errichtet und ausgebaut. Der zwischen dem
criten Kongreß der christlichen Gewerkschaften in
Mainz 1899 und dem Kriegsausbruch liegende Zeit⸗
abschnitt war
steter Kampf um die Durcysetzung
unserer Ideen
hre eigenen Bedürfnisse bis zum äußersten ange⸗
pannt sind. Es ist ihnen unmnöalich. die Beiträge
er für die Gewertschaftsbewegunag be—
sonders stark fühlbaren Geldentwer—
duna so anzupassen, wie das notwendia wäre. Es
mpfiehlt sich daher, die Kassen der Berufsverbände
nsplichst zu schonen uno die Kosten, die Aus derr
WValhrnehmung der allaemeinen Arbei—
erbelange erwochsen, zum Teil durch
eine Sonderleistung
rufzubringen, die von jedem christlichen Gewerkschaft⸗
er mitgetragen wird. Das Gefühl der Zusam-
nengehörigkeit aller Mitglieder der christlichen
vewerkschaften und ihre stärkere Interessfie—-
unag für die Aufgaben der Gesamtbe⸗
reaung wird eine gute Nebenwirkung dueser
degelung sein.
Der Ausschuß des Gesamtverbandes hat aus all
iesen Gründen beschlossen, von allen christlichen
ʒwerkschaftlern
einen Stundenlohn als Sonderbeitrag
nchtübrung der gekennzeichneten Aufgaben zu
bitten.
Kolleginnen und Kollegen! In den letzten Johren
st an den leilenden Stellen der christlichen Gewerk⸗
chaiten bedeutsame Vorbereitunagasarbeit
eleistet wonden. In grundsätzlicher Klarheit sowie
n voller Erkenntnis der Ansorderungen, die die ge—
vaitigen Geschehnisse der letzten Jahre der Nation
ind in ihr vor allem der deutschen Arbeiterschaft
estellt haben, schreiien wir in die Zukunft. Kollege
A—
ndet an dessen Spitze gestanden hat. ist in die
2uptamtliche Leituing zurückgekehrt Ihm hat der
Besanitverbendszusschuß in der Person des Kollegen
Dtte einen neuen Mitarbeiter zur Seite gestellt.
Deutscher Gewerkschaftsbund, Gesamtverband der
hristiichen Gewerkschaften, Gesamtverband deutscher
Ungestellten -Gewerkschaflen und Goscmtverband
eutschher Beanitten- und Staatsangestellten-Gewerk-
chaften sind in einem Hause in Berlin ver—⸗
inigt. Tie Voraussetzungen zur einheitlichen Arbeit
ind geschaffen. Nun liegt es an Euch, die erforder—⸗
ichen Mittel zur Verfügung zu stellen, demit die
pkennzeichneten Aufgaben erfolareich durchgeführt
verden können.
Erfüllt Eure Pflichtt! Zeigt, daß die Opfer-
»illigkleit, die die christlichen Gewerltichrfller in der
hründungszeit bekundeten, noch ungebrochen in
inseren Reihen lebt! Zeigt Euch als Männer und
Frauen der Tat!
Vorstand und Ausschußz des Gesamt⸗
verbandes:
Stegerwald Behrens Kurticheid
Baltrusch, Becker, Behm, Bergmann, Ferd. Bauer,
Dr. Th. Brauer, Brune, Cammann, Camps, Eickmaun,
dromm, Dauer, Dedenbach, Eifert, Fahrcnbadh,
Funke, Giesberts, Groß, Gutsche, Hartmann, Hillen⸗
zrand, Hirtsiefer, Horubach, Imbusch, Jaunsen, Kniser,
doch, Kratofiel, Lehner, Lins Meyer, Oite, Radinger,
Rienecker, Rotihänser, Schaar, Scheck, Scheuble, Schick,
-„chmidt, Schmitz-Düsseldorf, Schmitz- Duisburg,
-dchwarzmaun, Streiter, Thränuert, Tremmel, Vogel-
ang. Vurthmann, Wieber, Wicdeberg, Wolff,
Zurnieden.
Die Gleichqültigkeit der Arbeiter selbst gegenüber
den gewerktschaftlichen Bestrebeaingen, die Abneigung
der Arbecitgeber gegen das Mitbestimmunasrecht der
Arbeiter, die Verständnislosigleit staatlicher Organe
und sonstiger Stellen gegenüber sozialen Notwendig-
keiten, alles dieses bedingte schwere Kümpie um die
FSristenz und um die Gesamtstellung der
dristlichen Gewerkschaften im öffent—
bächen KLebeu Deutschlands
nuß zu einem führenden Organ für die Froge des
vieoerausbaues und der Neugestaltung der Arbeiter-
vegung ausaebaut werden. Eine besondere Aufgabe
es Deutschen“ wird es sein, sich für die Frogen der
virtichafis- Sozial- und Gewerkschaftspolitik eine
ihrende Stellung im deutschen Volksleben zu erar⸗
eiten. Eine solche führende Stellung ist nicht von
inem Tage zum anderen erreichbar. Der .Deutjche“
narß sich, wie alle Kümpier, durch die Gürungen und
Viderstaͤnde der Gegenwart seinen Wea bahnen
Die
Wirtschaftskraft der deutschen Arbeit⸗
nehmer
Krieg, Zusainmenbuuch und Revolution haben eine
moere Lage geschaffen. Großen Arbeitermassen wurde
der Leg zur gewerkschaftlichen Organisation gewiesen.
