Full text: Die Burbacherhütte 1856 - 1906

Schlafhaus enthält 64 Betten, eine eigene Speiseküiche und einen eigenen Speisesaal. Ein Haus- 
wart mit seiner Familie sorgt für die Beköstigung der Schlafhausbewohner und für die Reinhaltung 
der Räume. Der Preis für Schlafstelle einschliesslich Frühstück, Mittagessen und Abendessen mil 
Brot beträgt 80 Pfennig, wovon auf die Schlafstelle 10 Pfennig und auf die Verpflegung 70 Pfennig 
entfallen. 
Aehnliche Einrichtungen bestehen auf den Gruben der Burbacherhütte, vor allem auf der 
Grube Burbach bei Algringen und der Grube Maxeville, nur dass dort das Schlafhauswesen im 
Verhältnis ausgedehnter ist, da die Mehrzahl der Bergleute dort entfernter von der Arbeitsstätte 
wohnt. 
Ebenso wie die Hütte für Wohnungen für ihre Hüttenleute von Anfang an mit sorgen 
helfen musste, musste sie die Schaffung von Wohnungen für ihre Beamten von Anfang an ganz 
übernehmen, da der Ort Burbach für die grosse Anzahl technische und kaufmännische Beamte, 
welche die Hütte dorthin zog, keine entsprechenden Wohnungen bot. 1863 wurde die erste Reihe 
von drei Beamtenwohnungen für je 11000 Frcs. erbaut. 1864 folgte der Bau einer Wohnung 
für den Kassierer für 16000 Fres. ohne den Grunderwerb und zwei weitere Beamtenhäuser für 
je 15000 Fres. 1868 folgte ein weiteres Beamtenhaus. In Zwischenräumen von einigen Jahren 
kamen immer neue Häuser hinzu, so dass 1899 24 Beamtenhäuser vorhanden waren, in denen 
27 Beamte wohnten. 1905/6 waren 25 Beamtenhäuser mit 26 Wohnurgen vorhanden. Zu allen 
Beamtenwohnungen gehören Gärten. Die Häuser sind an die Gas- und Wasserleitung sowie an 
die Kanalisationsanlage angeschlossen. Das Gas wird zum Selbstkostenpreis abgegeben, und das 
Wasser wird bis zu einer gewissen Grenze unentgeltlich geliefert. Hinter den Beamtenhäusern be- 
finden sich Spielplätze mit Turngeräten. Unverheiratete Beamte erhalten, soweit Raum vorhanden 
ist, Wohnung in den oberen Räumen des Hüttenkasinos an der Ecke der Hütienstrasse und der 
Hochstrasse. Beamte und Meister, welche einem Haushalt vorstehen und keine Dienstwohnung 
haben, erhalten Mietsentschädigungen. Ebenso erhalten alle Beamten und Meister, welche einem 
Haushalte vorstehen, eine Brandentschädigung, während sie früher freien Brennstoff erhielten. 
Immer noch steht ihnen der Brennstoff gegen Zahlung des Selbstkostenpreises zur Verfügung. Den 
Schlamm der Kohlenwäsche, der ein dem Torf ähnliches stilles Brennmittel giebt, erhalten die 
Hüttenangehörigen nach Bedarf unentgeltlich. Als Gesellschaftshaus der Beamten dient das Hütten- 
kasino, dessen unteres Stockwerk nebst Garten und Ausstattung ihnen kostenfrei zur Benutzung über- 
lassen ist. In ihm finden sich Billardräume. Kegelbahn und Eiskeller, 
Il. Speisewesen. 
Seit der Inbetriebsetzung der Hütte war eine Kantine vorhanden. Dieselbe wurde 1870 
in eine Küche für alle Hüttenleute umgebaut. Später wurde dieselbe durch einen geräumigen Speise- 
saal im Materialienmagazine ersetzt, in dem Oefen mit Vorrichtungen zum Erwärmen des Essens 
aufgestellt wurden. In den meisten besonderen Betrieben finden sich Räume zur Einnahme von 
Mahlzeiten. Neben dem Speisesaale ist für die Bewohner der drei kleinen Schlafhäuser eine be- 
sondere Speiseküche eingerichtet worden. Sie erhalten in derselben für die erwähnten 70 Pfennig 
volle Beköstigung. Das Mittagessen besteht in Fleischsuppe, Rindfleisch, Gemüse und Kartoffeln. 
abwechselnd mit Hülsenfrüchten und Fleisch oder Wurst. Zeitweise werden auch Fische verabfolgt 
Die Mahlzeiten werden von den Schlafhausbewohnern gemeinsam im Speisesaal eingenommen. 
Neben dem Speisesaal befindet sich eine Kaffeeküche. Dieselbe liefert stets Kaffee zum 
Verkaufe. An heissen Tagen wird jedoch Kaffee mit Rum und Zucker versetzt unentgeltlich an
	        
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