Un das Dreifache ist die Zahl der Mitalieder der
hristichen Gewerkschaften gegen die Vorkriegszeit
gewachsen. Im DTeuschen Gewerkschaftsbund sind ründ
zwei Millionen Arbeiter, Angestellte
und Beamte vereinigt. Die-Aschenbrödelrolle
der Arbeiterschesft von ehedem ist wegreräumt. Die
dentiche Arbeiterschaft steht heute im
Mittelpunktt der großen Geschehnisse
des zstentlichen Lebens.
rit Nachdruck zu stärken, ist ein zwingendes Gebot.
Das gleiche Wahlnecht zu den Volksvertretungen der
erschnedensten Art, die Sammlung der Arheitermassen
n den Organisationen allein bedeuten wenig, wenn
richt auch ein fester, einheitlicher Wille diese
Massen bescelt, und wenn hinter den Muassen nicht
tärkste wirtschaftliche Macht steht. Die vor⸗
andene wirtschaftliche Macht der in den christlichen
Sewerkschassen vereinten Arbeiter zusammen—
zufassen, sie zu verstärken und, im Sinne
inserer Bestreb ungen in Stact und Wirtschut nutz⸗
rar zu machen. dazu wurde die
Ueue Zeiten, neue Aufgaben?!
Bei der veränderten Lage von heute muß die christ-
liche Gewerkschaftsbewegung mehr sein als ein Organ
zur Beceinflussung und Besserung der Lohn- und
Arbeitsverhältnisse. Die Bewegung muß in zielsicherer
Führung sich auswachsen zu einein staärken Trä—
gzerdes Staates, der Wirtschaft und der
Kulturdes Voltkes.
Wir stehen in der Stunde der Entscheidung. An
unserer Bewegung liegt es, die in der Arbeiter,
schaft ruhenden geistigen und wirt—
schaftlhichen Kräfte zur vollen Entfal—
tungzubringen.
„Deutsche Volksbank“
zegründet, die mit dem 1. Januar d. J. ihren
eschästsbetrieb ausgenommen hot. In ihr sollen
Te verfügbaren fsinanziellen Mittel der
hristlichen Gewerkschaften, der ihnen
ahestehende Genossenschaften und de
zZpargelder der Mitglieder zusammen—
efaßt und dem Einfluß der Arbeiter auf das Wirt⸗
chaftsleben nutzbar gemacht werden.
Daz Genoen va iswesen
Aet der Sammlung der Massen allein ist der
Arbeitersccaft nicht gedient. Eine bloße Mas⸗
senbewegung besitt keine dauernde
Macht zur positiven Gestaltung. Sie
besitt diese Macht erst dann, wenn sie ihre
geistigen und wirtschaftslichen KHräfte.
angepabt an die zeitlichen Verhält—
nisse, in vollem Umfangeseinseßst
Hahlreiche Anhänger der christlichen Gewerkschoften
haben das Werden unserer Bewegung nicht miterlebt.
Sie in Geschichte und Wesen der christ⸗
lhichen Gewerkfschaften und in deten neu—
zernthichen Wirkungskreus einzuführen, ijst
Vorbedingung für die
Konsumvereine, Vaugenossenschaften. Vroduktiv-
enossenschaften usw.) bedarf, wenn es für die Arbei—
eschaft steigenden und allgeniein erkennbaren Nutzen
ingen soll weiteren Ausbaues und stär-
erer Verbreitung. Zwuschen Gewerkschaften,
enoffenschasten, Volksbenk usw. muß ein einheit—
iches Zusammenwirken herbeigeführt und
—
eltung gebracht werden.
Dem
Zesamtverbano der christiichen Gewert⸗
schaften
bliegt die Aufgabe. diese, die gesamte Arbeiterichaft
erührenden Fragen zu klären und der Lölung ent
jegenzuführen. Damit ist das Aufgabengebiet
xs Gesauitverbandes gegen die Vorkrieaszeit ge
valtig erweitert. Das erfordert mehr
dräfte und mehr sinanzielle Mittel. Bis
zer verfügte der Gesamtverband nicht über eigene
VPlittel. Die von den Verbänden zu entrichtenden Bei—
räge werden von Jahr zu Jahr den vorqaussichtlichen
dürfnifsen des Gesammerbandes entsprechend festge-
etzt. Besondere Aufygaben erforderten immer
»esondere Aniorderungen bei den Verbänden.
schnceil zu trefsende Maßnahmen des Gesamtver⸗
andes werden durch diese Weittelaufbrinaung nicht
tleichhtert. Dazu kommt, daß Me Verbände beute für
e nheitliche geistige Sinstellung
und damit für den Erfolg unserer Bewegaung. Dieser
Schnlungsarbeit müssen dienen
raãuge gewer⸗“schaftlicher Art
die in den nächsten Jahren in steter Folge die neu—
angesteliten Kräfte und den Nachwuchs der Bewegung
nin den vc cuiertichafisatgeben vertraut
machen. — Dem gleichen Zweck muß dienen das
Prefse⸗ u. TSiteraturwesen der Bewe zung
Die größte Sorgfalt muß dem weiteren Ausbau
EGsjelben gellen. Die wichtigevren Vorgünge auf ge⸗